Besser gesagt, Fabchannel dreht Ton und Bild ab, denn ab dem 13. März ist leider, leider Schluss mit diesem wirklich tollen Service. Ich habe vor einiger Zeit über den Dienst gebloggt, der uns unzählige Konzert-Streams in voller Länge und in HD-Qualität zur Verfügung gestellt hat. Hier die Nachricht, die ich traurigerweise gerade in meinem Postfach finden musste:
Dear Fabchannel viewer,
After nine passionate and beautiful years of sharing the most amazing concert recordings with you, Fabchannel is stopping. A great number of record labels still won’t allow us to record their artists. This prevents us from offering what we need to keep Fabchannel alive.
We want to sincerely thank you for all support through the years! It has been an amazing time, but unfortunately this is where it ends.
With a bleeding heart we’re pulling the plug of our online archive Friday 13th of March. Until that time, enjoy your favorite concerts and who knows… we’ll meet again.
Justin Kniest, CEO
Diese Geschichte macht mich traurig – allerdings auch richtig wütend. In einer Phase, in der ich dachte, dass die großen Musiklabels langsam begriffen haben, wohin die Reise zu gehen hat, strafen sie mich brutal Lügen. Einen Anteil an diesem Debakel hat auch die prekäre finanzielle Lage, keine Frage. Der Hauptgrund für das Ende des Fabchannels ist aber die Musikindustrie, die nicht begreifen wollte, wieso es für sie Sinn machen könnte, wenn jemand diesen qualitativ sehr hochwertigen Content kostenlos verbreitet.
Ich habe zum Beispiel vor einigen Monaten keine Ahnung gehabt, wer Volbeat ist. Einen Blogbeitrag und einen geblippten Song später beschließe ich, mir mehr von den Jungs anzuhören und klappere die üblichen Quellen ab: Last.fm, blip.fm, YouTube und eben auch Fabchannel, wo es ein Konzert in voller Länge zu bewundern gibt. Alles kostenlose Angebote – und jedes dieser Angebote war mit dafür verantwortlich, dass ich mir selbst eine CD gekauft habe von den Jungs, meinem Bruder (den ich ebenfalls damit angefixt habe) eine Live-DVD geschenkt habe und mit Sicherheit in Zukunft auch ein Konzert dieser Band besuchen werde. Alles Geld, für das Volbeats Label nichts tun musste.
Während der Spiegel noch mutmaßt, dass es vielleicht damit zusammenhängen könnte, dass man eventuell selbst ein solches Angebot starten möchte, bin ich da gerade weitaus weniger optimistisch. Man lässt sich wieder mal eine tolle Chance durch die Lappen gehen und beweist einmal mehr, das Internet und die dadurch bedingten Veränderungen für die Distribution von Musik noch nicht richtig begriffen zu haben.
Abschliessend hier nochmal mein Lieblings-Fabchannel-Konzert:




