Vor einigen Tagen hab ich den Ereignissen mal ein wenig vorgegriffen und habe mein MySpace-Profil mithilfe der kanadischen MySpace-Seite bearbeitet. Dafür, dass ich nur wenige Minuten investiert habe in den Profil-Umbau, war ich echt zufrieden damit, was sich geändert hat. Dazu muß man natürlich auch sagen, dass ich eh nicht der Freund von diesen unzähligen vorgefertigten Glitzer-Blink-Designs bin und lieber selbst am Design bastel. Jetzt kann man diese Option auch in Deutschland wahrnehmen, und anhand von e-mails und Kommentaren im Blog kann ich davon ausgehen, dass auch tatsächlich eine Menge Leute neugierig sind auf dieses neue Feature.
Statt euphorischen Jubelschreien gibt es aber eher Enttäuschung, Wut und den Wunsch, ganz schnell wieder das alte Profil zurückzubekommen und ausgerechnet das scheint auf den ersten Blick eine nicht leicht zu nehmende Hürde zu sein.
Es ist klar, dass es nicht auf Anhieb auf ungeteilte Begeisterung stößt, wenn sich das Design eines über Jahre vertrautem Angebotes ändert, das mussten schließlich auch andere Netzwerke wie Facebook oder last.fm erkennen, denen der scharfe Wind des Protestes entgegenwehte. In diesem Fall muß man allerdings sagen, dass man MySpace nicht mit den obengenannten Networks vergleichen kann. Das individuelle Design mag oftmals augenkrebserzeugend sein, de fakto mögen aber unzählige MySpace-Nutzer genau aus diesem Grund dieses Social Network. Es gibt eine Vielzahl von oftmals auch echt toll designten Profilen, die man kinderleicht in seine Seite einbinden kann. Während Facebook beispielsweise – ähnlich wie MySpace ja auch – hauptsächlich im funktionellen Bereich nachgebessert hat und so das ursprüngliche Layout logisch weiter entwickelt hat, fallen bei MySpace mit der Umstellung auf Profile 2.0 hunderttausende Profil-Layouts weg und können nur durch eine Handvoll vorgegebener Styles ersetzt werden.
Logischerweise kann man – auch ohne HTML-Kenntnisse nun sehr individuell an dem Design arbeiten, Fakt ist aber, dass sich viele MySpace-User nicht lange in dieses Layout-System reinfuchsen wollen, sondern gerne Ihr altes Profil behalten oder bestenfalls modifizieren möchten. Ich schätze mal, dass es eine Weile dauern wird, bis es eine vernünftige Zahl an vorgefertigten 2.0-Layouts gibt. Bis es so weit ist, ist also guter Rat teuer.
Ich kann denjenigen, die mit dem Switch auf Profile 2.0 liebäugeln nur raten, dass man sich die notwendige Zeit nimmt, um sich mit dem neuen System vertraut zu machen. Ich finde es sehr logisch aufgebaut, intuitiv zu bedienen und man kann durchaus gute Ergebnisse in kurzer Zeit erzielen. Solltet Ihr allerdings an Eurem alten Design hängen, öfters auf neue vorgefertigte Themes zurückgreifen oder aus x-beliebigen Gründen keine Lust haben, Euch mit der Gestaltung des Layouts auseinanderzusetzen, dann wartet vielleicht noch mit dem Wechsel. Derzeit kann ich noch nicht sagen, wie lange man auf beide Möglichkeiten zugreifen kann, aber man kann davon ausgehen, dass es wie bei der Konkurrenz auch nur eine Übergangszeit ist und man in Zukunft nur noch mit der Version 2.0 auskommen muss.
Wer es allerdings ausprobiert und angesichts des verheerenden Ergebnisses die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, gibt es momentan zumindest noch die Möglichkeit, zum alten Profil zurückzukehren. Ich muss zugeben, dass man diese Funktion aber wesentlich besser und deutlicher hätte platzieren können, denn auf den ersten Blick ist sie alles andere als eindeutig zu erkennen.
Falls Ihr also in dieser unangenehmen Situation seid, ein komplett unbefriedigendes Profil angelegt zu haben, der klickt in der Menüleiste auf "Profil bearbeiten". Oben rechts findet sich ein Link namens "anpassen". Wenn man darauf klickt, kommt man in den Editor und der bietet – ebenfalls oben rechts – die Option "Zurücksetzen". Mit einem Klick darauf sollte dann alles wieder beim alten sein – toi toi toi
Update: Hier steht mein ausführlicher Beitrag, wie man gegebenenfalls wieder zum alten Profil zurückkehren kann!!



