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13 Jan, 2009

Politik im Netz – Deutschland wird (inter)aktiv

Posted by: Casi In: Media| Microblogs| Social Networks

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Lange genug hat es gedauert. Der Messias Obama, der es in den Vereinigten Staaten richten soll, ebnet auch in Deutschland bereits den ein oder anderen Weg. Normalerweise muss sich die deutsche Politik vermutlich nicht (bzw gerade nicht) hinter der amerikanischen verstecken. Was jedoch die Präsentation angeht, sind uns die Amis schon sehr lange und sehr weit entrückt. Ähnliches schien nun auch zu drohen, was die Präsentation im Netz angeht, wenn man sich anschaut, wie großartig der kommende Präsident der Vereinigten Staaten das Internet genutzt hat. Das Internet als Chance, als Spielwiese – und nicht als notwendiges Übel, so wie es uns nämlich unsere Kanzlerin in ihren Videobotschaften vermittelt.

Ein erstes zaghaftes Signal war der twitternde Generalsekretär der SPD – Hubertus Heil. Sowohl er als auch seine Partei präsentieren sich im Netz gerade frisch in neuem Gewand und zeigen damit zumindest schon einmal, dass man das Internet verstehen/nutzen will. Das zeigt man auch durch das Installieren eines YouTube-Kanals, eines Flickr-Accounts und sogar eines eigenen Social Networks, wobei diese Begrifflichkeit in diesem Fall natürlich mehr als geeignet für ein Partei-Portal scheint.

Fairerweise muss man natürlich auch anerkennen, dass auch die andere Partei der großen Koalition über einen eigenen Webauftritt verfügt, der aber meines Erachtens noch nicht gerade vom "wind of change" erfasst wurde, wenngleich auch die CDU immerhin über einen YouTube-Kanal verfügt. Eine Beta-Version des FDP-Netzwerkes und die Facebook-Präsenz der Grünen zeigt zumindest, dass sich auch die Opposition nicht geschlagen geben will in diesem Internet-Webstreit, der in diesen Tagen erst auf Touren zu kommen scheint.

Was ich bislang nicht gefunden habe, mir aber wünschen würde, ist eine Twitter-Liste deutscher Politiker u Parteien. Bislang warte ich immer noch ab, bis mir durch irgendwelche viralen Effekte ein weiterer Politiker in meine Timeline gespült wird. Mir ist die Parteizugehörigkeit dabei übrigens fast völlig egal, so lange es sich in einem demokratischen Rahmen abspielt, da ich es interessant finde, wie sich Politiker in diesem persönlicheren Kontext äußern/verhalten.

Derzeit folge/kenne ich bei Twitter folgende deutsche Parteien/Politiker:

Falls Ihr noch mehr erwähnenswerte Personen und Parteien oder politische Organisationen kennt, könnt Ihr sie mir ja mal mitteilen und gegebenenfalls kann man auf diese Art zumindest schon mal eine inoffizielle Übersicht erstellen der deutschen Politiker-Twitter-Accounts.

Übrigens liegt es nicht an der Politik allein, sich in einem moderneren Gewand zu präsentieren. Auch die Berichterstattung hätte eine Frischzellenkur bitter nötig, wirken politische Debatten und Wahlberichterstattungen heute immer noch wie ein TV-Relikt der Siebziger. Das ZDF will da nun entschieden gegensteuern und hat sich dafür sowohl für ein frisches Gesicht als auch für ein frisches Format entschieden. Das Gesicht gehört Markus Kavka, bekannt geworden als Aushängeschild gleich dreier Musikvideosender und jüngstes Pferd im öffentlich-rechtlichen TV-Stall der Mainzer. Mit ihm zusammen wird man am 18.Januar – dem Datum der Hessenwahl – die Wahl im Web präsentieren. Er moderiert die interaktive Sendung aus der Universität Gießen, und hat sich dafür neben politikinteressierten Studenten auch Blogger der jeweiligen Parteien und einen Vertreter des Portals abgeordnetenwatch.de ins Boot geholt. Wir als Zuschauer sind aufgefordert, Meinungen und Links zur Hessenwahl zu liefern und können uns über die an der Sendung beteiligten Studenten auch via Twitter an der Kommunikation beteiligen.

Alles in allem ein – wie ich finde – sehr spannendes Format, welches durch die Tatsache, dass ich Markus Kavka als VJ (und eingefleischten Depeche Mode-Fan) überaus schätze und ihm den Spagat zwischen Politik und Entertainment sowie zwischen TV und Internet durchaus zutraue.

 

* meinen Artikel zum SPD-Kandidaten und seinem Twitter-Interview mit Robert Basic findet Ihr hier.

 

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