Wenn man sich so durch das Internet liest, muß man das Gefühl bekommen, dass Internet/Computer uns komplett verblöden lassen. Ich selbst hab meine persönliche Meinung zu Leuten, die intensiv in irgendwelchen Flirt-Chats unterwegs sind und diese Meinung ist sicher nicht die allerbeste und sicher hab ich diese Meinung auch nicht exklusiv.
Dazu kommen dann durchgeknallte Attentäter, die sich zumindest laut Medien niemals so entwickelt hätten, wenn sie nicht Counterstrike o.ä. zocken würden in Verbindung mit dem Hören von Slipknot-CDs. Apropos Online-Games: Auch World of warcraft gehört natürlich zu diesen "gefährlichen" Games, die dem Nutzer wertvolle Ressourcen wie Zeit, Hirn und im Endeffekt Lebensgefährten entziehen – ebenfalls laut der von mir so wahrgenommenen Berichterstattung.
Außerdem macht das Internet süchtig, einsam, verschlechtert unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten usw usf. Egal, ob ich mit meinem Vater, vielen Arbeitskollegen oder generell mit Menschen diskutiere, die wenig Internetaffinität/-Erfahrung mitbringen, komm ich mir vor als kämpfe ich gegen Windmühlen mit meinen positiven Ansichten.
Schön, dass da jetzt sogar eine Studie belegt, dass das Internet oder der Computer an sich nicht per se der Teufel ist. Zusammen mit Fujitsu Siemens Computers hat nämlich die Initiative D21 eine Studie durchgeführt, die sogar belegen kann, dass Kinder zwischen 5 und 15 Jahren größere Lernerfolge aufweisen können, wenn sie einen Computer nutzen können und möglichst auch noch über Internet verfügen. Demnach können Kinder, die zuhause Zugang zu digitalen Medien haben, Lernerfolge vorweisen, die bis zu 26% über denen von nicht vernetzten Kindern liegen.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es natürlich eine Vielzahl von Beispielen gibt, die vielleicht eher das Gegenteil glauben lassen. Aber – und das sind diese Dinge, die ich scheinbar immer und immer wieder meinem Umfeld erklären muß – das Internet ist nicht schuld daran, wenn Knuddelmaus82 zum achten Mal in 6 Wochen von irgendwelchen Chat-Bekanntschaften verarscht wird, wenn eine Beziehung dank intensiven WoW-Zockens in die Brüche geht oder wenn jemand sich online zum kollektiven Selbstmord verabredet. Würde ich jemandem eine Ohrfeige geben, ist ja auch nicht meine Hand daran schuld, sondern ich.
Es wird viel auf den neuen Technologien rumgehackt, egal ob es Handys, Navis, das Internet oder was auch immer betrifft. Wichtig ist aber doch – und das ist ja bei fast allem im Leben so – was man aus den Möglichkeiten macht. Klar kann ich Tag für Tag im Internet versacken und pure Prokrastination betreiben, aber wenn ich will, kann ich mich informieren, mich weiterbilden, Kontakte knüpfen oder vertiefen und all das, was das Internet für mich persönlich wertvoll macht.
Schade nur, dass ich den Menschen, die hier regelmäßig mitlesen das nicht erklären muss während ich die Leute, die es noch begreifen müssen, hier sicher nicht erreiche.




