28 Dez, 2008
Twitter? Facebook? Web 2.0? Der Spiegel will es wissen
Posted by: Casi In: Social Networks| World wide web
Weihnachten scheint überstanden, wir befinden uns "zwischen den Jahren" und alle sitzen in den Startlöchern, um ein schönes, neues, erfolgreiches Jahr 2009 in Angriff zu nehmen. Das geht mir nicht anders und scheinbar dem Spiegel ebenfalls nicht, denn der scheint sich zum Ende des Jahres nicht nur für 2009, sondern auch für das Web 2.0 rüsten zu wollen.
Noch vor wenigen Tagen war es der Twitter-Account des Spiegels, der – auch bei mir – nicht nur für positive Schlagzeilen sorgte. Am meisten daran wurde natürlich nicht die Tatsache kritisiert, dass man twittert, sondern eher die Art und Weise, denn es wird lediglich ein RSS-Feed getwittert. Viele hatten da doch eher auf etwas Kommunikativeres gehofft, auf einen Blick hinter die Kulissen. Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass man diesen Schritt überhaupt erst mal gemacht hat und somit entgegen seiner bisherigen Meinung Twitter als Medien-Instrument nun durchaus auf dem Schirm hat.
In die gleiche Kerbe haut man nun mit dem Facebook-Account: Auf den Seiten
kann man sich bei Facebook als Spiegel-Fan outen. Wiederum wird auf den Seiten nur der RSS-Feed aufbereitet, aber im Gegensatz zu Twitter hat man hier natürlich einige Möglichkeiten mehr zur Verfügung. Einmal sehe ich natürlich, wer ebenfalls Fan der jeweiligen Spiegel-Seite ist und ich kann hier per Pinnwand in den Dialog mit dem Spiegel treten – aber die Frage ist natürlich, ob man diesen Dialog auch annimmt, oder stattdessen einfach nur mitliest, was die Facebook-User an dieser Stelle an Lob oder Kritik loswerden. Wäre jedenfalls wünschenswert, dort auch ein wenig Feedback von Spiegel-Seite zu bekommen.
Die Facebook-Aktivitäten erstrecken sich natürlich auch über die normalen Seiten des Spiegel-Online-Angebotes. Genau wie für Angebote wie Yigg, Mister Wong und dergleichen gibt es auch für Facebook einen Button, mit dem ich einen Link zum ausgewählten Artikel in meinen Facebook-Lifestream einbinden kann. Dort kann ich – und jeder andere Facebook-Leser natürlich auch – dann auch diese News kommentieren, was dann so ausieht:

Schön wäre natürlich eine Möglichkeit, direkt auf der Spiegelseite eine Nachricht kommentieren zu können. So käme auch mehr Interaktion zustande. Auf diese Weise bleibt lediglich der gute Wille erkennbar – einen richtigen Mehrwert erkenne ich jedoch nicht. Allerdings gilt es auch hier anzuerkennen, dass der Spiegel zumindest am 2.0-Ball bleibt. Während nämlich andere Zeitungen noch gar nicht vertreten sind oder einen Facebook-Auftritt hinlegen, der – wie beispielsweise die sonst vorbildliche Onlineausgabe der Welt Kompakt – den Namen "Auftritt" nicht im Ansatz rechtfertigen können, hat man die Spiegel-Angebote bereits sehr ansehnlich in Szene gesetzt. Man kann zudem auf einige Bilder zugreifen, die beispielsweise aufzeigen, wie gruselig selbst professionelle Webauftritte Mitter der Neunziger aussahen und per Suchmaske auf die größte kostenlose Recherche-Plattform im deutschsprachigen Raum zugreifen, die neben dem Spiegel-Archiv auch u.a. Wikipedia nach Suchresultaten durchforstet.




