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05 Nov, 2008

Well done, Mr. President – Obama hat’s geschafft

Posted by: Casi In: Social Networks|World wide web

 Wer nicht gerade auf dem Mars wohnt, dürfte keine Chance haben, dem Thema des Tages entkommen zu sein.

Barack Obama ist neuer Präsident der Vereinigten Staaten!

Was für uns Deutsche irgendwie schon längst ziemlich klar schien, ist nun auch in den USA Wirklichkeit geworden. Die Vokabel "Erdrutschsieg" wird viel verwendet um zu verdeutlichen, was da heute Nacht (CET) passiert ist. Es ist auch sicher nicht falsch oder gar überstrapaziert, von einem historischen Ereignis zu reden, dem wir da beiwohnen dürfen. In den Geschichtsbüchern wird die Wahl Obamas seinen Platz finden auf Augenhöhe mit Ereignissen wie dem Mauerfall und die Tragweite – gerade für ein Land mit dieser Geschichte – ist vielleicht noch viel größer, als wir es derzeit erahnen können.

Für mich als Zweipunktnull-Minister für Social Networks, Microblogs und dem Web 2.0 generell war diese Wahl auch unter diesem Gesichtspunkt ein Wendepunkt der Geschichte. Mit Barack Obama hat der Mann gewonnen, der wie kein Zweiter wusste, wie er das Internet für seine Zwecke zu nutzen hatte.

Er betreibt sein eigenes Social Network, führt den beliebtesten Twitter-Account weltweit und hat auch sonst keine Gelegenheit ausgelassen, um auch oder gerade im Netz die Massen zu mobilisieren. Auf diesem Weg hat er viele Erstwähler, aber auch viele andere internetaffine Menschen für sich gewinnen können und dazu beigetragen, dass es diese ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung geben konnte. Ebenfalls auf diesem Weg konnte er diese galaktischen Spendensummen generieren, weil er nicht auf hohe Beträge von wenigen Reichen US-Amerikanern angewiesen war, sondern unzählige kleinere Spenden aus allen Schichten der Bevölkerung erhalten hat.

Bleibt abzuwarten, ob die deutschen Politiker, die sich scheinbar fast kollektiv die Nacht um die Ohren gehauen haben – daraus irgendwas gelernt haben. Wir brauchen nicht zwingend einen schwarzen Politiker, um selbst eine solche Stimmung entfachen zu können, aber es muss definitiv jemand kommen, der frischen Wind in dieses verstaubte Konstrukt Bundestag bringt. Jemand, der ebenfalls weiß, wie man die Menschen erreicht und abholt. Jemand, der bei allen Visionen nicht vergißt, auch unschöne und unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wenn sie der Sache dienlich sind und dieses auch der Bevölkerung zu verkaufen weiß. Genau das hat Barack Obama nämlich bei seiner sensationellen Rede getan. Er hat direkt klar angesagt, dass es auch Fehlstarts und Schwierigkeiten geben wird, aber er immer genau zuhören will, was ihm sein Volk zu sagen hat.

Das ist wie bei unseren Fußballvereinen im Ruhrpott: Es kann ruhig mal ein Spiel daneben laufen, aber die Fans wollen sehen, dass Du malochst und Dir den Arsch abrennst. ;)

An uns – also der Schnittmenge aus Wählern, potentiellen Wählern, Internetnutzern, (Deutschland-)Politikverdrossenen – soll es sicher nicht liegen. Egal ob in den Blogs oder via Twitter gab es fast nur dieses eine bestimmende Thema. Stellvertretend für unzählige Blogs, die sich mit Barack Obamas Erfolg auseinandersetzen möchte ich auf Robert Basic verweisen, der sich die Nacht um die Ohren geschlagen hat und sich mitten in die die Medienströme gestürzt hat, um es in seinem Blog festzuhalten und den Gewinner der Wahl um Fünf Uhr zu verkünden.

Für diejenigen unter Euch, die es irgendwie geschafft haben, die Rede von Obama zu verpassen – hier ist sie nochmal(gefunden bei mashable):

 

Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang bleiben, dass John McCain ebenfalls eine vielbeachtete und starke Rede gehalten hat und darin auch von Barack Obama als seinem Präsidenten gesprochen hat.

Mich interessiert am Rande übrigens eine Sache: Seit wann ist es hierzulande nicht mehr verpöhnt, einen schwarzen Menschen eben auch als schwarzen Menschen zu bezeichnen? Ich hab diese künstliche Aufregung nie verstanden, wenn man "Schwarzer" statt "Farbiger" oder "Afro-Amerikaner" oder was auch immer gesagt hat. Mittlerweile hat sich das aber wohl etabliert, oder? Vielleicht wird unser Volk ja tatsächlich langsam ein wenig entspannter ;)

 

Hier noch ein ganz frischer Link zu einer FriendFeed-Politik-Gruppe, in der es einige interessante Links zum Thema gibt, reingestellt von PR-Blogger Klaus Eck.

