
…das ist nicht nur eine nach Aufmerksamkeit jappsende Überschrift, sondern auch mein Lieblingszitat aus der sagenumwobenen, gerade bei MySpace gestarteten Web Soap They call us candy girls. Sie haben es bislang auf zwei Folgen gebracht, die – und das ist das einzig Positive bei dieser Geschichte – sehr, sehr kurz gehalten sind. Dagegen kommt einem eine Marienhof-Folge vermutlich so lang vor wie Ben Hur. Mehr Pluspunkte kann die Serie leider nicht verbuchen und ich werde es auch im weiteren Verlauf dieses Beitrages tunlichst vermeiden, eine wie auch immer geartete Verbindung zwischen diesen üblen Soap-Machenschaften und Klassikern wie Ben Hur herzustellen.
Eigentlich möchte ich gar nicht weiter auf diese Serie eingehen – Hintergrundgeschichte, Darsteller(innen), Drehbuch und dergleichen verdienen keine weitere Erwähnung. Was ich persönlich schade finde, denn ich hab mich ja bereits als Fan von Fernsehen via Internet geoutet und hatte mir von dem groß im Internet und sogar im "normalen" Fernsehen bei Comedy Central beworbenen Start einer Web-Soap entschieden mehr erwartet. Aber vielleicht ist es gar nicht so, dass MySpace eine überragende Story entwickeln muss, um die gesetzten Ziele erreichen zu können. Ich glaube, die Volkswirtschaft nennt das Maximalprinzip: Mit gegebenen Mitteln einen maximalen Erfolg erzielen. Wenn das gegebene Mittel nun mal nur für schlechte Darsteller und Locations und noch nicht mal für eine Story langt und der maximale Erfolg aber dennoch erreicht werden kann, dann ist für MySpace eigentlich alles in Butter, oder nicht? Man will sicher keine Goldene Europa für die Serie gewinnen, sondern eher Fans – oder besser gesagt: MySpace-Freunde – mobilisieren, um sich noch zahlreicher bei MySpace anzumelden und länger dort zu verweilen, was es dann auch für die werbende Zunft wieder interessanter macht.
Gerade, wo jetzt im Social Network-Business neue Weichen gestellt werden und man Facebook sowieso schon hinterherhinkt, versucht man jetzt hier, mit innovativen Ideen zu punkten – und wenn man sieht, wieviele Fans man selbst mit einem so schwachen Content findet, ist das ja vermutlich sogar gelungen.
Fazit für mich persönlich: Schöne Idee (und in den USA ja auch durchaus erfolgreich erprobt mittlerweile), aber für jemanden wie mich, der schon sowieso nichts mit Soaps anfangen kann, leider überhaupt nicht zu gebrauchen. Ich bin aber sicher, dass ich mich mit einer solchen Erzählform sofort anfreunden kann, wenn der Inhalt stimmt. Positiv find ich jetzt schon, dass man sehr nah am Fan ist und somit die Soap auf eine 2.0-Ebene hievt - schließlich kann ich nicht nur online der Serie folgen, sondern auch gleichzeitig Kontakt zu anderen Fans aufnehmen, Kommentare zur gerade gelaufenen Folge abgeben und mich sogar per MySpace mit den Darstellern anfreunden.
Dazu fällt mir abschließend noch ein, dass es für die Serie Lost vor dem US-Start der 4.Staffel einige Handy-Filmchen gab, in denen es Rückblicke zu einzelnen Charakteren gibt, um eben die wartende Fan-Schar schon mal ein wenig vor dem Staffel-Start in Wallung zu bringen. Nicht auszudenken, was für Zugriffe MySpace haben würde, wenn man so ein Kaliber exklusiv vermarkten könnte in exakt der Form, in der man gerade die Candygirls aufbauen möchte.




