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16 Mrz, 2009

Twitter: Freitags folgen, Montags nicht mehr…

Posted by: Casi In: Microblogs

Unter Twitter-Nutzern ist der followfriday ja einigermaßen bekannt. Immer wieder freitags werden Twitter-User vorgeschlagen, denen die anderen Follower dann möglichst auch folgen sollen. Ich persönlich freue mich, wenn man mir interessante User empfiehlt, andererseits jedoch ist nicht für jeden Twitterer das Gleiche interessant. Somit verlasse ich mich grundsätzlich eher auf meinen eigenen Sensor und der schlägt 24/7 an und nicht einmal in der Woche. Ich muss allerdings zugeben, dass ich auch höchst selten meine Follower weiter empfehle – genau aus demselben Grund.

Jetzt habe ich einen interessanten Blogbeitrag gelesen bei mthie.com: Qualitätsoffensive – Unfollowmonday

Dem Unfollowen am Montag stehe ich genauso kritisch gegenüber wie dem Followen am Freitag, aber dennoch gefällt mir das angesprochene Prinzip der Qualitätskontrolle bzw -offensive. In der Tat ist es so, dass man sich und seinen Twitter-Account öfter gründlich durchleuchten sollte. Wieso folge ich wem und wie intensiv kann ich überhaupt folgen, wenn die Summe meiner Follower so hoch ist, dass ich minütlich dutzende Tweets erhalte?

Gerade in den Vereinigten Staaten finden sich nicht wenige Twitter-User, die Follower-Zahlen im fünfstelligen Bereich haben und einer ähnlichen Menge selbst folgen. Kann ich nicht wirklich nachvollziehen, weil ich jetzt schon größte Probleme habe, nichts zu verpassen. Darum bin auch ich seit einiger Zeit dabei, mich sporadisch von einigen Leuten zu trennen, die ich bei Twitter mit mir herumschleife. 

Ich werde dabei das Gefühl nicht los, dass das Prinzip des Unfollowens (bin gespannt, ob dieser Begriff so jemals in den Duden finden wird) manchem dabei noch nicht ganz klar ist. Es macht wenig Sinn, jemandem einen virtuellen Arschtritt zu verpassen, wenn er an einem Tag vielleicht anderen Content abliefert als an den anderen sechs Tagen. Damit bringt man sich selbst um die Inhalte, die man an dieser Person doch eigentlich schätzt. Andererseits sollte man diesen Prozess aber auch nicht als Strafe, Liebesentzug oder Schlimmeres werten. 

Wenn jemand feststellt, dass ich ihm seit einer Weile nicht mehr folge, dann hat der mir mit 99prozentiger Wahrscheinlichkeit nichts Schlimmes getan. Aber es ist für mich ein Unterschied, ob ich bei 30 oder bei 300 Followern einem Menschen folge, der fast ausschließlich privaten Content veröffentlicht. Bei einigen Leuten interessiert mich, was sie essen, was sie im TV anschauen usw – bei vielen anderen aber nicht. Es bringt mich nicht weiter, wenn ich lese, was 700 Menschen gerade essen. Daher habe ich mich in der letzten Zeit auch von Twitterern getrennt, die ab und an echt witzige Dinge geschrieben haben. Wenn vereinzelte Tweets aber untergehen in sonst wenig interessanten Äusserungen dieser Person, dann macht es ja für beide Parteien wenig Sinn. Mich bringt sein Content nicht weiter und er wiederum hat nichts von einem Follower, der eh nicht drauf reagiert bzw reagieren kann.

Mir selbst passiert das selbst ständig und es muss mir einfach egal sein, wieso sich jemand dagegen entscheidet. Im oben genannten Beitrag solltet Ihr auch die Kommentare beachten, denn dort ist öfter davon die Rede, dass man gerne einen Grund hätte, wieso sich jemand gegen einen entscheidet. Das halte ich persönlich für kompletten Quatsch. Wenn ich heute 50 Menschen aus 10 verschiedenen Gründen nicht mehr folge, werde ich die doch nicht alle informieren, was der Auslöser war und wie man es in Zukunft anders machen könnte. Es ist doch wie bei allem, was mit Kommunikation zu tun hat: Gefällt mir das, was ich höre/sehe – oder gefällt es mir eben nicht. Darüber habe ich ja auch neulich schon ein paar Worte verloren.

Noch einmal: Ihr macht nichts falsch, wenn man Euch nicht weiter folgt. Das ist ja das Gleiche, als müsste ich in der Fußgängerzone in jede Fastfood-Bude reinrennen und erklären, wieso ich mich heute beispielsweise für Subway entschieden habe und nicht für McDonalds, ‘nem Italiener oder ‘ner Dönerbude.

Beispiel hin oder her, es gibt eine Menge Gründe, wieso man wem folgt und nahezu genau so viele Gründe, wieso man es nicht oder nicht mehr tut. Bevor ich nun anfange, eine Stichwortsammlung niederzuschreiben, verweise ich auf zwei tolle Blogbeiträge, in denen sich sehr logische Erklärungen finden und die so ziemlich alles abdecken, was man dazu an Argumenten vorbringen kann:

Ich werde auch weiterhin die Links zu meinen Postings twittern, werde weiterhin Small Talk halten und bin mir daher dessen bewusst, dass auf beiden Seiten – Follower und Following – ständig Bewegung sein wird. 

Euch möchte ich aber zum Ende noch mit auf den Weg geben, dass auch Ihr Eure Politik diesbezüglich hinterfragt. Will man sich einfach nur mal in den Twitter-Charts wiederfinden, sammelt man alles ein, was nicht bei Drei auf dem virtuellen Baum verschwunden ist, möchte man jedoch auch weiterhin einen wirklichen Mehrwert von Twitter, siebt man ab und an mal nach seinen spezifischen Parametern seine Follower durch. Wem es einfach zu schade ist, sich von dem ein oder anderen Follower zu trennen, kann alternativ natürlich auch immer noch auf Apps wie Tweetdeck oder den Peoplebrowsr zurückgreifen, wo man einige Instrumente hat, dieses lauter werdende Rauschen zu entzerren. Legt verschiedene Gruppen an, lasst sie Euch in verschiedenen Spalten anzeigen und Ihr könnt somit die wichtigeren Twitter-Kontakte bevorzugt behandeln. Da Euch deren Content nun besonders prominent aufbereitet wird, stellt sich eventuell dann die Frage schon nicht mehr, ob man sich von den anderen Kontakten trennen muss, aber all das sind Dinge, die jeder für sich selbst herausfinden muss – Richtwerte oder Patentlösungen gibt es da nicht.

Wer nun immer noch keine Angst davor hat, eventuell seinen sicher geglaubten Platz in meinem Twitter-Herzen zu verlieren, der kann mir nach wie vor hier folgen ;)

 

  • http://traumjob-mediengestalter.blog.de bulldrinker

    Die Kunst besteht einfach darin von Anfang an kritisch die Leute auszuwählen, die für mich interessant sein könnten. Und zwar indem man mehrere Messages liest und nicht einfach wahllos folgt, umd dann hinterher wieder zu unfollowen.

  • http://twitter.com/DocGoy Dr. Reinhard Goy

    FollowFriday – UnfollowMonday – Twittwoch – Was kommt noch? Wir haben noch ein paar Wochentage frei ;-)


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