Robert Basic macht es oft genug, viele andere Blogger tun es auch und jetzt will ich es auch mal tun: Eine Idee weiterspinnen. Meistens durchforstet man seine Quellen (FriendFeed/Twitter/RSS-Feeds, whatever), um auf dem Laufenden zu bleiben und um die Dinge zu finden, die einem bloggenswert erscheinen. Das sieht bei mir so aus, dass ich der Meinung bin, eine Information zu einem - in diesem Fall hier - zweipunktnull-relevanten Thema in irgendeiner Art und Weise aufzubereiten. Ich versuche, diese Information dann so zu präsentieren, dass man damit etwas anfangen kann, auch wenn man als Leser gerade nicht so total im Thema steckt. Dazu gehören dann die üblichen Dinge wie Quellen, weiterführende Links usw. Aber mir ist mal aufgefallen, dass ich in 99 Prozent der Fälle lediglich eine Nachricht weiterverbreite und sie zusätzlich kommentiere.
Wenn man aber - und deswegen fiel mir gerade der geschätzte Kamerad Basic ein - sich in einem Thema gut auskennt, dann könnte man auch ruhig mal einen Schritt weiter gehen: Man könnte neben dem Weiterverbreiten und Kommentieren auch ruhig mal die Geschichten weiterspinnen. Wo entwickelt sich das Startup X hin oder was wäre ein nettes Feature für Produkt Y?
Nehmen wir an, dass dieses Produkt Y nun nicht Y, sondern Plurk heisst. Bei Plurk gibt es nicht dieses - in der Blogosphäre weit verbreitete -Schwarz/Weiss-Denken. Es gibt nicht nur die Hälfte der Leute, die es nutzen und lieben, und auf der anderen Seite diejenigen, die es nicht nutzen und verabscheuen. Plurk wird u.a. von Leuten genutzt, die mit Twitter nicht wirklich was anfangen können, andererseits gibt es genug "Plurker", die auch einen Twitter-Account nutzen. Ich selbst gehöre zu den Usern, die hin und wieder die gleichen Dinge über verschiedene Kanäle schreiben (ping.fm sei Dank *g*), aber eben auch die verschiedenen Microblogging-Dienste unterschiedlich für mich bewerte und daher auch unterschiedlich nutze. Plurk ist für mich seltener eine Info-Beschaffungsquelle als Twitter - dafür ist es viel eher für mich als Zeitvertreib geeignet im Vergleich zu Twitter.
In vielerlei Hinsicht ist Plurk für mich eine Applikation, die entstanden ist, weil irgendwelche Leute sich Gedanken gemacht haben, was bei Twitter nicht so rund läuft, was man zusätzlich integrieren könnte usw. Wenn wir die Stabilität von Microblogs hier heute mal komplett aussen vor lassen, bleiben dennoch einige Dinge übrig, die Plurk für mich interessanter machen als Twitter. Nach wie vor finde ich die Darstellung der Timeline sensationell. Ich kann sehr schnell den vergangenen Tag nachträglich per Timeline betrachten, mir die Plurks raussuchen, die mich interessieren und direkt auch an richtiger Stelle kommentieren bzw beantworten, ohne dass der Plurker der Ausgangsnachricht jetzt rumrätseln müsste, auf welche seiner Statements ich mich beziehe. Viel, viel besser gelöst als bei Twitter oder anderen Microblogs.
Desweiteren schätze ich besonders die Möglichkeit, neben Links, Smileys und Grafiken auch direkt Videos in meine Plurks einbinden zu können. Schön, dass die erstgenannten Möglichkeiten bestehen, aber die Geschichte mit den Videos, die ich direkt in der Timeline betrachte, find ich überragend.
Jetzt - nur gefühlte knapp 5000 Worte nach der Überschrift - kommen dann auch die Dinge ins Spiel, auf die ich eigentlich hinauswill. Features, die es nicht gibt, vielleicht auch nie geben wird, aber die mir gefallen würden. Zunächst mal fänd ich es schön, wenn die Youtube-Geschichte ausgeweitet würde sowohl auf andere Videoportale als auch auf Audioquellen. Beim Stichwort Audio könnte ich mir z.B. sowas wie ein Plurk/Last.fm-mashup vorstellen.
Wir haben schon die ein oder andere Achtziger Jahre- oder HipHop- oder sonstwas-Party virtuell gefeiert dank dieser Videofunktion - wäre schön, wenn man eben auch Songs einbinden könnte, die nicht nur bei Youtube oder gar nicht als Video zur Verfügung stehen.
Weiter - und auch da muss ich wieder etwas ausholen - gefällt mir die Idee, einen virtuellen Sampler zu erstellen, so wie man es zB bei muxtape kann. Vor einigen Jahren haben wir im Depeche Mode-Forum anläßlich des anstehenden Herbstes mal einen Haufen Songs gesammelt, die thematisch in diese Jahreszeit passen. Auf diese Weise ist ein Sampler entstanden, den es so natürlich nie wirklich gegeben hat, aber der nicht nur wunderschöne Songs, sondern für einzelne Forums-Mitglieder auch ganz neue musikalische Impulse und Inspirationen gebracht hat.
Ähnliches geschieht derzeit auch oft abends beim "Plurken". Jemand postet ein Video und jemand anders reagiert darauf mit einem anderen, aber dazu passenden Video - oftmals erweitert man so seinen musikalischen Horizont und kann seinen Lieblingsbands oder -Songs noch den ein oder anderen Namen hinzufügen.
Da wäre es doch klasse - wenn gerade in Zeiten des wild-im-Netz-herum-Aggregierens - eine Möglichkeit bestünde, aus einem Plurk (besser vielleicht noch aus einer anzuwählenden Menge verschiedener Plurks) per Aggregator eine Playlist zu erstellen. Leider bin ich viel zu wenig Programmierer, um die Machbarkeit einer solchen Geschichte einschätzen zu können, aber ich persönlich würd eine Applikation (ein Greasemonkey-Skript oder was auch immer) lieben, welche mir aus einem ausgewählten Plurk-Dialog direkt eine Youtube-Playlist anlegt oder in irgendeiner anderen Form eine Liste aggregiert, die ein direktes hintereinander-Abspielen dieser Songs/Videos ermöglicht. Rechtlich beweisen doch viele Startups und Homepages (laut.fm, last.fm, muxtape, tape.tv usw) dass es Wege gibt, auf legalem Weg im Internet an Musik zu gelangen auch jenseits von iTunes und musicload, also müsste sich doch auch dafür eine Möglichkeit finden lassen, oder?
Ihr könnt Euch gern äussern, ob Ihr die Idee gut oder beknackt findet, ob Ihr vielleicht Plurk generell beknackt findet oder für überbewertet haltet
- aber am Liebsten wäre mir jemand, der mir sagt, dass so eine Idee kinderleicht umsetzbar wäre - und das am besten auch direkt durchzieht
(…oder der mir sagt:"sowas gibt es doch bei plurk schon längst, Idiot und Du findest es da und da"
)



