Weltweit ist Facebook die Marke, was Social Networks angeht. Erst vor wenigen Tagen verkündete man, dass Facebook mittlerweile bei mehr als 200 Millionen Usern angelangt ist weltweit. Bei einer kalkulierten Milliarde Menschen mit Internetzugang bedeutet das immerhin, dass jeder 5. Surfer auf diesem Planeten bei Facebook angemeldet ist. Schon lange wird gerne das Beispiel Facebook gewählt, wenn man über Social Networks, deren Reichweiten oder Innovationen spricht. Dummerweise hatten diese beeindruckenden Zahlenspiele immer einen faden Beigeschmack aus deutscher Sicht: Hierzulande kam das soziale Netzwerk einfach nicht in Fahrt. Gründe dafür gab es gleich mehrere. Zum einen hat Facebook-Copycat studiVZ einfach die Zeichen der Zeit erkannt und sehr schnell eine solche Plattform etabliert und zum anderen hat Facebook den Start einer lokal angepassten Version schlicht und ergreifend verpennt.
Während die Blogosphäre schon seit langem jammert, wieso man zahlenmässig nicht an Steinzeit-Netzwerke wie WKW und studiVZ herankommen kann, schätzen die Nutzer der eben genannten Netzwerke gerade die Einfachheit und eben auch die Anwesenheit der meisten Bekannten. Seit einer Weile bereits fällt mir nun auf, dass ich mehr und mehr Bekannte aus meinem persönlichen Freundeskreis bei Facebook antreffe. Da das aber natürlich nicht zwangsläufig ein Indikator für die Gesamtsituation Facebooks in Deutschland sein kann, freut es mich jetzt besonders, dass man nun endlich mit harten Zahlen belegen kann, dass Facebook unaufhörlich auf dem Vormarsch ist in unserem Lande.
Laut Mark Zuckerberg, der derzeit zur DLD wieder in Deutschland verweilt, hat man die Userzahlen in Deutschland innerhalb eines Jahres auf über zwei Millionen vervierfachen können. Eine Dreiviertelmillion ist demnach sogar erst im letzten Quartal dazu gekommen. Nicht nur Netzökonom Holger Schmidt glaubt nun, dass man Facebook aufgrund des immensen technischen Vorsprunges nicht mehr aufhalten kann in Deutschland.
Ich würde mich dazu hinreißen lassen, studiVZ jetzt ein gewaltiges Problem anzudichten: Das Original Facebook nimmt hierzulande Fahrt auf und sammelt User um User ein und daneben existieren WKW (in seiner Funktion als "Volksnetz") und MySpace (für eher musik-orientierte User) und somit bleibt dem VZ nur noch wenig Luft zum atmen. In allen Marktsegmenten scheinen andere Social Networks besser aufgestellt zu sein – da kann man auch nicht viel retten durch den Einkauf eines RentnerVZs.
Mir persönlich gefällt diese Entwicklung natürlich hervorragend, für studiVZ-Fans und dem neuen Interims-CTO Jodok Batlogg wird die Situation sicher nicht einfacher.
Update: Das Personalkarussell dreht sich weiter und befördert Ex-Jamba-Boss Markus Berger-de Léon an die Spitze des Studentennetzwerkes. Bleibt abzuwarten, ob es sich um einen cleveren Schachzug von Holtzbrinck oder um ein Himmelfahrtskommando von Berger-de Léon handelt – und ob er bis März, wenn er bei my-hammer.de frei wird, seinen Facebook-Account löscht ;)
via Lummerland




