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07 Jan, 2009

Steve Jobs hat ein Einsehen: Ruhe in Frieden, DRM

Posted by: Casi In: Media| Musik| e-commerce

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Ab sofort bietet iTunes seine Songs DRM-frei an!

DRM ist tot

Wenn ich in der Überschrift behaupte, dass Steve Jobs ein Einsehen hat, dann ist das nicht die ganze Wahrheit. Eher ist es wohl so, dass Steve Jobs auf die Musikindustrie eingewirkt hat, damit sie von dieser unseligen Politik des digitalen Rechtemanagements abweicht. Nicht zuletzt, weil Untersuchungen ergeben haben, dass lediglich ein Bruchteil dessen, was auf dem Durchschnitts-iPod ruht, DRM-geschützt ist. Der überwältigende Löwenanteil von 97% – egal, ob woanders gekauft, von CD gerippt oder schlicht illegal runtergeladen – ist DRM-frei. 

Diese Nachricht, die neben dem Verzicht auf das digitale Rechtemanagement einher geht mit einer besseren Qualität (256KBit/s) der Songs, war gleichzeitig aber auch das einzige eventuelle Highlight einer scheinbar auch nur in Apple-Geek-Kreisen heiß erwarteten Keynote auf der Macworld. Ich zähle bedauerlicherweise zu der Minderheit im Netz, die weder über Mac, iPhone oder iPod verfügt und vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich den gestern durch eben diese Keynote erzeugten Buzz nicht im Ansatz nachvollziehen kann, obwohl ich mir einbilde, das Internet ansonsten im Groben verstanden zu haben.

Für mich als Unbeteiligten bleibt daher tatsächlich nur die DRM-Info haften, denn mit diesem Switch auf das "iTunes Plus" betitelte Format, wird sich die Musiklandschaft nicht nur bei iTunes nachhaltig verändern. Mit diesem Politikwechsel bei iTunes fällt somit die letzte Festung der DRM-treuen Recken, nachdem bereits der ein oder andere Mitstreiter auf der Strecke geblieben ist.

So sehr ich den Schritt von Apple auch begrüße – ein klein wenig bleibt der fade Nachgeschmack, dass man für jeden DRM-geschützten Song noch einmal 0,30 Euro zahlen muss, wenn man ihn zu einem iTunes Plus-Song upgraden will. Klar erhält man dafür einen Mehrwert, aber ritterlich wirkt das beileibe nicht. Die gleichen 30 Cent schlägt man nun auch auf die neuen Songs auf, die man somit nun für 1,29 Euro erwerben kann. Dafür wiederum bietet man ältere Songs bereits ab 0,69 Euro an.

Ist der Musikhörer nun Verlierer (höherer Preis) oder Gewinner (DRM-frei, bessere Qualität)? Und wie sieht es mit der Musikindustrie aus? Sitzen in den Chefsesseln der vier Majors zähneknirschende Manager, die durch den Wegfall des Rechtemanagements den Untergang des Abendlandes erwarten, oder überwiegt das Händereiben angesichts der zusätzlichen Einnahmen?

Update:

Auch musicload zieht einen Tag nach Apple mit und verzichtet zukünftig auf DRM – natürlich nicht ohne den notwendigen erhobenen Zeigefinger:

Die Konsumenten dürfen aber jetzt nicht denken, dass man machen kann, was man will

Das sagt zumindest der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie Stefan Michalk.

 

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