04 Sep, 2008
Blogparade: Wie benutzt Ihr Social Networks?
Posted by: Casi In: Social Networks| zweipunktnull
Drei Gründe gibt es, die mich dazu gebracht haben, zum ersten Mal einen solchen Blogparaden-Spaß hier mitzumachen:
- Ich hab sowas noch nie gemacht
- das Thema interessiert mich bzw ist ja auch mit einer der Pfeiler meines Blogs und
- ausserdem wollte ich mal gern irgendwas schreiben, was nix mit Chrome zu tun hat ;)
Deswegen hab ich mich auf die Blogparade von mehrblog.net gestürzt, um mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, welches mich brennend interessiert, welches in mein Themenportfolio paßt und welches mir zudem noch eine Ausrede liefert, wenns darum geht, wieso ich den ein oder anderen RSS-Feed-Abonnenten verloren habe über Nacht ;)
Themenstellung Social Networks: Es geht meiner Meinung nach nicht nur darum, ein kleines Feld im Internet zu beackern. Ich denke eher, dass über kurz oder lang jeder User im Internet sich damit auseinanderzusetzen wird. Gründe dafür könnt Ihr ja u.a. in diesem Blog lesen. Über Social Networks definiere ich nicht nur mein Internet-Alter Ego, sondern werde über diesen Account irgendwann auch universell die verschiedensten Dienste im Netz nutzen können, werde evtl. über diesen Dienst bezahlen und - nicht zuletzt – wird er mir den Kontakt zu meinen Leuten erleichtern, egal ob es sich um meine Familie, Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen geht. Aber darum soll es jetzt gerade gar nicht gehen, sondern eher um meine persönlichen Surf-Gewohnheiten bezüglich Social Networks. Der Autor der Blogparade hat auch schon ein paar Ansätze vorgegeben:
- Welche Socialnetworks benutzt ihr? Warum genau die?
- Welche Funktionen sind euch besonders wichtig?
- Was veröffentlicht ihr über euch?
- Benutzt ihr Privatsphäre Einstellungen? Wenn ja wie?
- Wie viele Kontakte habt ihr in Socialnetworks? Kennt ihr die auch im “echten” Leben?
- Macht ihr euch Gedanken um Folgen, die z.B. Partyfotos im Internet haben können? (z.B. berufliche)
Ich mach es mir jetzt leicht und arbeite einfach die von Michel im mehrblog erwähnten Punkte ab:
Welche Social Networks benutze ich und warum?
Ich nutze privat sehr gerne Facebook und last.fm, zudem auch einige andere wie MySpace, meinVZ, stayfriends.de und WKW.
Während ich bei Facebook den gesamten Eindruck mag, der sich aus der Zahl der bekannten Gesichter, dem technischen Niveau der Seite, seinen Innovationen und den Features/Applikationen ergibt, mag ich bei last.fm hauptsächlich die Affinität zur Musik. Klar freu ich mich auch dort über die Nutzer, die ich von woanders her kenne, aber das Erstellen von Playlists, das Hören von "meiner" Musik und nicht zuletzt das Finden von neuer Musik stehen dort für mich ganz klar im Vordergrund.
Auf den Plätzen folgen MySpace (welches ich allein schon für die Präsenz der unzähligen Musiker schätze), stayfriends (zum Auffinden von Leuten, denen man vielleicht mangelnde Internet-Affinität unterstellen mag), WKW und meinVZ – bei denen es hauptsächlich – zumindest für mich – darum geht, eine Präsenz bzw Anlaufstelle für die User zu schaffen, die es nicht auf ein "richtiges" Social Network schaffen aus mannigfaltigen Gründen.
Welche Funktionen sind mir besonders wichtig?
Das ändert sich natürlich von Plattform zu Plattform. Ich schätze Facebook besonders, daher ist mir dort wichtig, dass Design, Usability und das generelle "Look and Feel" für mich persönlich passen. Ich freue mich über die oft innovativen Neuerungen bzw über die Funktionen, die man nahezu eins zu eins von den wichtigen Diensten wie Twitter oder FriendFeed übernimmt und die in Verbindung mit der hohen Userzahl für mich den Eindruck entstehen lassen, es mit einem sehr kompletten und komplexen Social Network zu tun zu haben.
Die Funktionen, die mich an last.fm reizen, hab ich schon erwähnt. Für Musik-Freaks meiner Meinung nach das Nonplusultra! Angefangen von den persönlichen Charts über die musikalischen Nachbarn bis zu den oben bereits erwähnten Features wie z.B. das Erstellen von persönlichen playlists.
Alle anderen Social Networks können für mich nicht durch Funktionen überzeugen, sondern werden von mir deswegen hauptsächlich genutzt, weil ich bestimmte Menschen dort erreichen kann, die ich sonst im Netz nicht antreffe.
Was veröffentliche ich über mich?
Auch das ist von Plattform zu Plattform unterschiedlich. Ich erstelle mit Sicherheit keine Fake-Profile – fast überall ist auch mein richtiger Name registriert oder zumindest ein Nickname, über den Google hinreichend Informationen rausrückt, wenn man sich die Mühe macht, hinter mir her zu spionieren ;) Meistens nutze ich das gleiche Profilbild auf allen Portalen, stelle meine 3-4 wichtigsten Hobbies vor und plattformabhängig mache ich auch Angaben zu meiner bevorzugten Musik, zu den Läden, die ich besuche oder zu den Konzerten, auf denen man mich antrifft. Das ein oder andere Foto von mir gibt es auch an verschiedenen Orten. Zumindest die, die ich vor Euch und mir selbst vertreten kann ;)
Benutze ich Privatsphäreeinstellungen?
