Eine Frage geistert derzeit durch die social-network-affinen Blogs der Welt: Wieso um Gottes Willen verklagt Facebook StudiVZ ausgerechnet jetzt??
Ein Blick auf das neue Facebook sollte einem die Lösung auf einen Blick offenbaren: Wer dieses Design betrachtet – übersichtlich, durchdacht, erweiterbar, stylisch – der würde im Leben nicht auf die absurde Idee kommen, dass das StudiVZ eine ehemalige Einszueins-Kopie des amerikanischen Vorbildes sein soll. Während das StudiVZ vor gefühlten Jahrzehnten Pixel für Pixel dem Facebook glich und auch dessen Funktionen übernahm, hat sich dort – im grauen, kalten Holtzbrinck-Land – so fast gar nichts getan…Internettechnisch gesehen hängt man Lichtjahre hinter der Konkurrenz zurück, selbst so Selbstverständlichkeiten wie das Einbinden von 3rd-Party-Applikationen hat man zu spät und auch dann nur zähneknirschend für das eigene Network abgesegnet – auf die Resultate wartet man selbstredend noch. Facebook eilt von einer Innovation zur nächsten, läßt durch verschiedenste Neuerungen und Überlegungen immer wieder aufhorchen, während das StudiVZ noch nicht ein einziges Mal mit einer positiven Nachricht zu überraschen wurde – abgesehen von dem irrwitzigen Ansteigen der User-Zahlen.
Aber was sich gerade entwickelt wie das landesübliche StudiVZ-bashing, sollte eigentlich beschreiben, wieso mir das neue Facebook so gut gefällt: Denke ich an meinen lastfm-Beitrag von vor wenigen Tagen, glaub ich fast, dass ich einfach zu leicht zu begeistern sein könnte, denn laut den Kommentaren auf den Artikel gefällt deren neues Design nicht einem einzigen meiner Leser ;) Wechsel ich jedoch den Tab und schaue wieder auf meine Facebook-Profilseite, fallen mir aber durchaus einige Dinge auf, die selbst dem objektivsten Betrachter zumindest ein anerkennendes Zungeschnalzen entlocken sollten.
Zunächst mal sieht es nun doch ein klein wenig anders aus, als man es sich vor kurzem noch inoffiziell betrachten konnte.
So ist mein Profilbild und die dazugehörigen Infos von der rechten Seite wieder auf die linke Seite gewandert, wie man auf dem Screenshot hoffentlich erkennen kann:

Auf dem Bild erkennt man des weiteren die Aufteilung, die sich im Vergleich zum geplanten Neu-Design aber nicht verändert hat. Es gibt die Reiter Pinnwand, Info, Fotos und Felder (wobei ich bei Letzterem immer noch hoffe, dass der Name geändert wird *g*). Darüber hinaus kann man per "+"-Button noch eigene Reiter ergänzen. Sehr schön finde ich die gelb hervorgehobenen Felder, die mich darüber aufklären, was sich geändert hat. So erklärt mir diese Funktion zum Beispiel, dass ich meine Lieblingsapplikationen dort anfügen kann, was ich mir für einige meiner Applikationen tatsächlich vorstellen kann.
Nichtsdestotrotz bin ich heilfroh, dass die unselige Flut von Applikationen und dummdreisten Spielchen und Bilderchen für mich unsichtbar bleibt, solang ich mich nicht beim Betrachten eines Profils auf den "Felder"-Button verirre. Ich hab es schon mal erwähnt, dass das für mich der bislang größte Kritikpunkt an Facebook war und scheinbar haben die Jungs – Werbeeinnahmen hin oder her – auch überlegt, dass man wieder ein wenig zurück zum Wesentlichen muss. Wie die Programmierer der Applikationen das finden, kann ich natürlich nicht sagen, aber für mich als User ist es das absolut Richtige: Ich kann für mich wichtige Applikationen einbinden und sie sogar unterschiedlich gewichten, während mir diese ganze Kuscheltier-Werferei und Geschenke-Verteilerei auf den anderen Seiten erspart bleibt.
Wenn Ihr mich fragt, ist Facebook heute erwachsen geworden – und falls Ihr das neue Facebook noch nicht betrachten könnt, braucht Ihr Euch keine Sorgen machen, dass PC/Internet Euch nicht gehorchen: Die Profile werden nach und nach freigeschaltet für das neue Design, was bei etwa 80 Millionen Facebook-Nutzern den ein oder anderen Tag dauern kann ;)




