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15 Aug, 2008

Mein Name ist Casi – und ich bin internetsüchtig…

Posted by: Casi In: World wide web

 

…werden immer besser, die Überschriften, was? ;)

Der erste Teil stimmt jedenfall: Casi leitet sich von Carsten ab und ich werd so genannt seit einer Zeit, die noch nicht mal geahnt hat, dass es jemals Internet geben wird. Ich glaube, 286er Rechner waren zu dem Zeitpunkt der letzte Geek-Schrei ;)

Was den zweiten Teil der Überschrift angeht, halte ich es wie alle Süchtigen: Ich bestreite es erstmal vehement. Klar – man ist kein Alkoholiker, weil man ja nur 3 Pullen Bier nach Feierabend trinkt und man ist nicht nikotinsüchtig, weil man ja jederzeit aufhören könnte, wenn man nur wollte.

Den Süchtigen ist eines gemeinsam – Das nicht-einschätzen-Können/-Wollen der eigenen Situation. Während man den Alkoholiker an der Schnapsnase und den Raucher an den Nikotinfingern eventuell noch ausfindig machen könnte, sieht es bei dem Internetsüchtigen ein wenig anders aus: Man bekommt ihn nämlich so selten zu Gesicht, wenn man nicht zufällig seine Wohnung besiedelt.

Ich verbringe täglich ein paar Stunden im Netz, bestehe aber darauf, dass ich keine anderen Aktivitäten dafür zurückstelle. (Naja, eventuell Spülen und Staubsaugen, aber die stelle ich auch für TV oder sonstwas zurück *g*) Im Gegenteil, ich denke sogar, dass ich durch Internetbekanntschaften und -freundschaften sogar wesentlich mehr Parties und Konzerte besuche als noch vor – sagen wir – 10 Jahren.

Wie ich überhaupt auf dieses Thema komme? Robert hat mich auf einen Beitrag bei netzrebellen.de gestoßen.

Ich bitte Euch dringend, die beiden Beiträge von Robert und vor allem den von Jan zu lesen. Es geht in diesem Fall nicht um die Internetsucht allgemein, sondern spezifisch um das Bedürfnis, World of Warcraft zu spielen. Vor einigen Jahren hab ich auch mal öfters online mit meinen Freunden gezockt. Anfangs Diablo2 und dann Ultima Online und Dark age of camelot. Allen Spielen gemein war die Tatsache, dass ich schon nach wenigen Tagen mit Niemandem mehr mithalten konnte. Ich gehe von morgens bis nachmittags arbeiten und danach muss ich mich um meine Wohnung, meinen Magen und nicht zuletzt meine Freunde kümmern (ja, nicht alle zocken pausenlos ;) ). Einige meiner Freunde haben die Prioritäten etwas anders gesetzt und haben Tag um Tag Erfahrungspunkte und Level ups sammeln können, die ich im Leben nicht erreichen könnte mit meinen sporadischen ein, zwei Stunden, die ich täglich zu spielen gewillt war.

Vielleicht hab ich auch einfach nur ein anderes Verständnis des Begriffes "spielen", denn ich spiele nicht mehr, wenn ich nur noch den anderen hinterherhechel. Deswegen hat mich der WoW-Virus wohl auch nie wirklich befallen können. Während aber ein Großteil meiner Freunde heute auch andere Prioritäten setzt und eher gemäßigt mal ‘ne Runde WoW spielt, kenn ich aber in meinem Bekanntenkreis auch die bei Jan skizzierten Extrem-Zocker, die ihre komplette Tagesplanung danach ausrichten.

Ich gehe grundsätzlich mit den Aussagen von Jan und Roberf konform, was den Sucht-Charakter des Spiels angeht. Es ist wirklich clever konzipiert und logischerweise auch bewußt so ausgerichtet von den Programmierern. Wieso auch nicht? Die Intention ist ja nicht, einen Spieler süchtig zu machen, sondern einen Spieler dazu zu bewegen, Spieler zu bleiben und weiterhin monatlich die Summe X zu zahlen.

Jans Vergleich mit der Zigarettensucht trifft es meiner Meinung nach deshalb auch nicht so ganz. Blizzard versucht ein möglichst spannendes, motivierendes und somit kundenerhaltendes Spiel zu programmieren. Genauso wie der Autor einen besonders spannenden Krimi schreibt, der Bäcker möglichst leckere Brote backt und ein Musiker möglichst schöne Lieder komponiert.

Alle wollen erfolgreich sein, Märkte erobern, Kunden halten – daran finde ich nichts verwerflich. Ich habe beispielsweise mal eine Doku über McDonald’s gesehen, in welcher erklärt wurde, dass die Komposition der Burger-Zutaten dahingehend optimiert wurde, den Speichelfluß und somit den Appetit anzuregen.

