Die IVW hat wieder neue Zahlen rausgehauen und erwartungsgemäß hat das Social Network Wer-kennt-wen das Studentennetzwerk abhängen können. Erwartungsgemäß deshalb, weil man einerseits somit lediglich einen Trend bestätigt hat, der diese Entwicklung abzeichnete und andererseits hat man jüngst bei studiVZ vermutlich in einem Anfall von Aktionismus in kürzester Zeit wieder einmal das Fotoalbum umgestellt. Man verbessert – wenn auch in einem dem Wort nicht gerecht werdenden Tempo – die Usability und das geht in diesem Fall oftmals zu Lasten der Seitenzugriffe.
Jetzt winkt man bei Holtzbrinck entspannt ab, weil es sich wie gesagt um kalkulierte Rückgänge handelt, aber bei einem Dienst, der sich irgendwann mal für den Mutterkonzern rechnen soll, wird man nicht ewig warten, bis die Monetarisierungsfee den studiVZlern die Hand auflegt. Der neue starke Mann beim studiVZ – Clemens Riedl – stellt noch mal heraus, dass es zunächst darum gehen würde, den Dienst qualitativ nach vorne zu bringen:
Wie im dritten Quartal bereits angekündigt, setzten wir nicht auf möglichst viele Page Impressions, sondern auf die stetige Produktoptimierung und eine hohe Benutzerfreundlichkeit. Den daraus resultierenden Klick-Rückgang, der für unsere Vermarktung ohnehin nur eine geringfügige Rolle spielt, nehmen wir dafür gerne in Kauf. Für Social Communities sind insbesondere die Kennzahlen Aktivität, also Nutzerwachstum und Log-In Rate, sowie Unique User und Verweildauer von entscheidender Bedeutung. Und mit der Entwicklung dieser Faktoren sind wir sehr zufrieden
Was die Visits angeht, hat studiVZ auch nach wie vor die Nase vorn, verglichen mit der Konkurrenz von Wer-kennt-wen. Überraschend stark präsentieren sich übrigens die Lokalisten, die ich ehrlich gesagt gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Festzuhalten bleibt insgesamt, dass bei den Seitenaufrufen sowohl WKW, als auch sämtliche VZ-Klitschen Einbußen zu verzeichnen haben. Wer-kennt-wen ist also nur deswegen an studiVZ vorbeigezogen, weil man einfach nicht so viel verloren hat. Wesentlich schlimmer als das studiVZ hat es übrigens den schueler-Ableger erwischt: schuelerVZ beklagt einen Rückgang der Page Impressions von über 17% – kann ich nicht beurteilen, ob man das alles auf die verbesserte Usability schiebt oder ob vielleicht Konkurrenten wie schueler.cc daran Schuld sein könnten.
Wer sich gerne in Zahlen, Tabellen und Statistiken suhlt, sollte sich unbedingt den Meedia-Artikel zum Thema anschauen, genauso wie den schon obligatorischen Volksnetz-Wasserstand bei Robert. Ebenfalls zum Thema: deutsche-startups.de
Sollte ich ein Fazit ziehen müssen, würde ich wohl wieder einmal in den Chor derjenigen einstimmen, die auf einen weiteren Übernahmeversuch des studiVZs durch Facebook hoffen. Ich bin sogar kurz davor, bei Fälligkeit Facebook-Sunnyboy Mark Zuckerberg meine vermögenswirksamen Leistungen zu überweisen, um auf Nummer sicher zu gehen, dass dem Studenten-Treiben auf studiVZ schnellst möglich ein Ende bereitet wird ;)




