Die Twitter-Fan-Gemeide wird immer größer – aber genauso logischerweise auch das Geschrei, wenn Twitter mal wieder platt ist – was in den letzten Tagen einfach viel zu häufig der Fall ist.
Mittlerweile setzt sich die halbe Blogosphäre der westlichen Welt mit den Down-Zeiten von Twitter auseinander – Hier ein paar Beispiele. Es gibt sogar extra eine Seite im Netz, die sich um nichts anderes kümmert, als zu verkünden, ob Twitter gerade läuft oder nicht.
Wie die Nachricht, dass angeblich weitere 15 Millionen US-Dollar in den Microblogging-Dienst gepumpt werden, dazu passen will, ist mir gerade nicht wirklich klar. Man sollte jedenfalls alle Ressourcen darauf verwenden, einen stabilen Service anzubieten.
Mittlerweile stehen nämlich unzählige Start-Ups wie Pownce bereit, Twitter die User zu stehlen. Dieses Unterfangen ist derzeit nicht annähernd von Erfolg gekrönt, aber wenn man nicht aufhört, seine User derartig oft vor den Kopf zu stoßen, wird der ein oder andere Nutzer mit Sicherheit überlegen, wo man sich stattdessen in Zukunft austauschen wird. Zumal – wie zum Beispiel eben bei bereits erwähntem Pownce – auch andere Features wie Filesharing hinzukommen.
Ganz vorne bei den vermeintlichen Königsmördern reiht sich die Applikation Friendfeed ein. Gestartet eigentlich als Aggregator, welcher neben Twitter auch viele andere Aktionen von Blogpostings über Meldungen von Last.fm bis zu shared items im Google Reader in einem Feed zusammenfasst, wartet man nun mit einem neuen Feature namens "FriendFeed Rooms" auf. Da man bei FriendFeed – ähnlich wie bei Twitter – seinen "Freunden" folgen kann, bekommt man dort mit, wer wann wo was im Netz unternimmt und mit den neugeschaffenen Rooms hat man nun auch die Möglichkeit geschaffen, eigene Kanäle anzulegen zu bestimmten Themen. Dort wird dann – je nach Teilnehmerzahl – fleissig diskutiert, analysiert, kommentiert und verlinkt – also alles, was man bei Twitter auch macht, nur dass man hier einen expliziten Nutzerkreis anspricht im Gegensatz zum normalen Friendfeed-Betrieb. Da man es besser nutzen als erklären kann, hier mal ein schönes Beispiel: Thomas Frütel vom Webmaster Blog hat einen "German"-Room eingerichtet, in dem sich auch schon einige über 50 deutschsprachige Friendfeed-Nutzer eingefunden haben.
Es gibt auch ein Tool, welches in der Lage ist, die Twitter-Kontakte bei FriendFeed zu übernehmen. Natürlich gibt es auch noch einige Anfangsmacken bei den Rooms, z.B. die fehlenden Suchmöglichkeiten nach den vorhandenen Räumen, aber ich bin sicher, dass man da bei FriendFeed schnellstmöglich nachbessern wird.
Bislang dachte ich nicht, dass es irgendein Start-Up schaffen könnte, Twitter Paroli zu bieten – schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil ich glaubte, dass eine neue, zusätzliche Funktion bei einem Twitter-Klon von Twitter selbst in kürzester Zeit übernommen wird und aufgrund der vermeldeten 1Mio Twitter-Nutzer unantastbar bleiben wird. Wenn man sich das Schwert aber selbst an die Brust hält wie derzeit mit den vielen technischen Unzulänglichkeiten, dann wird sich über kurz oder lang auch jemand finden, der den letzten Schritt macht und zustößt. Egal ob FriendFeed oder irgendwer anders…