Mir als Kunde ist es unterm Strich egal, weswegen ich genau nach einem BigMäc noch einen zweiten esse. Mich zwingt keiner dazu, ich esse die Dinger freiwillig und spiele noch nicht mal insgeheim mit dem Gedanken, Ronald McDonald zu verklagen, weil ich fett bin ;)

Allerdings muß ich zugeben, dass ich vermutlich nicht gerade kompetent bin, über das Themenfeld "Süchte" zu philosophieren. Ich hab nie geraucht, war nie spiel- oder alkoholsüchtig und – obwohl ich es als Krankheit anerkenne – tu ich mich schwer damit, dieses Suchtverhalten bei anderen Leuten nachvollziehen zu können. Deswegen kann ich auch nicht beurteilen, ob Robert Basic Recht haben könnte:

Spätestens dann, wenn man Blizzard nachweisen könnte, dass sie Suchtelemente fördern, deren “Nebenwirkung” bestimmten Nutzertypen es unmöglich macht, noch eigenständig über ihr Handeln zu reflektieren und damit nicht mehr selbständig von einer Produktnutzung Abstand nehmen können, wird es eng.

Es ist jedenfalls ein Themengebiet, welches Jahr für Jahr mehr in den Fokus rücken wird und welches man – egal, ob man chat-/ebay-/ oder WoW-süchtig ist – nicht mehr wegreden kann.

  • http://g33ky.de Dr. Azrael Tod

    “Lustigerweise” erkenne ich mich in diesem Text nahezu ohne Ausnahmen wieder… (selbst was Details wie das Alter des Nicknamens betrifft^^)
    Für mich persönlich bin ich jedoch der Meinung definitiv süchtig zu sein (spätestens in den letzten 1-2 Monaten, als ich nahezu permanent ohne Internet leben musste habe ich das festgestellt), ich habe meine Sucht jedoch auch (wieder) unter Kontrolle.
    Wenn ich muss kann ich durchaus meinen Internetkonsum auf wenige Minuten am Tag einschränken (alleine schon durch aussortieren der unwichtigsten Newsfeeds habe ich einiges an Zeit gespart), wenn ich das Lesen meiner Newsfeeds ganz einstelle, mich nur noch um meinen Blog, meine Emails und ähnliches kümmere, kann ich sogar mit 15min am Tag hinkommen.
    Wie gesagt geht das jedoch nur wenn ich muss, ansonsten kann Internet auch zum 24/7-Job werden, leider furchtbar mies bezahlt.

  • http://g33ky.de Dr. Azrael Tod

    “Lustigerweise” erkenne ich mich in diesem Text nahezu ohne Ausnahmen wieder… (selbst was Details wie das Alter des Nicknamens betrifft^^)
    Für mich persönlich bin ich jedoch der Meinung definitiv süchtig zu sein (spätestens in den letzten 1-2 Monaten, als ich nahezu permanent ohne Internet leben musste habe ich das festgestellt), ich habe meine Sucht jedoch auch (wieder) unter Kontrolle.
    Wenn ich muss kann ich durchaus meinen Internetkonsum auf wenige Minuten am Tag einschränken (alleine schon durch aussortieren der unwichtigsten Newsfeeds habe ich einiges an Zeit gespart), wenn ich das Lesen meiner Newsfeeds ganz einstelle, mich nur noch um meinen Blog, meine Emails und ähnliches kümmere, kann ich sogar mit 15min am Tag hinkommen.
    Wie gesagt geht das jedoch nur wenn ich muss, ansonsten kann Internet auch zum 24/7-Job werden, leider furchtbar mies bezahlt.

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    mit der miesen Bezahlung geb ich Dir Recht ;) Ansonsten vermisse ich die Dinge wie Twitter/Plurk, Google Reader usw nicht Besonders, wenn ich mal nicht am PC sitzen kann… Aber zum Internet gehören auch shopping, onlinebanking, googlemaps usw – Falls man also mal wirklich aufs Netz verzichten muss, merk ich es eher an diesen Dingen schmerzlich…

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    mit der miesen Bezahlung geb ich Dir Recht ;) Ansonsten vermisse ich die Dinge wie Twitter/Plurk, Google Reader usw nicht Besonders, wenn ich mal nicht am PC sitzen kann… Aber zum Internet gehören auch shopping, onlinebanking, googlemaps usw – Falls man also mal wirklich aufs Netz verzichten muss, merk ich es eher an diesen Dingen schmerzlich…

  • http://spielkind.bplaced.net/wordpress Spielkind

    Sucht! Ich bin dabei ;-)

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