
Wo kommen wir denn hin, wenn jetzt schon die Getränkehersteller wie Bacardi Musik via Filesharing verteilen? Kann ich Euch auch nicht abschließend beantworten, aber ich kann mir das neue Filesharing-System B-LIVE share zumindest mal in seiner Beta-Fassung anschauen. Wie zukunftsträchtig dieses System sein könnte, will sich mir noch nicht erschließen, weil es dort nur um die Tracks einer einzigen Veröffentlichung eines einzigen Music-Acts geht: Die neue EP von Groove Armada. Zudem ist das Projekt zeitlich limitiert: Man kann die Tracks so lange runterladen und sharen, bis die Veröffentlichung regulär im Handel erscheint. Groove Armada möchten damit erreichen, dass sie kostenlos Musik verteilen können und der Entbehrlichkeit kostenloser Musik gleichzeitig entgegenwirken können:
Unsere ursprüngliche Idee war, die Musik kostenlos anzubieten. Aber ein Problem, das Tom und ich mit kostenloser Musik haben ist, dass sie entbehrlich wird. Also suchten wir nach einem Weg, aus kostenloser Musik geliebte Musik zu machen – und wir dachten uns dieses System aus
"Geliebte Musik" bedeutet für das selbst ausgedachte PaP4-System, dass man den ersten von vier Tracks zunächst runterladen kann. Um den zweiten Track downloaden zu können, müsst Ihr einen speziellen Link an zwanzig "Freunde" weitergeben. Für den dritten Track sind es 200 Freunde und für den letzten Track dann schließlich 2000! Klingt für mich auf den ersten Blick viel, erst recht, wenn man im Auge behält, dass man lediglich – Stand: heute – nur 21 Tage Zeit hat für dieses Vorhaben.
Verbreiten könnt Ihr Euren Link entweder per E-Mail-Einladung an Freunde, per Facebook-App oder über untenstehendes Widget auch beispielsweise in Blogs oder auf Eurer MySpace-Seite:
Casi has shared an exclusive Groove Armada track with 0 people on B-Live Share
Mich würde interessieren, ob das Ganze ein Testballon ist, der weitere Veröffentlichungen nach sich zieht und wenn dem so ist: Kann ich einen Track dann direkt mit meinen Freunden teilen, die schon beim letzten Projekt dabei waren? Würde das System meines Erachtens ad absurdum führen, weil man sich dann immer im Kreis dreht und keine neuen Menschen für einen Act begeistert würde, sondern lediglich diejenigen erreichen müsste, die beispielsweise "Groove Armada" sowieso schon hören.
Fakt ist, dass man immer auf dem Laufenden bleiben muss, was neue Technologien angeht und dass man im Bereich der Musik-Distribution durchaus kreativ sein muss heutzutage. Die Frage ist meines Erachtens aber, ob man mit diesem hier verwendeten Filesharing-Projekt mit Schneeball-System-Charakter auf dem richtigen Weg ist.




