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30 Nov, 2008

Twitter-Facebook-StudiVZ – wer heiratet nun wen?

Posted by: Casi In: Microblogs| Social Networks

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 Die Spekulationen hören nicht auf. Mal werden sie leiser, dann wiederum kann man sie gar nicht mehr überhören. Momentan ist wieder mal eher Letzteres der Fall. Wenn man die News um das Social Network Facebook verfolgt, werden meistens zwei Namen genannt: StudiVZ und Twitter.

Über das turi-2-Blog bin ich auf einen Bericht der Wirtschaftswoche aufmerksam geworden. Dort gibt es nicht nur die wiederholten Gerüchte, dass an der Elefantenhochzeit Facebook/studiVZ was dran sein könnte, sondern erstmals auch die Aussage von Verlagsseite, dass man einen Verkauf angestrebt hat und man ein Zusammengehen mit Facebook für sinnvoll hält. Das würde einem Herrn Riecke sicher nicht gefallen, aber dessen Meinung ist ja für Holtzbrinck glücklicherweise nicht mehr wirklich interessant.

Das Problem für das beliebte Netzwerk ist nun mal ein Verlag, der sich nicht über Millionen User freut, sondern über ausbleibende Millionen-Umsätze ärgert. Auch, wenn man zaghafte Versuche erkennen kann, Geld in die Kassen zu spülen, so hat es doch nichts zu tun mit wirklich befriedigten Bilanzgelüsten. Wenn man nun – und das tut man bei Holtzbrinck – sachlich analysiert, was man für das studiVZ gezahlt hat, welche Erlöse möglich sein könnten bei einem Verkauf und wie lange es vielleicht noch dauern könnte, bis man ein tragfähiges Geschäftsmodell für ein Social Network entwickelt hat, dann muss man zu dem Schluß kommen, dass der Verkauf an Facebook die logische Konsequenz darstellt. 

Wenn man mich fragt, ein vernünftiger und lange überfälliger Schritt. Vermutlich gäbe es – wie immer, wenn irgendwo Veränderungen anstehen – eine kleine Zahl an Meckerköpfen, die sich abmelden wollen oder zumindest damit drohen. Aber spätestens das Theater um die studiVZ-AGBs hat bewiesen, dass die meisten trotz allem gerne dem Social Network erhalten bleiben möchten, bei dem man die meisten Freunde hat. Wenn diese Freunde also ab morgen alle bei Facebook sind, wird man sich sicher nicht abmelden, egal wie sehr man dem studiVZ nachtrauert. Und mal ehrlich, Ihr studiVZ-Nutzer: Was genau tut Ihr  beim StudiVZ, was man bei Facebook nicht genauso oder besser tun könnte?Ich hoffe jedenfalls weiter darauf, dass man die Gespräche mit Facebook wieder aufnimmt.

Die gleiche Option – neue Gesprächsaufnahme – gibt es auch bei dem zweiten Übernahme-Kandidaten, der mit Facebook in diesen Tagen in Verbindung gebracht wird: Twitter. Der Microblogging-Dienst hat ein Angebot ausgeschlagen, nach welchem man mit 500 Millionen hätte nach Hause gehen können. Problem dabei: Es ging nicht um Bares, sondern um Facebook-Aktien im Werte von 500 Millionen US-Dollar. Da man bei Twitter der Meinung ist, dass in Zeiten der Finanzkrise dieser Wert nicht mehr annähernd gegeben ist, hat man sich dagegen entschieden. Man kann jetzt spekulieren, wie es weitergehen wird bei Twitter, denkbar sind für mich derzeit drei Möglichkeiten:

  • Twitter hat die technischen Voraussetzungen verbessert und will nun eigenständig ein Geschäftsmodell erarbeiten
  • Facebook probiert es noch mal. Angeblich "hasst" man bei Facebook den Gedanken, dass jemand anders Twitter kaufen könnte.
  • Apropos jemand anders: Angeblich zeigen auch Yahoo, Microsoft, Google und Verizon Interesse an einer Übernahme

Da eine Großzahl meiner Follower bei Twitter ebenfalls Facebook-Accounts besitzt, glaube ich persönlich nicht, dass der Aufschrei ein ähnlich großer wäre, wie beispielsweise einer studiVZ-Übernahme. Mich würde mal interessieren, wie viele Menschen man bei Facebook zusätzlich durch diese beiden Übernahmen erreichen könnte, wenn man die Zahlen um die bereits bei Facebook angemeldeten User bereinigt.

Ich denke jedenfalls, dass Mark Zuckerberg und Co sowohl Gunst der Stunde als auch Ernst der eigenen Lage erkannt haben und somit weitere Versuche unternommen werden in Zukunft, was das Einverleiben dieser beiden Dienste angeht.

 

  • Um ehrlich zu sein, ich würde nicht verkaufen! Zumal Facebook um die Situation von StudiVZ weiss und der Preis dementsprechend "niedrig" ausfallen wird. Ich denke da ist noch mehr drin und das man lieber das Geld in ein richtiges Marketing-Konzept stecken sollte.

    Ja, stimmt schon. Abmelden würde sich wohl kaum jemand, aber der Vorfall mit den AGB hat auch wieder das Bewusstsein für die eigenen Daten hervorgerufen. Ich kenne kaum noch Leute die ihr Profil jetzt noch komplett ausfüllt haben oder setzen es sogar komplett auf Privat. Selbst Namen werden nicht mehr komplett angegeben oder wenn dann nur kyptisch.

    Das StudiVZ nicht auf den "grünen Zweig" kommt, tja... das haben sie sich wohl nicht gut bei Facebook abgeschaut :-D
  • Da hast Du natürlich Recht, aber ich fürchte, dass die Verlagsgruppe nicht diesen langen Atem beweisen wird und zusieht, dass man diese defizitäre Klitsche loswird ;) Was würde man denn mit einem richtigen Marketing-Konzept erreichen? Eher, dass sich vielleicht noch mehr Menschen anmelden, als dass man mit den bereits vorhandenen Profite erzielt. Wenn Facebook sein Geld z.B. mit personalisierter Werbung verdient, ist es denen wohl tendentiell eher egal, ob man nen falschen Namen angibt ;)
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