Grundsätzlich kann jeder meine Profile betrachten. Bei bestimmten Portalen schliesse ich auch bestimmte Gruppen aus, was Kontaktaufnahme etc angeht. Ansonsten findet man meistens meine Angaben zu e-mail-Adressen, Instant Messengern und den diversen Internetpräsenzen. Es gibt eine Ausnahme, auf die ich hier auch nicht näher eingehe, weil 99 Prozent der Leser eh nicht drauf zugreifen können – dafür ist der Content dort auch nicht gedacht. Mehr dazu unter dem übernächsten Punkt.
Wie viele Kontakte habe ich in Social Networks? Kenn ich die auch im wahren Leben?
Da antworte ich auf den ersten Teil der Frage mit einem entschiedenen "unterschiedlich" und reagiere auf den zweiten Teil mit einem ebenso entschlossenen "Jein!". Auch da gehen meine Gewohnheiten weit auseinander, was die verschiedenen Portale angeht. Es gibt Seiten, in denen ich lediglich eine einstellige Zahl an Freunden habe und es gibt Seiten wie MySpace, in denen ich eine hohe dreistellige Zahl an Freunden habe.
"Freunde" ist meinerseits eh ein überstrapazierter Begriff, was Social Networks angeht. Bei MySpace sind eine Vielzahl von Sängern, Musikern, Comedians und Schauspieler dabei, die diese obskure Zahl möglich machen. Nichtsdestotrotz hab ich nach wie vor ein großes Interesse daran, die Leute wirklich kennenzulernen, mit denen ich per Social Network oder Blog Kontakt habe. Für die weitere Entwicklung eines solchen Kontaktes ist es mir grundsätzlich schon wichtig, mit welchem Menschen man es zu tun hat. Da man – gerade im Netz – den Leuten nur vor den Kopf schauen kann, ist es für mich eine logische Konsequenz, so viele Menschen wie möglich im "Real life" zu treffen, mit denen ich mich im Netz gern umgebe. Einmal, um sie besser einschätzen zu können, aber zum Anderen natürlich auch, weil ich glaube, es mit außergewöhnlich interessanten Bekanntschaften zu tun zu haben.
Mach ich mir Gedanken um Folgen, die z.B. Partyfotos im Internet haben können?
Logisch mach ich mir Gedanken. Das genau ist der Grund, wieso bestimmte Details meines Lebens ins Internet gelangen und der weitaus größere Teil eben nicht. Es ist auch ein Thema, welches ich hier gerne anschneide, wenn es sich anbietet. Ich denke nun mal, dass jeder – auch im Netz – seines persönlichen Glückes Schmied ist. Es wäre zu leicht, auf Datenkraken, personalisierten Werbeangeboten und undurchschaubaren AGBs rumzuhacken, wenn man von vornherein nicht in der Lage ist selbst abzuschätzen, welche Information im Internet mir persönlich Schaden zufügen könnte. Klar poste ich Partyfotos – bis zu einer bestimmten Grenze. Ich glaube nicht, dass man mich in – nach meinen Maßstäben – verfänglichen Situationen ablichten kann, weil ich – ebenfalls nach meinen Maßstäben – nicht wirklich in verfängliche Situationen gerate. Dennoch habe ich im Hinterkopf, dass meine Maßstäbe nicht die gleichen sein müssen, die z.B. mein Arbeitgeber anlegt, wenn er sich auf die Suche nach seinen Angestellten macht. Bevor ihr auf Google rumhackt, weil man Euch dort findet: IHR selbst habt es doch in der Hand, was man von Euch dort finden kann. Im eigenen Interesse sollte man vielleicht davon absehen, seine Kotzeskapaden der letzten Party zu bloggen und sie mit Bildern glaubhaft zu gestalten. Man sollte auch nicht jede Bettgeschichte namentlich bei youporn zugänglich machen. Denkt einfach drüber nach, was Euer Partner, Euer Kind, Eure Mutter, Euer Chef oder Eure besten Freunde besser nicht über Euch wissen sollten, denn so ziemlich alle bewegen sich im Netz und können – egal ob absichtlich oder zufällig – über diese Dinge stolpern. In einem Social Network bewegen sich nun mal nicht nur die Leute, von denen Ihr wollt, dass sie bestimmte Informationen über Euch finden. Es wimmelt dort auch von Menschen, die Euren Content so befremdlich, peinlich oder witzig finden, dass sie keine Sekunde warten werden, es einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen. Na und dann freut Euch mal jetzt schon auf den nächsten Arbeitstag, die nächste Geburtstagsparty oder das nächste Treffen mit der Freundin.
Nachdem ich nun alle vorgegebenen Fragen beantwortet habe, greife ich explizit den letzten Punkt nochmal auf, denn der scheint für mich existentiell wichtig zu sein, was unsere Präsenz in Social Networks angeht. Ihr seid nicht im luftleeren Raum mit Euren Informationen. Im Gegenteil: Jeder kann Euch sehen, jeder kann Euch finden – also achtet bitte drauf, was Ihr preisgeben wollt. Ihr geht ja auch nicht halbnackt einkaufen, besoffen zur Arbeit, oder mit der Geliebten zur Freundin. Das Internet vergißt nicht, was es einmal gefunden hat. Bevor man über das Übermitteln von Daten, über Google, über personifizierte Werbung u.ä. herzieht, muß man sich selbst hinterfragen. Wenn man das tut, darf man sich auf eine tolle Internet-Zukunft freuen, so viel kann ich wohl versprechen.




