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08 Mai, 2008

Data Availability – MySpace will mehr als eine Insel sein

Posted by: Casi In: zweipunktnull

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Ein Social Network ist eine Insel. MySpace ist eine Insel. Fast alles, was im Internet Rang und Namen hat ist eine Insel – so wie zum Beispiel Yahoo, Ebay, Photobucket oder Twitter. Man meldet sich – beispielsweise – bei MySpace an, hat dort seine kleine aber feine, mehr oder weniger mit lustigen Glitzer-Grafiken überfrachtete Homepage, sammelt seine Freunde dort, schreibt Blogbeiträge und listet Fakten über sich selbst und vielleicht noch Termine, die man wahrnehmen möchte. Möchte man Fotos hochladen ins Netz, meldet man sich bei Photobucket an und kann dann entscheiden, ob man per Handy oder e-mail die Fotos hochlädt und welche Benutzergruppe die Bilder später einsehen darf. Bei Twitter, Facebook und jeder anderen 2.0-Anwendung passiert das Gleiche. Wieder ein neuer Account, neuer Nickname, neues Passwort merken (jaja, es sei denn man ist clever und nimmt immer das selbe ;)) Das mag noch einigermaßen sinnig sein, wenn man auf der einen Plattform bloggt, auf einer weiteren Schnäppchen ersteigert und auf einer dritten seine Freunde versammelt. Aber spätestens, wenn man wieder mal einem Social Network wie MySpace, StudiVZ oder facebook beigetreten ist, wird man feststellen, dass man dort wieder bei Null anfängt, um eine Sache aufzubauen, die man vorher schon bei anderen Plattformen aufgebaut hat. Das ist wohl auch der Grund, weshalb MySpace-Mitgründer Chris DeWolfe für die Vorstellung von "Data availability" diese Insel-Metapher gewählt hat. Er verdeutlicht nochmal die Krux für den geneigten Internet-Nutzer, in dem er aufzeigt, dass es bereits Versuche gibt, diese Inseln miteinander vernetzen, es aber lediglich bei Versuchen oder Annäherungen bleibt. Twitter kann meinen MySpace-Status anzeigen und Facebook kann meine Freunde auffordern, sich auch bei Twitter anzumelden. Na super – wenn das das vielzitierte Web 2.0 ist, dann präsentiert MySpace nun mindestens mal das Web 2.1 ;)

Das (zumindest für den germanischen Blogger schwer zu schreibende) geflügelte Wort für diesen (Quanten-?)sprung lautet also "Data Availability" und soll zumindest mal ein erster Schritt in die richtige und zwingend notwendige Richtung sein. Bei der am Donnerstag publik gemachten Innovation handelt es sich um eine Schnittstelle – jenseits von Open Social – für die man sich eben auch andere Protagonisten wie Yahoo!, Ebay oder Twitter ins Boot geholt hat und die nun gewährleisten soll, dass ein für allemal Schluß sein soll mit dem Anmeldungswahn. Ich kann also in Zukunft bei Twitter meine Photobucket-Fotos einbinden, meinen Followers zeigen, wer meine MySpace-Freunde sind oder ich synchronisiere einfach meine unterschiedlichen Freundeslisten.

Wenn man bedenkt, dass myspace in diesen Tagen in den Medien hauptsächlich als das Unternehmen wahrgenommen wird, welches in den USA trotz der Verantwortlichkeit für nahezu drei Viertel des US-Traffics einen Benutzerrückgang von 16% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen hat, kann man diese Ankündigung durchaus als Paukenschlag verstehen.

Ganz charmant bietet man selbst Konkurrent Facebook einen Platz in der Arche 2.0 an – man will dieses Mal alles richtig machen und die logische Überlegung mußte halt eine solche Schnittstelle sein, darüber sind sich vom kleinen Nutzer über die Techblogs bis zu den CEOs der betroffenen Unternehmen alle einig gewesen. Aber das dieser Schritt nun so schnell vollzogen wird und das unabhängig von Open Social, das verwundert mit Sicherheit nicht nur mich.

Myspace hechelt Facebook in so manchem Punkt hinterher, aber nach dem sehr durchdachten Zulassen von 3rd-Party-Applikationen ist dieses dann schon der zweite Schritt in der jüngeren Vergangenheit, der wohlüberlegt wirkt. Zusammen mit MySpace Music scheint man da gerade ein gewaltiges Gesamtpaket zu schnüren, welches MySpace zum Kontinent unter vielen Inseln machen könnte. Wo wir dann auch am Ziel aller Träume wären, egal ob man MySpace, Google oder Yahoo heisst, denn wenngleich man heute noch keine perfekte Strategie hat, um Social Networks zu monetarisieren, so sind sich die großen Namen der Branche doch sicher, dass man – um die Nr.1 am Markt werden zu können – dem Internet-User einen Knotenpunkt liefern muss. Einen Knotenpunkt, von dem aus alles erreichbar sein muss: Meine News, meine Freunde, meine Daten usw. Auf diesem Weg ist man bei MySpace mit Sicherheit noch nicht in Zielnähe, ja wahrscheinlich noch nicht mal wirklich lange aus den Startblöcken heraus – aber man ist immerhin unterwegs und bewegt sich in die richtige Richtung. Ich jedenfalls bin jetzt schon gespannt, wer die nächsten Protagonisten sein werden, die man bei Data Availability einbinden kann.

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