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11 Nov, 2008

Bringt Nimbuzz das StudiVZ wieder in die Spur?

Posted by: Casi In: Social Networks| Start up| zweipunktnull

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Nimbuzz

Erst gestern gab es die neuesten Zahlen der IVW, die belegen, dass der ins Taumeln geratene Social Network-Riese StudiVZ sich wieder stabilisiert hat.

Die Klickzahlen erholen sich wieder und obwohl sich wer-kennt-wen mittlerweile schon ziemlich auf Augenhöhe befindet mit dem StudiVZ, kann man im Verbund StudiVZ/meinVZ/schuelerVZ weiterhin ganz klar die Marktführerschaft behaupten. Wer sich spezieller dafür interessiert, wie es um die "Volks"-Social Networks bestellt ist, sollte sich unbedingt Roberts Beitrag bei Basic Thinking dazu durchlesen, der wieder mal die allgemein ausgerichteten Netzwerke in den Mittelpunkt seiner Recherche gerückt hat. Bei den Volksnetzwerken kann man für den abgelaufenen Monat Oktober erkennen, dass meinVZ mittlerweile an der Position der Lokalisten kratzt, beide aber meilenweit hinter wer-kennt-wen zurückliegen.

Was das StudiVZ heute aber eigentlich für mich interessant macht, ist der Partner namens Nimbuzz. Der für den VZ-Plauderkasten verantwortliche Dienst war schon mal Thema bei zweipunktnull in meinem Artikel "StudiVZ macht mobil – mit dem Plauderkasten". Ich will ja nicht auf den Putz hauen (hmm, eigentlich doch ;) ), aber bereits in diesem Artikel vermutete ich, dass das wahre Highlight am Plauderkasten ist, dass es von Nimbuzz bereitgestellt wird (und somit für die mobile Entwicklung des VZs noch entscheidend wird).

Nimbuzz unter WindowsDieses holländische Startup weiß dadurch aufzufallen, dass man eine Applikation entwickelt hat, welche neben unzähligen Social Networks wie Facebook und MySpace auch Messenger wie Jabber, ICQ, MSN und Skype miteinander vernetzt und in einem einzigen Fenster aufbereitet.

Auf dem nebenstehenden Screenshot seht Ihr die Windows-Version von Nimbuzz. Wesentlich interessanter – Multimessenger gibt es ja nun doch schon einige – ist allerdings die Ausrichtung auf mobile Geräte.

So ist die Nimbuzz-Software in verschiedenen Versionen für S60 oder als Java-Applikation erhältlich und mittlerweile auch für Windows mobile. Insgesamt werden bereits über 1000 verschiedene Handy-Fabrikate unterstützt. An der Unterstützung für das iPhone arbeitet man derzeit noch.

Man bietet aber nicht "nur" einen Chat-Client für Mobiltelefone an, sondern schließt in sein Rundumpaket um die Kommunikation auch kostenlose mobilVoIP-Gespräche, Gruppen-Chats und Dateiversand mit ein.

Heute nun erhielt ich eine Pressemitteilung von Nimbuzz, in welcher erklärt wird, dass man mit dem heutigen Tag offziell eine erste kommerzielle Partnerschaft – eben mit dem StudiVZ - eingeht. Diese schließt ausdrücklich neben dem VZ-Plauderkasten auch die mobile Unterstützung für das Social Network ein. 

Somit kann ich als StudiVZ-Nutzer nun auch via Handy sehen, welche meiner Online-Freunde gerade eingeloggt sind und mit ihnen in Kontakt treten. 

Die dazu nötigen Web- und Mobilclients für die StudiVZ-User gehen heute an den Start. Allerdings konnte ich die Download-Seite unter StudiVZ nicht ausfindig machen – vielleicht passiert das erst im Laufe des Tages. Aber die Clients könnt Ihr ja eh auf der Nimbuzz-Seite downloaden und dort finden sich dann auch noch viele weitere Infos über Nimbuzz.

Die Installation auf dem Handy ging übrigens kinderleicht, aber wie auch Mike Butcher von TechCrunch bin ich nicht sicher, ob die Applikation für eine Mobil-Anwendung nicht etwas zu groß geraten ist.

Sobald ich mir eine mobile Flatrate zugelegt habe, werde ich Nimbuzz noch einmal ausführlicher unter die Lupe nehmen. Optimistisch stimmt mich die Ankündigung, dass weitere Netzwerke folgen werden. Das StudiVZ würde für mich nämlich nicht gerade das Buchen einer mobilen Flatrate rechtfertigen ;)

Das StudiVZ verspricht sich durch diesen Deal natürlich auch weitere Einkünfte, wie der neue VZ-CEO Dr. Clemens Riedl verlauten läßt:

Die eindrucksvolle Lösung von Nimbuzz bietet uns nicht nur eine zusätzliche Einkommensquelle, sondern ermöglicht die nahtlose Erweiterung unseres Produkts, um die Echtzeit-Kommunikation auf unserer Plattform und auf dem Mobiltelefon zu ermöglichen.

