Das Web 2.0 hat viele Baustellen: Microblogs und deren Funktionalität, Social Networks im Wandel (Stichwort: Open social oder data availability), mobil nutzbare Social Networks, webbasiertes Operating System, Lifestreams und vieles mehr. Für denjenigen, der es - wie ich - aus der Ferne beobachten kann, ist es zweifellos eine sehr spannende Zeit: Viele Dinge, die in diesen Jahren entwickelt werden bzw in diesen Jahren den mainstream erreichen, werden in naher Zukunft unser Surfverhalten exorbitant verändert haben. Es wird selbstverständlich sein, im Mitmachnetz aktiv zu sein - egal, ob als Blogger, als User in einem Social Network oder als was auch immer.
Das betrifft uns Early Adopters genauso wie die Mutter, die per Netz Kochrezepte weitergibt und findet, den Vater, der online seinen Familienstammbaum verwaltet oder den Sohn, der seinen Abend in der Disco per Handy-Cam dokumentiert und per Microblog den entsprechenden Link zum Videostream und den Infos zur Location ins Netz gestellt hat, lange bevor er die Disco wieder verlassen hat. Dinge, die heute noch von einem verschwindend kleinen Teil der Internetnutzer bewerkstelligt werden können, werden uns - und "uns" meint damit jeden durchschnittlichen Surfer - schon bald in Fleisch und Blut übergehen.
Eines dieser Elemente, die gerade eine äußerst spannende Entwicklung erleben, sind die verschiedenen Aggregatoren bzw Lifestreams. Während einige dieser Anbieter lediglich FriendFeed nacheifern, können einige andere mit durchaus beachtenswerten Features aufwarten. Ihnen allen ist aber gemeinsam, dass sie weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich hin aggregieren. Ändern könnte diesen Zustand vielleicht noch am ehesten Facebook. Was eventuell ein wenig nach der-findet-sowieso-alles-toll-was-Facebook-macht klingt, hat aber eher damit zu tun, dass kein Social Network sowohl über eine breite Userschaft als auch über einen ansehnlichen Newsfeed verfügt - abgesehen von Facebook.
Seit der Neuausrichtung des Facebook-Interfaces hat sich nicht nur das Design und die Anordnung der Funktionen verändert. Auch der Newsfeed entwickelt sich nach und nach zu einem echten FriendFeed-Zwilling. Jetzt zündet Facebook die neueste Stufe des News-Feed: Konnte man den Feed bislang nur sehr rudimentär nach seinen Wünschen justieren, werden diese Funktionen nun weiter aufgebohrt. Konnte man vorher lediglich nach Fotos, Statusmeldung usw filtern, kann man sich nun ans Feintuning begeben und kann u.a. nach selbstangelegten Freundeslisten oder gar einzelnen Freunden filtern und nur den entsprechenden Newsfeed lesen.
Mag sein, dass man damit vielleicht immer noch längst nicht da angekommen ist, wo FriendFeed heute bereits ist, aber das wird - auf gut Deutsch gesagt - die Facebook-User einen Scheiss interessieren. Der durchschnittliche Facebook-User sieht sich hier zum ersten Mal mit einem solchen lifestreaming-Feature konfrontiert und nur die wenigsten werden sich auf die Suche nach reinen Aggregatoren wie FriendFeed machen, wenn sie eine etwas abgespeckte Variante innerhalb ihres bevorzugten Social Networks nutzen können.
Apropos Feed: Auch bei den RSS-Feedreadern tut sich was. Zum Lesen meiner RSS-Feeds nutze ich tagtäglich den Google Reader. Zusätzlich hab ich auch feedly im Einsatz, aber eher sporadisch. Feedly sieht richtig toll aus - ich mag den Magazin-Look, in welchem meine Feeds aufbereitet werden. Aber um ehrlich zu sein: Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, sehe ich mich über 1000 neuen Meldungen fast hilflos ausgesetzt. Während ich uninteressantere Dinge im Google Reader recht schnell abarbeiten kann, sieht das bei feedly leider anders aus. Durch die optisch anspruchsvollere Aufbereitung wird hier beim Lesen wesentlich mehr Zeit gebunden. Dem will feedly nun entgegenwirken mit dem feedly-"River". Edwin Khodabakchian - der feedly-Entwickler - betont zwar, dass sich feedly nach wie vor an den "normaleren" User wendet, aber mit dem River möchte man den Power-Readern dann doch einen Schritt entgegenkommen.
TechCrunch fasst die neuen Funktionen zusammen:
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Longer lists of 200+ articles, loaded on demand as you scroll.
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Ability to set various type of filters: unread, category, subscription.
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Keyboard shortcuts - the same as Google Reader
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Ability to click on the summary of an article and expand it inline.
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Ability to play video and listen to podcasts directly from the list.
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Google Reader-like ability to automatically mark articles as read while scrolling
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Summize-like notifications when new articles are published.
Somit kann man nun Feedly - gerade als Google Reader-gewohnter Nutzer - auch ähnlich effektiv nutzen, ohne auf die schöne Aufbereitung verzichten zu müssen.
Ach ja - bevor mir da wieder Klagen kommen: Den Tippfehler in der Überschrift hab ich natürlich absichtlich eingebaut




August 26th, 2008 at 20:54
[...] ähnlichen Gedanken wie Martin habe ich hier auch schon mal verfolgt und bleibe auch dabei: Vielleicht wird es Facebook sein, das den [...]