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01 Nov, 2008

EMI und Warner starten Datz Music Lounge

Posted by: Casi In: e-commerce

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Neue Musikportale braucht das Land!

Zumindest England, denn exklusiv dort startet nun eine neue Variante. Unter dem Namen Datz Music Lounge tun sich zwei der Branchen-Schwergewichte zusammen, um eine Musikflatrate anzubieten. Wer jetzt einwirft:"Musikportal, Musikflatrate – gibt’s doch alles schon!", dem möchte ich antworten:"Jein!" Klar schiessen die neuen Angebote wie Pilze aus dem Boden und auch Flatrates gibt es mittlerweile verschiedene, aber auf das wirklich wahre Angebot warten wir immer noch.

Ob gerade die EMI und Warner jetzt das Ei des Columbus für sich beanspruchen können, sei erst mal dahingestellt. Die nackten Eckdaten:

  • Kosten für 1 Jahr: 99 £ (ca. 126 €)
  • 2 von 4 der großen Music-Labels sind dabei
  • mit der Beggars Group (Beggars Banquet, Rough Trade, 4AD,…) ist auch eine ganz wichtige Independent-Labelgruppe mit an Bord
  • Verhandlungen mit den anderen beiden Großen (Universal, Sony) laufen bereits
  • ca. 2,5 Millionen verschiedene Einzelsongs im mp3-Format derzeit verfügbar

Dazu noch ein ganz wichtiger Satz von den Machern selbst:

It’s all 100% legal, 100% original and 100% yours to keep.

D.h. dem Käufer werden keine DRM-Fesseln angelegt und er kann für seine 126 Euro alle Songs behalten, die er in dem Jahr runtergeladen hat. Man benötigt eine Software und erhält einen USB-Dongle, der einen dann dazu berechtigt, auf maximal zwei verschiedenen Rechnern auf Datz zugreifen zu können.

Leider wird die nicht-britische Welt sich noch gedulden müssen, wenn sie dieses Projekt als interessant einstuft. Erst Anfang nächsten Jahres will man überprüfen, wie erfolgreich das Portal läuft und danach entscheiden, ob man den Service auch in anderen Ländern anbieten will. Ebenfalls vertröstet werden die Mac OS-User. Glücklicherweise hat man für die jedoch mit dem 1.Dezember bereits einen Termin im Auge.

Datz Music Lounge behält sich übrigens (logischerweise) die Option offen, im nächsten Jahre die Preise anzuziehen. Bleibt natürlich abzuwarten, ob die Flatrate sich auch dann noch rechnet, wenn Hardcore-Musikfans jeden Tag Hunderte von Songs runterladen und spätestens nach einem Jahr auf eine ausreichend große Musikbibliothek blicken können und deshalb die Mitgliedschaft für ein weiteres Jahr nicht mehr benötigen.

Mich persönlich würde interessieren, ob die nur jährlich mögliche Zahlweise eventuell abschreckend auf das anvisierte, jüngere Publikum auswirkt im Gegensatz zu einer monatlich zu entrichtenden Summe. Aber das sind Dinge, die sich erst noch zeigen werden in der nächsten Zeit. 

Es bleibt jedenfalls festzuhalten, dass es immer noch nicht die einzigartige, sensationelle Lösung für Downloads gibt – aber die Einschläge kommen deutlich näher :)

 

 

 

 

  • Andererseits könnte diese Möglichkeit das Angebot unter Jugendlichen gerade populär machen. Das könnte wiederum Marketingkosten sparen helfen. Vielleicht rechnet es sich dann doch über die Masse.

    Die Zahl derer, die es übertreiben (und die als Kunden dann ein Minus bringen), ist vielleicht doch überschaubar bzw. darauf kommt es dann an.
  • Das ist genau der Punkt, Oliver - diese Möglichkeit des Account-Sharings oder wie man es nennen mag, wird dazu führen, dass dieses Angebot vielleicht nächstes Jahr schon wesentlich höher ausfallen könnte. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich das für die Labels so rechnet...
  • Eine nur jährlich mögliche Abrechnung ist bestimmt ein ganz großes Hindernis bei den jungen Zielgruppen.

    So eine Flatrate ist im Grunde eine super Sache. Aber rechnet sich das mit dem Preis auch, wenn sich nur jeweils einer aus dem Freundeskreis das Abo holt und für alle Freunde die Downloads durchführt?

    Innerhalb eines Haushalts wird sich bestimmt sowieso nur jeweils einer das Abo holen.
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