09 Dez, 2008
PeopleBrowsr: Twittern in einer neuen Qualität
Posted by: Casi In: Lifestream| Microblogs| Start up
Des Bloggers heiliger Gral ist "the next big thing". Ständig ist man auf der Suche nach dem Ereignis, der Story, der Person, der Applikation von der man zu wissen glaubt, dass die ganze Welt (zumindest die Bloggerwelt) in der nächsten Zeit drüber reden wird.
Wenn diese große Sache nun der heilige Gral ist, dann ist der US-Techblogger Robert Scoble wohl so etwas wie Indiana Jones 2.0: Sollte irgendjemand den Gral erblicken, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er ihn zuerst gesehen hat.
Jetzt hat Robert Scoble den PeopleBrowsr für sich entdeckt und urteilt darüber:
Twitter (and all social networks) will never be the same thanks to PeopleBrowsr
Das ist natürlich mal ‘ne Ansage und nachdem ich bei Klaus Eck ebenfalls darüber gelesen hab, war spätestens klar, dass ich das Teil, welches nun in einer Alpha-Version vorliegt, auch mal unter die Lupe nehmen muss.
Man loggt sich zunächst mal mit seinen Twitter-Daten ein und hat später dann die Möglichkeit, andere Services wie Friendfeed, YouTube, identica und einige mehr zu ergänzen.
Wie sich Euer Stream nun darstellen soll, entscheidet Ihr selbst. Oben links findet Ihr das PeopleBrowsr-Logo. Per mouse-over-Effekt könnt Ihr nun dort auswählen, ob Ihr einen reinen Twitter-Stream, Friendfeed-Stream usw. haben wollt oder einen Mix aus allen Diensten:

Wählt Ihr nun beispielsweise den Twitter-Strom aus, erhaltet Ihr einige Möglichkeiten zur Ansicht, die mich zunächst mal an Tweetdeck erinnern. So könnt Ihr Euch jeweils in einem separaten Fenster Eure Follower anzeigen lassen, in einem anderen die direkten Replies, die Ihr erhalten habt und einem globalen Strom, in welchem alle Tweets angezeigt werden. Dabei könnt Ihr konfigurieren, wie viele Fenster gleichzeitig auf dem Monitor zu sehen sein sollen. Bis zu acht verschiedene Fenster können somit beobachtet werden.
Was bis jetzt zwar stylish und bedienfreundlich wirkt, hätte mich jetzt aber nicht annähernd so aus den Socken gehauen, wie es wohl dem Scoble widerfahren ist, aber ich bin ja auch noch nicht am Ende meiner Beobachtungen ;)
Spannend wurde es nun nämlich, als ich die Gruppen-Funktion entdeckte. Hier kann ich nun nach Lust und Laune eigene Gruppen anlegen und die User reinpacken, die meiner Ansicht nach hinein gehören. Egal also, ob Ihr eine eigene Gruppe für Arbeitskollegen, Familie oder was auch immer kreiert, Ihr könnt Euch diese Gruppe bzw den von Ihr erzeugten Content nun ebenfalls in einem eigenen Fenster anschauen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kontakte aus Friendfeed, Twitter, YouTube oder sonstwoher stammen, sie werden alle innerhalb dieser Liste generiert und ermöglichen ein ganz anderes Twitter-Gefühl, dadurch dass ich unabhängig vom jeweiligen Dienst direkt aus einem relevanten Fenster antworten kann. Gehe ich beispielsweise bei einer Statusmeldung eines Twitter-Users auf dessen Foto, erhalte ich die vier Optionen
- reply
- retweet
- favorize
- direct message
Zudem kann ich mir bei den Replies auch noch den Tweet anzeigen lassen, auf welchen geantwortet wurde. Leider hab ich hier allerdings (noch) nicht die Möglichkeit, mir eine komplette Konversation zwischen dem ausgewählten User und mir anzeigen zu lassen, aber ich weise noch einmal daraufhin, dass das hier erst eine Alpha-Version ist.
Klicke ich auf den Namen des Users, wird mir eine Profilübersicht angezeigt, die so aussieht:

Wie Ihr sehen könnt, hab ich auch dort wieder die Wahl, mir einen Mix oder einen einzelnen Dienst anzuschauen. Darüber hinaus habe ich noch zwei Möglichkeiten. Einmal kann ich mir des Users Social Graph anschauen, in dem man mir Dienste, Homepages usw der Person angezeigt werden:

Außerdem – und da war ich wieder einmal von den Möglichkeiten des PeopleBrowsrs erschlagen – kann ich von dort aus eine Full Screen Ansicht öffnen, die wie folgt aussieht:
Da man auf dem Bild vermutlich nicht allzu viel erkennen kann, klickt am besten einmal drauf für die Vollansicht ;)
Dort seht Ihr meinen stumbleupon-Account, der auch automatisch erkannt wurde. Oben befinden sich etliche Reiter, mit denen ich zwischen den verschiedenen Homepages, Social Networks, Social Bookmarking-Diensten usw hin- und herspringen kann. Somit kann ich in einem Tool nicht nur Friendfeed, Twitter und Co im Auge behalten, sondern nahezu alles, wo ich angemeldet bin und was für mich relevant ist.
Um Euch nicht zu sehr mit Features zuzutexten, möchte ich jetzt auf ein letztes hinweisen, welches mich ebenfalls direkt begeistert hat.
Zu jedem Eurer Kontakte könnt Ihr nämlich noch Notizen machen, die wahlweise privat oder öffentlich im Profil auftauchen, und sie mit relevanten Begriffen taggen, um sie dann später besser kanalisieren zu können.
Als Beispiel sei Euch wieder Klaus Eck genannt, der den Twitter-Account von DerWesten mit dem Tag "News" versehen hat und somit einen reinen News-Kanal generieren kann.
Vielleicht bin ich nur ein wenig zu euphorisch gerade, aber ich habe das Gefühl, dass wir uns in der Tat auf eine ganz neue Art des Twitterns gefasst machen müssen bzw. dürfen. Twitter bzw. Lifestreaming wird auf ein ganz neues Level gehoben.
Nicht verschweigen möchte ich natürlich auch die Dinge, die mir beim ersten Testen noch nicht so richtig gut gefallen haben. Dazu gehören Twitter-Streams, die manchmal nur sporadisch die wirklich aktuellsten Tweets anzeigen, eine fehlende Auto-Refresh-Funktion, mangelnde Unterstützung für IE und Chrome und die nur eingeschränkte Dialog-Anzeige bei den Replies. Das sind aber alles Mängel, die ich auf die frühe Version schiebe, denn davon abgesehen glaube ich, dass die PeopleBrowsr-Leute ihre Hausaufgaben mehr als gründlich gemacht haben.





