23 Okt, 2008
Facebook: 35 Jahre Haft für sexuellen Missbrauch
Posted by: Casi In: Social Networks| World wide web
Das kommt davon, wenn man unverschämt viele User auf seinem Social Network begrüssen kann: Bei einer dreistelligen Millionen-Zahl an Facebook-Nutzern ist es wenig verwunderlich, wenn sich darunter das ein oder andere Schaf befindet. Noch vor wenigen Tagen hab ich über einen Fall aus England geschrieben, in dem sich ein gehörnter Ehegatte nicht ganz fein mit seiner Frau auseinandergesetzt hat, nachdem er via Facebook erfahren durfte, dass sie sich dort als Single präsentiert.
Jetzt ist ein weiterer Fall bekannt geworden, dieses Mal in Chicago in den Vereinigten Staaten. Ein 25jähriger Mann, der nicht das erste Mal auffällig wurde, hackte einen Facebook-Account und nahm darüber Kontakt zu einem anderen, minderjährigen Facebook-User auf und misshandelte ihn wiederholt sexuell.
Das ist wohl der erste Fall, in dem das Hacken eines Facebook-Kontos Ausgangspunkt einer Straftat war, welch zu einer Verurteilung führte. Die Tatsache, dass ein Social Network am Anfang einer solchen Gewaltkette steht, find ich übrigens nicht weiter verwunderlich. Menschen geben alle möglichen und unmöglichen Dinge von sich preis, vertrauen Menschen, welche sie nie zuvor real gesehen haben, ja verlieben sich sogar nicht selten in Menschen, die sie nie zuvor gesehen haben. Demzufolge musste irgendwann mal so etwas passieren, dem Gesetz der Zahl folgend.
Wenn man von der schönen, neuen Internetwelt schwärmt, die uns alle so toll untereinander vernetzt, uns in Sekunden Nachrichten oder Daten austauschen lässt und uns auch viele andere Dinge ermöglicht, darf man nicht außer acht lassen, dass es auch immer wieder unzählige Personen geben wird, die sich unsere Leichtgläubigkeit, irgendwelche Sicherheitslücken und nicht zuletzt die Anonymität des Internets zunutze machen für ihre Machenschaften jenseits des Erlaubten.
So wusste jüngst ein Freund von mir - Netzwerkadministrator in einer Software-Firma - von einem Kongreß zu berichten, in dessen Rahmen auch ein Sicherheitsexperte einen Vortrag hielt. Er machte auf eine zuletzt öfter angewandte Einbruchs-Strategie aufmerksam, die immer ihren Ausgang bei Social Networks gefunden haben. Nichts ist doch angenehmer für den Zeitgenossen mit genügend krimineller Energie, als in ein Haus einzusteigen, dessen Besitzer über StudiVZ, Facebook oder MySpace groß angekündigt hat, dass er aufgrund eines Seychellen-Urlaubs in den nächsten 14 Tagen nicht online ist. Ist dieser Mensch in ein örtliches Telefonbuch eingetragen, ist es lediglich die Arbeit von Sekunden, bis der Einbrecher die Adresse ermittelt und sich sogar die exakte Wegbeschreibung ausgedruckt hat. Dank Google-Diensten wie Google Earth, Google Maps und zukünftig auch Street View kann man sogar vor dem heimischen Monitor bereits die Nachbarschaft des ausgesuchten Hauses erkunden.
Statt auf Google zu schimpfen wegen eben jener Dienste, appelliere ich lieber wieder gebetsmühlenartig an die Vernunft der Internetnutzer. Wählt Eure Passwörter sorgfältig aus und Ihr minimiert das Risiko, dass Euer Facebook-Account gehackt wird - und überlegt Euch lieber vorher gründlich, ob Ihr jedes Mal via Statusmeldung zu Raubzügen in Eure eigenen vier Wände einladet.



