Das Musik-Social-Network last.fm hat erst vor einer Woche für wenig Begeisterung gesorgt, als es verkündete, dass es die Radio-Streams zukünftig nur noch den Abonnenten zugänglich machen will. Ausnahmen dabei waren Deutschland, die USA und Großbritannien. In einem aktuellen Blogbeitrag rudert einer der Gründer – Richard Jones – nun vorläufig zurück und erklärt zudem, wieso man diesen – auch für last.fm selbst nicht einfachen – Schritt machen muss:
However, we simply can’t be in every country where our radio service is available selling the ads we need to support the service. The Internet is global, and geographic restrictions seem unfair, but it’s a reality we are faced with every day when managing our music licensing partnerships.
Zunächst hat man nun einige Änderungen angekündigt. Entwicklern wird voller Zugriff auf die Radio-Api gewährt um gewährleisten zu können, dass die Streams auch fehlerfrei laufen, sobald das Radio-Feature kostenpflichtig ist. Desweiteren denkt man bei der Bezahlung über Alternativen zu paypal und Kreditkarte nach – Zahlungen per SMS wären eine Option. Weniger spannend finde ich die Möglichkeit, Geschenk-Abos anzubieten, aber auch das wird überlegt.
Sind diese Neuerungen abgeschlossen, wird der nicht mehr zu stoppende Schritt gemacht und die Streams werden kostenpflichtig, von den drei erwähnten Nationen abgesehen. Einen Zeitpunkt dafür nennt Jones allerdings nicht.
Mein Fazit: Schön, dass sich Richard Jones noch einmal zum Thema zu Wort meldet und die Bezahl-Aktion verschiebt, aber unterm Strich ist es nur eine Galgenfrist für die betroffenen User. Man geht also nicht einen Schritt zurück wie beispielsweise Facebook nach unpopulären Entscheidungen, sondern wartet einfach, bis man ihn geht. Somit kann man nicht davon reden, dass lastfm den kompletten Zuckerberg gemacht hätten ;)
So toll es ist, dass wir in Deutschland nicht betroffen sind: Unzählige User in anderen europäischen Ländern und auf der ganzen Welt werden dennoch zur Kasse gebeten und es ist kein schönes Zeichen, dass ein Gigant wie last.fm in fast allen Ländern des Planeten Schwierigkeiten hat, mit Werbung bestehen zu können. Was sollen denn die kleineren Unternehmen da erst machen? :(