Weiter heißt es dazu in der Pressemitteilung:

Durch die Partnerschaft mit StudiVZ geht Nimbuzz eine Abmachung über die Einnahmeaufteilung für die Einkünfte aus Werbeanzeigen ein, die als Bestandteil der Werbungsmöglichkeiten der sozialen Netzwerke verkauft werden.

Das – gerade von mir – vielgescholtene StudiVZ macht heute einen kleinen Schritt in Richtung Monetarisierung und einen erheblich größeren in Richtung mobiles Internet. Auf diesem Weg könnte sich also die Geschichte in Deutschland wiederholen und erneut das StudiVZ den technisch anspruchsvolleren Netzwerken davonziehen.

Es bleibt allerdings nun abzuwarten, welchen Weg Nimbuzz einschlagen wird. Behandelt man StudiVZ wie einen Premiumpartner oder stehen diese Entwicklungen in der gleichen Form auch für Facebook, MySpace und Co an? Sollte letzteres der Fall sein – was ich natürlich hoffe – wird es für das StudiVZ schwierig, sich auf lange Sicht den Social Network-Thron sichern zu können. (Wenngleich ich von einem entgültigen Abgesang hier vorläufig noch absehen möchte im Gegensatz zu Blogger-Kollege Uwe)

Ich kann natürlich die Funktionalität von Nimbuzz nicht beurteilen, ohne es in der mobilen Version getestet zu haben, aber gesetzt den Fall, dass der Client stabil läuft und alle Features funktionieren, dann könnte sich Nimbuzz zu einem echten Schwergewicht entwickeln auf einem Markt, der noch nahezu unerschlossen ist.

 

 

  • Danke für Deinen oberlehrerhaften Versuch, mir AJAX zu erklären, Dan - würdest Du hier länger mitlesen, wüsstest Du, dass ich bereits Anfang September das Einbrechen der Zahlen im Zusammenhang mit dieser Umstellung auf AJAX hier thematisiert habe. Das ändert nix daran, dass die Zahlen sich zuletzt nicht mehr so entwickelt haben, wie man es vom VZ gewohnt war, und das mein ich bereinigt um die ca 1 Milliarde Klicks, die durch die AJAX-Geschichte weggefallen sind.
    Come on, Blogleser können das besser :D
  • Dan
    Zum ersten Satz "die neuesten Zahlen der IVW, die belegen, dass der ins Taumeln geratene Social Network-Riese StudiVZ sich wieder stabilisiert hat" möchte ich anmerken, dass die IVW-Definition einer Page Impression solche Schlüsse gar nicht zulässt, weil sie AJAX nicht mitzählt. studiVZ hat einige Features (Fotoalbum, etc.) umgebaut und setzt mehr AJAX ein. Infolge dessen zählt z.B. das Ansehen von Fotos nicht mehr als Seitenaufruf, weil das eben die veraltete Zählweise der IVW nicht hergibt. Daraus kann man keineswegs schließen, dass studiVZ ins Taumeln geraten ist. Das Problem hat auch nicht nur studiVZ, sondern alle, die sich von der IVW messen lassen. Sehr AJAX-lastige Seiten wie GoogleMail würde die IVW als totalen Flop ausweisen. Schade ist nur, dass viele Journalisten diesen Zusammenhang immernoch nicht verstanden haben. Come on, Blogger können das besser :)
  • Es gibt nicht sehr viele tolle Clients für Mobiltelefone, mit denen man seine ICQ-Kontakte erreicht oder die von anderen Messengern. Nimbuzz hingegen kann das. Ich weiß, das spricht mehr für den Client als für dieses eher mäßige Network ;)
    Ich persönlich habe jedenfalls eine Menge "Freunde" in den verschiedenen Social Networks, von denen ich keine Handy-Nummer besitze.
    Darüber hinaus wollen weder Nimbuzz noch das StudiVZ ICQ an die Wäsche. Das VZ möchte seinen Claim abstecken bzw vergrößern und Nimbuzz zielt auf den mobilen Markt und hat sich dafür ICQ auch ins Boot geholt.
  • vonni
    Der Plauderkasten bei StudiVZ läuft nicht weil kaum online ist.

    Auch sehe ich keinen Sinn darin über's Handy mit Leuten in Kontakt zu treten, denen ich einfach eine SMS senden kann.

    Der Messenger-Markt bleibt daher weiterhin fest in ICQ-Hand.
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