Und wieder ist es passiert: Ich bin wieder mal total ergriffen von meiner eigenen doppeldeutigen Überschrift ;)
Aber im Ernst: Viel genauer könnte ich es auch in vielen Worten nicht umschreiben, welche Bedeutung der nun auch twitternde Spiegel für mich zumindest bis jetzt gerade hat. Im Gegensatz zur Welt hat Spiegel nämlich anscheinend nicht so richtig verstanden, was Twitter bedeutet und wie man es einsetzen könnte. Wenn ich einer Zeitung oder einem Magazin bei Twitter folge, dann möchte ich schon einen gewissen Mehrwert haben. Ginge es mir lediglich um den normalen Content, würde mir der RSS-Feed nämlich völlig genügen. Da genau liegt der Spiegel-Fauxpas: Die diversen Twitter-Accounts
- SPIEGEL ONLINE komplett - twitter mit allen Artikeln
- SPIEGEL_EIL - alle Eilmeldungen von SPIEGEL ONLINE
- alle Topmeldungen - die wichtigsten Artikel des Tages
- SPIEGEL TV - die Top-Videos auf SPIEGEL ONLINE
- Seite 2 - die besten Analysen, Reportagen, Interviews
- nur Politik
- nur Wirtschaft
- nur Panorama
- nur Sport
- nur Kultur
- nur Netzwelt
- nur Wissenschaft
- nur UniSPIEGEL
- nur SchulSPIEGEL
- nur Reise
- nur Auto
- einestages - Zeitgeschichten auf SPIEGEL ONLINE
- SPAM - Satire @ SPIEGEL ONLINE
sind nämlich nichts anderes als der Content, den ich bei Spiegel online sowieso schon lesen und per RSS-Feed abonnieren kann – mit dem Unterschied, dass es mir nun meine Twitter-Timeline vollmüllen würde. Ich möchte gerne mehr hören von den Leuten, die bei/für eine Zeitung arbeiten. Wie kommen News zustande, was treibt man gerade so in der Redaktion – und nicht zuletzt möchte ich Feedback geben können und möglichst auch Reaktionen auf mein Feedback ernten. Der Westen ist ein Beispiel, wo es meines Erachtens toll funktioniert. Der richtige Mix aus Eilmeldungen und Redaktionsalltag und zusätzlich die twitternde Chef-Redakteurin Katharina Borchert.
Aber im Grunde hatte ich es auch nicht anders erwartet, denn zu oft schon hat man dem Spiegel angemerkt, dass er weder von Twitter begeistert ist, noch den Sinn so richtig erblickt hätte. So schrieb man im Spiegel-Artikel "Hirngerechte Häppchen":
Twitter wird allerdings eher von Präsidentschaftskandidaten, pummeligen Silicon-Valley-Nerds Ende dreißig und um Hipness bemühten Technikjournalisten benutzt als von der Jugend.
Auch zum Mumbai-Drama vor kurzem gab es beim Spiegel wieder einmal Kritik am Web 2.0 – u.a. eben auch in Form von Twitter.
Wie auch immer – die um Hipness bemühten Spiegeljournalisten jedenfalls twittern nun auch und vielleicht darf man ja hoffen, dass sie bislang nur üben ;)
Lest zum Thema bitte auch den Blogbeitrag von PR Blogger Klaus Eck.




