Nachdem ich mich in letzter Zeit eher im Vorbeigehen über die Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen informiert habe, habe ich gestern im Laufe des Abends – speziell nach dem Veröffentlichen meines Beitrages zum Thema – Einiges an tollem Feedback bekommen. Naja, ehrlich gesagt gab es tolles und auch weniger tolles Feedback. Ich habe im Artikel und auch via Twitter meine Meinung dargelegt und war mir natürlich dessen bewusst, dass sehr viele Follower anderer Meinung sein könnten. Durch eben jene Follower und Kommentatoren hier im Blog (danke übrigens an dieser Stelle für viele interessante Statements) habe ich nun einen etwas anderen Blick auf die Thematik, die mich aber nun noch darin bestärkt, die Petition eher als kontraproduktiv einzuordnen.
Ich habe gelernt, dass es verschiedene Modelle des Grundeinkommens bereits in einigen Ländern gibt und dass sie dort durchaus funktionieren. Logischerweise bedienen diese Modelle sich aber anderer Eckdaten als in dieser – in meinen Augen – immer noch bemerkenswert weltfremden Forderung nach 1500 Euro pro Kopf.
Die gute Nachricht für alle Unterzeichner und sonstige Petitions-Sympathisanten: Laut Twitter wurde die magische 50000-Unterschriften-Grenze bereits überschritten. Ich kann mich da jetzt nur auf Blogbeiträge und Tweets beziehen, weil der Server des Bundestages derzeit wieder platt ist ;)
Nun bin ich hin- und hergerissen, ob ich diesen Erfolg auch als einen solchen würdigen soll, oder ob man damit die Chance auf einen "Change" mittelfristig vertan hat. Ich habe gestern nämlich auch gelernt, dass es nicht das erste Mal wäre, dass eine unsinnig formulierte Petition mit einem guten Grundgedanken weitere Petitionen mit realistischerem Ziel und dem gleichen guten Grundgedanken den Weg versperren könnte.
Ich betone ja gerne, dass ich alles andere als ein Polit-Blogger bin – das überlasse ich daher gerne den Experten, aber dennoch glaube ich, dass man nicht einfach blind eine Summe X fordern kann in der Hoffnung, es durch wegfallende Kostenblöcke wie Subventionen und Bürokratie kompensieren zu können.
Der Spiegelfechter hat übrigens einen sehr interessanten Artikel zum Thema verfasst, wenngleich ich seiner Forderung – Unterschreiben der Petition – dennoch nicht nachgekommen bin ;)
Update: Mittlerweile bin ich wieder auf den Server des Bundestages gelangt und die Petition ist aktuell bei 50771 Unterschriften angelangt.


