Die Werbeagentur Crispin Porter & Bogusky, die sich seit geraumer Zeit um die Marketing-Gags von Burger King kümmern, haben neulich erst mit den Whopper-Virgins von sich reden gemacht. Jetzt steht wieder eine Kampagne ins Haus und die kann im wahrsten Sinne des Wortes Freunde kosten.
Unter whoppersacrifice.com kann man sich eine Applikation für Facebook installieren, welche einem Facebook-User zu kostenlosen Burgern verhelfen kann. Der Haken an der Sache: Man opfert dafür seine Freunde. Klingt brutal, ist vermutlich auch so ;)
Die Spielregeln sehen vor, dass man den Anspruch auf einen Gratis-Whopper dadurch erhält, dass man zehn seiner Facebook-Freunde eben diese Freundschaft entzieht. Dabei spekulieren die Macher darauf, dass wir viel zu leichtfertig mit unserer Zuneigung sind und eventuell dadurch sehr viele sogenannte Freunde auf Facebook besitzen, zu denen man wenig bis gar keinen Kontakt hält. Wer jetzt schon in Gedanken seine Facebook-Freunde durchgeht und die Auserwählten nominiert, sollte sich noch etwas bremsen. Diese Aktion ist nämlich auf teilnehmende Restaurants in den Vereinigten Staaten limitiert und auf die Abgabe von lediglich einem Burger begrenzt. Also wirklich satt wird man durch diese neue Art des Liebesentzuges mit Sicherheit nicht. Es gibt übrigens noch eine Einschränkung bei diesem Deal und der lautet: "Nur solange der Vorrat reicht". Dabei wird ärgerlicherweise nicht erklärt, ob es jetzt um den Burger-Vorrat oder den Freunde-Vorrat geht ;) Wobei ich mir schwer vorstellen kann, dass man im teilnehmenden Restaurant einen Gratis-Burger bestellt und die Auskunft erhält, dass der Whopper ärgerlicherweise ausverkauft wäre.
Mich würde jetzt interessieren, ob eine solche Aktion nun Fake-Accounts mit jeweils 10 Freunden nach sich zieht. Aber darüber hinaus gibt es natürlich noch einen weiteren Gedanken bei der Sache. Die kreativen Köpfe hinter whoppersacrifice sind ja nicht zufällig auf diese Idee gekommen, sondern quälten sich selbst mit unzähligen Facebook-Freunden herum. Wie haltet Ihr das? Sammelt Ihr – egal, ob Facebook, WKW oder MySpace unzählige Freunde jeglicher Coleur? Nennt Ihr auch online nur den Menschen einen "Freund" der es im wahren Leben auch ist? Oder irgendwas dazwischen?
Ich selbst habe mich für den Mittelweg entschieden. Natürlich schaue ich zunächst nach den Menschen, die ich auch wirklich kenne und wo es für mich allein deswegen schon Sinn macht, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Darüber hinaus habe ich – gerade bei MySpace – auch sehr viele Musiker und DJs unter meinen Freunden, weil gerade die Musik eine sehr wichtige Facette meiner Persönlichkeit ist. Nicht selten lernt man doch gerade dadurch Menschen kennen, dass man den Musikgeschmack miteinander teilt und wenn ich Depeche Mode bei MySpace zu meinen "Freunden" zähle, zeige ich meine Vorlieben ja klar an.
Meistens kenne ich die Menschen, die in einem Social Network meine "Freunde" werden, sei es durchs "real life" oder auch durchs Netz – wenn ich beispielsweise diesen Personen bei Twitter folge oder gerne ihre Blogs lese. Eher selten kommt es vor, dass man einen wildfremden Menschen hinzufügt – zumindest für mich persönlich verhält sich das so. Meines Erachtens sollte man den Begriff "Freund" auch im Internet nicht zu inflationär nutzen, wenngleich ich einen großen Unterschied mache, ob ich jemanden im wirklichen Leben oder im Internet einen Freund nenne. Schließlich bin ich nicht verantwortlich dafür, wie Facebook, studiVZ und Co. die Personen benennen, denen ich mich anschließen kann. Freunde, Buddies, Bekannte, Follower, Fans usw verschwimmen da zu einem grauen Einerlei. Meine Partnerin ist somit genauso mein Freund wie Blogger X, Arbeitskollege Y und Popstar Z. Das sollte man berücksichtigen, wenn man geneigt ist, sich eventuell zu sehr an diesen Begrifflichkeiten festzuklammern.
Achso: Wer jetzt zufällig Appetit auf einen Whopper oder ähnlich ungesundes Vergnügen bekommen hat und sich ärgert, dass es diese Burger-Aktion nicht in Deutschland gibt, der kann sich auf der Burger King-Seite zumindest seinen "Notsparplan" zusammenstellen. Ähnlich wie bei Mc Donald’s kann man nämlich auch bei Burger King bei bestimmten Menüs Gutscheine einreichen, die Eure Geldbörse erheblich schonen ;) Guten Hunger…