Update: Kleiner Hinweis an die SZ und alle anderen, die uns mit beknackten Klick-Strecken foltern: So kann eine richtig geile Bildstrecke aussehen! Ebenso schön anzuschauen: Ausgesuchte Titelseiten verschiedenster Zeitungen rund um die Welt

(Beides gefunden bei ugugu)

 

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  • http://www.frauen-sites.de JuliaGulia

    Das Wort Erdrutsch taugt mir gar nicht. Zu brachial, zu gewältätig, zu zerstörend. Ist er doch in Wahrheit für sanfte aber bestimmende Politik und für Frieden und Ordnung und nicht für Krieg, Katastrophen und Verwirrung.
    @Bastelschubla: Das Original gibt´s bei Spiegel Online. Direkt dort suchen oder auf http://www.frauen-sites.de auf den Link clicken – falls Du es nicht eh schon gefunden hast.

  • http://www.frauen-sites.de JuliaGulia

    Das Wort Erdrutsch taugt mir gar nicht. Zu brachial, zu gewältätig, zu zerstörend. Ist er doch in Wahrheit für sanfte aber bestimmende Politik und für Frieden und Ordnung und nicht für Krieg, Katastrophen und Verwirrung.
    @Bastelschubla: Das Original gibt´s bei Spiegel Online. Direkt dort suchen oder auf http://www.frauen-sites.de auf den Link clicken – falls Du es nicht eh schon gefunden hast.

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    @JuliaGulia – Sei nicht zu hart zu den Medien, die diesen Begriff genutzt haben. Es bezeichnet ja nur die Art und Weise des Zustandekommens dieses Ergebnisses in seiner ganzen Klarheit und nicht Obamas Politik.
    Aber danke für Deinen Kommentar und den Link – und weiterhin viel Spaß beim Guitar Hero-zocken ;)

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    @JuliaGulia – Sei nicht zu hart zu den Medien, die diesen Begriff genutzt haben. Es bezeichnet ja nur die Art und Weise des Zustandekommens dieses Ergebnisses in seiner ganzen Klarheit und nicht Obamas Politik.
    Aber danke für Deinen Kommentar und den Link – und weiterhin viel Spaß beim Guitar Hero-zocken ;)

  • TuraNiko

    Abgesehen von dem gebürenden Lob für die eloquente und völlig berechtigte Begeisterung für Barak Obama hab ich mir auch die Frage gestellt ob ich jetzt endlich “Schwarzer” sagen darf. Und es scheint in Zeiten von Begeisterung und Hoffnung für die Weltpolitik scheint sich sogar unser verkniffenes Volk nicht mehr um diese Frage zu kümmern. *freude*

  • TuraNiko

    Abgesehen von dem gebürenden Lob für die eloquente und völlig berechtigte Begeisterung für Barak Obama hab ich mir auch die Frage gestellt ob ich jetzt endlich “Schwarzer” sagen darf. Und es scheint in Zeiten von Begeisterung und Hoffnung für die Weltpolitik scheint sich sogar unser verkniffenes Volk nicht mehr um diese Frage zu kümmern. *freude*

  • Peter Begemann

    Obama ist tatsächlich auch der erste Präsident des Internets, wenn man das so ausdrücken will. Allerdings muss man auch sagen, dass es nicht so ist, dass er das Internet irgendwie “zwanghaft” benutzt hat, um cool zu sein, sondern dass es ganz natürlich ein Teil seiner Kampagne war – quasi als ob er selbst ein digital native wäre. DAS ist vielleicht das innovative daran. Wenn man sich dagegen ansieht, wie Merkel und Co. verkrampfte Podcasts inszenieren und doch wieder nur normale TV-Ansprachen in Webcams halten, dann möchte man nur noch mit dem Kopf schütteln. Obamas Strategie geht auf, denke ich Zum Weiterlesen: http://www.welt.de/politik/article2657010/Die-zehn-Erfolgsstrategien-des-Barack-Obama.html

  • Peter Begemann

    Obama ist tatsächlich auch der erste Präsident des Internets, wenn man das so ausdrücken will. Allerdings muss man auch sagen, dass es nicht so ist, dass er das Internet irgendwie “zwanghaft” benutzt hat, um cool zu sein, sondern dass es ganz natürlich ein Teil seiner Kampagne war – quasi als ob er selbst ein digital native wäre. DAS ist vielleicht das innovative daran. Wenn man sich dagegen ansieht, wie Merkel und Co. verkrampfte Podcasts inszenieren und doch wieder nur normale TV-Ansprachen in Webcams halten, dann möchte man nur noch mit dem Kopf schütteln. Obamas Strategie geht auf, denke ich Zum Weiterlesen: http://www.welt.de/politik/article2657010/Die-zehn-Erfolgsstrategien-des-Barack-Obama.html

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