Früher mal waren es eher Situationen vor/während/nach Disco-Abenden, in welchen mir von eher schlecht gelaunten Mitmenschen mit Migrantenhintergrund und Unterstützung der ganzen Familie nahegelegt wurde, eventuell doch besser die Schnauze zu halten. In der heutigen Zeit sollte man stattdessen zusätzlich aufpassen, was man im Internet von sich gibt.
Damit meine ich jetzt nicht die Tatsache, dass unzählige Menschen im Netz viel zu viel von sich preisgeben, was nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht sein sollte. Nee, viel profaner: Man muss schon aufpassen, wie und wo man seine persönlichen Erfahrungen und Meinungen preisgibt.
Sollte folgender Fall positiv für den abmahnenden Anwalt ausgehen, befinden sich Social Networks in einer sehr prekären Lage:
Hannes Offenbacher stellt eine Frage via Twitter, die durch die entsprechende Applikation auch bei Facebook aufläuft. Dort wird sie von Michael Hollauf beantwortet:

Gehört meines Erachtens in die Rubrik "persönliche Erfahrungen", wie Michael ja auch sehr offensichtlich und eindeutig mitteilt. Die Firma Nuntio nun war jetzt eher nicht der Meinung, dass man das unter "Meinungsäußerung" verbuchen könne und hat direkt das ganz schwere Gerät aufgefahren: Anwalt, Abmahnung, Unterlassungserklärung, Kostenerstattung in Höhe von 720 Euro – halt das ganze Rundum-sorglos-Paket.
Bei polilog könnt Ihr Euch übrigens das komplette Schreiben des Anwalts anschauen und auch der Rest der Blogosphäre nimmt sich logischerweise dieses Themas gerne an, z.B. bei Frank Helmschrott, der dazu schreibt:
Angenommen er würde nun seinen Kommentar bei facebook widerrufen, würde er ja eigentlich damit lügen oder? Schließlich handelt es sich ja nicht wirklich um eine unwahre Behauptung sondern um seine Erfahrung. Weird! Aber auf jeden Fall dürfte auch hier das Problem hinterher größer sein als vorher. Der Firmenname “Nuntio” könnte bei Google künftig evtl. etwas negativ besetzt sein.
Kann ich hundertprozentig so unterschreiben und somit fordere ich die Blogger, Facebooker, Twitter und was auch immer unter meinen Lesern recht herzlich auf, den Namen "Nuntio" in die virtuelle Welt hinauszutragen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich jemand im Internet gehörig an dem Elefanten verhoben hätte, welchen er selbst aus einer Mücke gemacht hätte – Frau Streisand könnte mit ihrer durchaus geschulten Stimme vermutlich ein Lied darüber singen.
Ich kann übrigens – nur um auf Nummer sicher gehen – nicht auf schlechte Erfahrungen mit der Firma Nuntio verweisen, naja – von diesem Auftritt im Netz halt abgesehen. Desweiteren erkläre ich, dass die Migrantenhintergrund-Geschichte vom Anfang dieses Beitrages ebenfalls auf persönliche Erfahrungen zurückgeht und ich ansonsten mit Menschen jeglicher Coleur bestens zurechtkomme. Und ja, ich habe auch schon von Deutschen aufs Maul bekommen ;)




