Nicht nur ich verfolge die Entwicklung Facebooks in Deutschland mit Argusaugen. Zum Einen interessieren mich Social Networks insgesamt - und zum Anderen hat Facebook einfach eine andere Aufmerksamkeit verdient als irgendwelche anderen halbgaren Studentennetzwerke.
Daher freu ich mich auch, wenn man bei Facebook hin und wieder auf den deutschen Markt schielt und feststellt, dass hier noch Einiges geleistet werden muß, will man auch nur annähernd den Erfolg bestätigen, den man andernorts problemlos erlangen konnte.
Einen dieser Versuche wird Facebook in Kürze starten und dazu haben sie sich ein deutschsprachiges Startup namens smaboo ausgesucht. Wenn man sich mit diesem Schweizer Unternehmen auseinandersetzt, stößt man zwangsläufig auf den Begriff "embedded branding". smaboo fährt Werbekampagnen und setzt da bewußt auf Studenten, die in den Mittelpunkt dieser Kampagnen rücken.
Das kann so aussehen, dass man als Student Werbung auf seinem Notebook platziert.
Das Startup, dessen deutsche Niederlassung in Berlin beheimatet ist, arbeitet auf diese Weise bereits mit einigen namhaften Partnern zusammen - beispielsweise Microsoft, Langenscheidt und Debitel.
Ab dem 15.Oktober nun fragt smaboo: "Warum nicht blau machen?" und richtet sich mit dieser Frage an Facebook-Fans, die im Rahmen dieser neuen Kampagne Mitstudenten für Facebook begeistern sollen.
In ähnlicher Weise haben es seinerzeit die Jungs von StudiVZ ja auch schon mal versucht - die Netzwerk-Botschafter heissen dort "Campus Captains" und erfüllten ihren Zweck scheinbar recht gut.
Nun also die Premiere: Facebook macht etwas, was das StudiVZ vorher schon durchgeführt hat - gewohnt sind wir das ja umgekehrt. Die Aktion macht in meinen Augen jedenfalls absolut Sinn - schließlich platziert man die Werbung inmitten der Zielgruppe.
Während die Campus Captains jedoch ehrenamtlich unterwegs waren, gibt es für Facebook-Botschafter etwas zu gewinnen: Es wird zunächt zu zwei Kickoff-Veranstaltungen eingeladen - einmal nach München und natürlich in die Hauptstadt Berlin. Diese beiden Städte liefern sich in der Folge die Schlacht um eine große Party, die in der Siegerstadt ausgetragen wird. Man kann ziemlich smarte Gadgets abgreifen (zB Wii oder iPhone) und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, winkt sogar ein Flug nach Palo Alto ins Facebook-Headquarter - eventuell sogar mit der Chance auf ein Praktikum beim größten Social Network der Welt.
Letzteres wäre sicher die Eintrittskarte in einen richtig, richtig guten Job. Schlecht verdient man dort sicher nicht - umsonst hat es Facebook-Gründer Zuckerberg nämlich sicher nicht in die neue Forbes-Liste der reichsten Menschen der Vereinigten Staaten geschafft.
Meine Einschätzung: Wenn ein ambitioniertes Startup mit einem hoch gelobten Konzept mit einem der dem erfolgreichsten Social Network zusammenarbeitet, kann man davon ausgehen, dass wir es mit einer win-win-Situation zu tun haben. Gewinner wird Facebook sein, smaboo auch - und nicht zuletzt wir Facebook-User, denn natürlich freu ich mich darüber, sollte Facebook dadurch neue Anmeldungen generieren können - erst recht, wenn es sich dabei um Umsteiger vom missratenen Klon handelt



