20 Jul, 2008
Facebook gegen StudiVZ – Langsam wird’s peinlich, Herr Riecke!!
Posted by: Casi In: Social Networks| zweipunktnull
Seit gestern beherrscht ein einziges Thema den Teil der Blogosphäre, der sich mit dem Internet im Allgemeinen und dem Web 2.0 im Besonderen auseinandersetzt: Facebook verklagt StudiVZ! Selbst Blog-Institutionen wie Spreeblick setzen sich mit dem Thema auseinander und Johnny Häussler ist sicher nicht der Einzige, der in der Klage bzw bei dem dazu gewählten Zeitpunkt ein strategisches Konzept Facebooks vermutet.
Ich persönlich denke auch nicht, dass Facebook plötzlich entdeckt hat, dass es da ein copycat an die Spitze der deutschsprachigen Social Networks gebracht hat. Nach eigenen Aussagen setzt man sich schon eine Weile mit der Sachlage auseinander und reagiert mit der Klage nun auf die Uneinsichtigkeit der StudiVZ-Betreiber. Während die Blogger schon immer der Meinung waren, dass StudiVZ ein billiger Abklatsch des Originals sei, finden sich im Internet als Reaktion auf die Klage tatsächlich viele Stimmen, dass Facebook lediglich neidisch auf den Erfolg des StudiVZs wäre und StudiVZ sowieso viel toller ist Facebook. Jaja, logischerweise *kopfschüttel* Marcel Weiss hat gestern in seinem Bericht zum Thema einen Screenshot gepostet, auf welchem man sieht, dass StudiVZ selbst "fakebook"-Ordner angelegt hat.
Heute – einen Tag nach dem Publikmachen der Facebook-Pläne bezüglich StudiVZ, geht CEO Marcus Riecke über zur Gegenoffensive:
Nachdem es Facebook trotz aufwändiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von studiVZ gerichtlich zu behindern.
Keine Ahnung, was in Riecke vorgeht, aber dass Facebook in der Sache natürlich richtig liegt, sollte unbestritten sein und dass weiss er selbst am Besten. Facebook muss sich lediglich fragen lassen, wieso gerade jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, solche Schritte einzuleiten. Auch dazu gibt es unzählige Aussagen im Netz und ich reihe mich ein die Schar derjenigen, die glauben, dass Facebook gewillt ist, über kurz oder lang das StudiVZ zu schlucken. Auf diese Weise könnte man den Preis mit Sicherheit erheblich nach unten korrigieren – Erfolg bei der Klage vorausgesetzt…
Die Samwer-Brüder – schon vor ‘ner Weile zu Facebook übergelaufen – könnten an diesen Überlegungen bezüglich der neuen Strategie nicht ganz unschuldig gewesen sein.
Mir will einfach nicht klar werden, wie man ein Social Network so exakt nachbilden kann und sich dann allen Ernstes darüber aufregt, dass man als Plagiat bezeichnet wird. Vor dem Hintergrund, dass die StudiVZ-Anwaltsschar seit Langem alles aus dem Weg klagt, was es wagt ein "VZ" im Domain-Namen zu führen, macht es im Grunde nur noch abstruser.
Witzig find ich auch, dass man laut Riecke keine Klageschrift erhalten habe und sich dennoch schon Freitag entschlossen hat, selbst Feststellungsklage einzureichen. So gelassen, wie man auf StudiVZ-Seite wirken möchte, ist man also bei Weitem nicht.
Für Jemanden wie mich, der bei meinvz angemeldet ist lediglich aus dem Grund, dass ich hier wissen möchte, worüber ich schreibe – und im Vergleich das Original logischerweise jederzeit vorziehe, wäre es natürlich der konsequente und interessanteste Schritt, wenn in naher Zukunft das StudiVZ-Logo von der Social Network-Landkarte verschwindet und die Userschaft komplett im Facebook aufgeht. Für alle StudiVZ-Verfechter: Hey, dort findet Ihr auch Eure Leute und noch wichtiger: Ihr könnt dort nicht nur gruscheln, sondern gleichzeitig auch noch Eure geschätzten Freunde mit virtuellen Schafen, Küssen, Blumen oder sonstwas zuschütten ;) Aber im Ernst: Freut Euch doch lieber, dass Ihr in diesem Fall bei einem Portal landen würdet, welches nicht nur Heerscharen von Usern unter sich versammelt, sondern auch konsequent und innovativ die Plattform weiter entwickelt.
Ich jedenfalls bin jetzt schon gespannt, wie die nächsten Schritte auf beiden Seiten aussehen werden und werde das Schlucken von StudiVZ nun in mein tägliches Gute-Nacht-Gebet mit einschließen ;)




