Gerüchte um Twitter bzw dessen Verkauf waren der Renner auf dem diesjährigen virtuellen Aprilscherz-Markt. Aber auch zuvor wurde nicht selten spekuliert, für wen Twitter ein interessantes Objekt sein würde. Nachdem Facebook sich für sein Angebot – ein Doppelzentner Facebook-Aktien – einen Korb abgeholt hatte, macht sich nun der nächste Global Player auf, sich das aufstrebende Microblog-Schwergewicht zu krallen. Diesmal ist Google selbst drauf und dran, Twitter zu kaufen, will Michael Arrington von TechCrunch erfahren haben.
Demnach befindet man sich bestätigten Aussagen zufolge bereits in Verhandlungen, die sich allerdings noch in einem frühen Stadium befinden. Es geht jedoch nicht "nur" um die Übernahme Twitters, sondern auch um die Arbeit an einer Echtzeit-Suchmaschine.
Einen guten Riecher bewiesen hat demnach Microblogging-Papst Cem Basman, für den diese aktuellen Verhandlungen ein alter Hut sind.
Klar hat man schon öfters gehört, dass ein Deal zwischen Google und Twitter nicht abwegig ist, allerdings hat man Twitter eben auch mit anderen Namen in Verbindung gebracht und nicht zuletzt Twitter selbst hat ja öfter verlauten lassen, dass man sich nicht so gerne kaufen lassen möchte, damit man frei in seinen Entscheidungen bleibt.
Nun soll es also doch Google werden. Während selbsternannte Datenkrakenbekämpfungs-Einheiten des gesamten Planeten nun erschüttert die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wird sich für den google- und twitter-geneigten Internet-Nutzer schätzungsweise erst einmal nicht viel ändern.
Wenn man sich überlegt, wieso dieser Deal Sinn machen könnte, bzw welches Interesse die Protagonisten an einem Zusammengehen haben könnten, fallen einem direkt viele Dinge auf, die einen solchen Schritt nahezu unumgänglich machen:
Google hat sich seinen goldenen Arsch durch seine Search-Engine verdient. Nirgends im Netz kann man durch Werbung ähnliche Gewinne generieren wie bei Suchmaschinen. Logischerweise kann man da bei Google die Füße nicht stillhalten, wenn man sieht, dass die Twittersuche einer herkömmlichen Suchmaschine den Rang ablaufen könnte. Twitter wiederum bietet das Instrument der Stunde an, hat aber keinen Schimmer, wie man damit Kohle verdienen soll. Wird aber nun ein Hybrid aus Web- und Twittersuche an den Start gebracht, hält sich Google seine Kunden warm und es fallen so einige Werbekuchenkrümel für Twitter ab, mit denen sich die Twitter-Gründer Evan und Biz entspannt zurücklehnen können.
Apropos Twitter-Gründer: War da nicht mal was mit Evan Williams und Google? Stimmt – vor Jahren schon gab es einen sehr spektakulären Google-Deal. Seinerzeit hat man sich die Blogplattform Blogger von Pyra Labs an Land gezogen und wer hat Pyra Labs gegründet und diesen Deal abgewickelt? Klar – Twitter-Mastermind Evan Williams!
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