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07 Mrz, 2009

Kommt Twitter in meine Nachbarschaft?

Posted by: Casi In: Microblogs

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Normalerweise schreibt TechCrunch eine Story, die von Bloggern in der ganzen Welt aufgegriffen wird – auch deutschen Bloggern natürlich – und dann mit etwas Verspätung auch die deutschen Onlinemedien wie Spiegel, Stern und Co erreicht. Wenn sich nun aber der Spiegel aufmacht, Twitter-CEO Evan Williams zu interviewen, kann es auch mal umgekehrt gehen. Der Twitter-Nichtversteher aus Leidenschaft namens Spiegel darf sich dafür nun auf die Schulter klopfen, Wiliams ein Statement entlockt zu haben, welches die Techblogger auch jenseits des großen Teiches aufhorchen lässt.

Das Interview muss ihm größtenteils ziemlich an die Nieren gegangen sein, hat man seitens des Spiegels mit nahezu jeder Frage bewiesen, dass man immer noch nicht gerafft hat, was Microblogging sein soll bzw kann. "Macht Twittern dumm" ist daher auch der richtige Aufmacher für das Eingeständnis, noch nicht so weit zu sein.

Sei es drum, dennoch hat sich Evan Williams dazu verleiten lassen, einen kleinen Ausschnitt aus der Twitter-Roadmap zu offenbaren:

Wir machen uns aktuell Gedanken über eine Erweiterung, die dem Nutzer mitteilt, was in seiner unmittelbaren Umgebung passiert. Je nachdem, wo ich mich aufhalte, könnte ich dann etwa erfahren, dass ein paar Straßen weiter ein Feuer brennt.

Es gibt natürlich Dienste, über welche ich meinen Followern mitteilen kann, wo ich gerade stecke. Aber ein solches Feature würde da natürlich entschieden weiter gehen. Mir ginge es dabei aber weniger darum, wo in meinem Stadtteil eingebrochen wurde oder wo es gerade brennt. Interessanter fände ich es, auf Menschen zu stoßen, die neben Twitter auch die räumliche Nähe mit mir gemeinsam hätten, die mir vielleicht kurzfristig ‘nen Tipp geben könnten, auf welcher Party man heute den meisten Spaß hat oder wo man sich heute besser nicht sehen lassen sollte. 

Vielleicht erfahre ich durch Twitter, dass andere User gerade die gleiche U-Bahn benutzen usw. Damit würde man das Microblog-Rad sicher auch nicht neu erfinden, aber es wäre in meinen Augen ein sehr interessantes Feature. Na und wie bei allem, was mit Microblogging zusammenhängt, wäre auch das ein Punkt, den eh jeder Nutzer individuell für sich und seine Zwecke definieren würde. Denn das, lieber Spiegel, macht Twitter doch gerade spannend. Nutze ich es als Chat-Instrument, als Informationsquelle, als Ego-Marketing oder was auch immer – ich entscheide, wie ich es verwende und ich entscheide auch, wessen 140-Zeichen-Ergüssen ich mich hingebe.

  • Peinlich, wie immer, leider. Es wäre journalistische Arbeit, die Thematik zu verstehen und seiner unwissenden Leserschaft vorsichtig näherzubringen. Nur wird hier ja genau die Dummheit und der Narzissmus gelebt, den der Autor dem Microblogging-Ansatz vorwirft.

    Der Spiegel klingt dabei ein bisschen nach arrogantem Schwiegervater.

    "So, sie machen also in 'Internet'... Aber mal unter uns, das ist doch kein richtiger Beruf, oder?"
  • hast es schön auf den Punkt gebracht, René :)
  • Naja ein paar Monate später sind wir ja glaube ich jetzt so langsam angekommen! Twitter de kennen zwar schon so einige Leute aber wenn ich mal so in meinen Freundeskreis schaue, wissen viele gar nicht was Twitter ist! Obwohl die meisten eigentlich täglich im Netz sind. Aber solangsam kommt es an das getwittere.
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