29 Jan, 2009
Ausgespielt: Games Convention Leipzig richtet sich neu aus
Posted by: Casi In: Media| World wide web
Als die Computerspiele-Messe in Leipzig aus allen Nähten zu platzen drohte, überlegte sich der Verband BIU einen Umzug in eine Stadt mit geeigneter Infrastruktur. Das war die Geburtsstunde der gamescom in Köln. Leipzig entschied sich trotzig, dennoch weiter an der eigenen Messe festzuhalten, wenngleich es nur eine Frage der Zeit sein konnte, wann sich die Masse der Aussteller für Köln und somit zwangsläufig gegen Leipzig entscheiden würde. Noch nicht allzu lange ist es her, dass man angekündigt hat, auch in 2009 wieder die Games Convention auszurichten.
Damit ist jetzt aber plötzlich Schluss! Heute nämlich geht man mit einem völlig neuen Konzept an die Öffentlichkeit und demnach macht die Games Convention eine Verwandlung zur Games Convention Online durch. Der Konkurrenzkampf war demnach für Leipzig nicht mehr zu gewinnen. Jetzt spricht man ein übersichtlicheres Klientel an (wenngleich der Boom der Online-Games ungebrochen ist) und plant mit anderen Ausstellern. So konnte man die Browsergames-Giganten Gameforge und Bigpoint bereits ins Boot holen.
In dieser neuen Ausrichtung werden neben Online-/ und Browsergames auch mobile Games berücksichtigt und man setzt zudem bei dem neuen Konzept auf das Internet und läßt neben den tatsächlich anwesenden Messegästen auch Millionen virtuelle Messebesucher an den Games-Neuheiten teilhaben.
Ich kann mir schon vorstellen, dass Leipzig sich zähneknirschend zu diesem Schritt entschieden hat, weil es natürlich nicht die gleiche Strahlkraft hat wie die Veranstaltung, die in Köln gerade Gestalt annimmt. Andererseits wiederum ist auch Köln nicht ganz glücklich, weil die gamescom konzeptionell auch auf einem ähnlichen Weg ist, was die Onlinepräsenz angeht, dabei geht man aber lange nicht so kreativ und entschlossen zu Werk wie die ostdeutsche Konkurrenz.
Wenn sich beide Parteien aber nun die jeweiligen Konzepte und Ausrichtungen möglichst neutral betrachten, sollte man durchaus erkennen können, dass beide Standorte davon profitieren könnten. Man kommt sich nicht mehr direkt ins Gehege, Leipzig muss sich keine Gedanken machen, der Besuchermassen nicht mehr Herr zu werden und zudem erhalten die Online-Gamer eine wesentlich stärkere Aufmerksamkeit, die dem Trend des Online-Gamings weitaus gerechter wird, als wenn man nur Beiwerk der gamescom wäre.
Es bleibt zu wünschen, dass die Gamer anfangen es ähnlich zu sehen und nicht – wie in den Kommentaren zum golem.de-Artikel wieder mal geschehen – einen dieser unsäglichen Ossi-/Wessi-Flamewars daraus machen. Ich jedenfalls freue mich auf zwei ganz unterschiedliche Messen, die mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen und Ausrichtungen punkten werden.




