zweipunktnull.org

06 Nov, 2008

CaptchaAd – Zu schön, um wahr zu sein?

Posted by: Casi In: Blogs| Start up| e-commerce

 Sind wir nicht alle captcha-geplagt? Zumindest die meisten von uns.

Wer nicht genau weiß, was mit "captcha" gemeint ist, dem sei kurz erklärt, dass es sich hierbei um diese lästigen Grafiken handelt, die man häufig bei Social Networks, in Blogs und an tausend anderen Stellen im Netz findet, wo es gilt, einen Schutz vor Spam zu bieten. Die Grafik zeigt eine Kombination aus Zahlen oder Buchstaben an und durch das Abtippen dieser Zeichen gibt man sich als Internetnutzer aus Fleisch und Blut zu erkennen. Die Techniken werden immer ausgeklügelter und dummerweise auch oftmals immer schlechter zu lesen, weil natürlich auch die Spam-Bots weiterentwickelt werden. 

Jetzt kommt eine Alternative auf den Markt, die dieses System revolutionieren könnte.

CaptchaAdDas Kölner Startup CaptchaAd hat sich nämlich Gedanken gemacht, wie man diese Abfragen absolut bot-sicher machen kann und die Lösung ist gleichermaßen simpel als auch genial: Man läßt einfach ein kurzes Video laufen und beantwortet eine Frage dazu. Dann kommt der absolute Clou: CaptchaAd bedient sich nicht eines beliebigen Videos, sondern schaltet gezielt Werbung in diesen kurzen Filmchen. Sehe ich also eine Werbung für ein Produkt, so kann Verschiedenes abgefragt werden: Der Produktname, der Hersteller, der Preis usw – somit ist es unmöglich für einen Bot, diese Abfrage auszutricksen und der Betreiber der Seite hat sich zusätzlich noch eine Werbemöglichkeit erschlossen.

Sensationelle Idee, aber wie ist die Ausführung? Ihr könnt entweder auf der Seite CaptchaAd selbst oder auch auf business-on diesen tollen Dienst testen. Das Video ist kurz, die Werbebotschaft als auch die Frage zum Produkt klar und es kostet mich im Endeffekt vermutlich weniger Zeit, als ein hieroglyphen-artiges Bild-Captcha zu entschlüsseln.

So sieht das dann in der Praxis aus:

CaptchaAd

CaptchaAd

CaptchaAd

Es ist genauso simpel, wie Ihr es auf den Bildern erkennen könnt. Die Werbung fällt auf, man setzt sich mit dem beworbenen Produkt zwangsläufig auseinander und dennoch wirkt es nicht annähernd so störend wie Pop-Up-Fenster oder andere Werbeformen im Netz. Somit gibt es Spamschutz und die Möglichkeit, sein Webangebot zu monetarisieren zugleich.

Mein Glückwunsch an Alexander Kraft, Michael Keferstein, Jan Phillip Hinrichs und Thomas Zumtobel – mit CaptchaAd scheint Euch der große Wurf gelingen zu können. Egal, ob ich Homepagebetreiber, Leser oder Werbender bin – ich gewinne immer. Das meint man wohl, wenn man von einer win-win-Situation spricht.

Weitere Beiträge zu CaptchaAd findet Ihr bei t3n und Alles2null.

 

  • Uwe
    Top Beitrag!
    Ich bin genauso begeistert von dieser Idee, ich hoffe auf einen großen Erfolg für die Kölner Jungs. ;-)
    Schon Mitte November könnten die ersten Plugins kommen hat mir Alexander Kraft erzählt...
    Gruß
    Uwe
  • Danke, Uwe :) Hauptsache, ein Wordpress-Plugin ist dann direkt am Start ;)
  • Prospero
    Total toll - vor allem für Leute mit Sehbehinderung oder Hörschwäche oder Tastaturen, die Brailleschrift haben...
    Ad Astra
  • @Prospero - Genauso toll wie alle anderen captchas, die ebenfalls nicht barrierefrei sind. Dem gegenüber stehen die von mir oben beschriebenen Vorteile. Das mit der Hörschwäche musst Du mir übrigens nochmal erklären. Die abgefragten Produkte bzw Namen kann ich im Video auch ohne Ohren ganz gut erkennen... Und "Leute mit Sehbehinderung" und "Tastaturen, die Brailleschrift haben" geht argumentativ doch schon ein wenig in die gleiche Richtung, oder?
  • Okay, ich oute mich hier erst mal als einer der CaptchaAd Gründer. Bevor es wilde Gerüchte gibt warum ich darüber so viel weiß ;-)
    Na, was die Behinderungen angeht, so hat unser System auf jeden Fall Vorteile. Denn gerade jemand der schlecht sieht hat bei einem Lauftext eine viel größere Chance diesen zu erkennen. Bei den bis zur Unkenntlichkeit verformten Buchstaben ist das doch sehr schwer. Zumal bei CaptchaAd Antworten gegeben werden müssen, die logisch sind. Auch wenn ich nicht alles lesen können sollte so weiß ich doch, wie Waschmaschine geschrieben wird – sollte danach gefragt werden. Bedeutet, ich benötige als Mensch weniger Informationen um dies zu verstehen. Und als blinder Nutzer kann ich zumindest vom Ton partizipieren und daraus das Lösungswort erkennen. Dies wird mit der nächsten Generation der Clips kommen. Wir denken in der Tat auch an die Menschen mit Behinderungen.
blog comments powered by Disqus

Follow me

Follow Me!

Google Friend Connect

Roccatune