Der Holtzbrinck-Konzern hat in letzter Zeit einige seiner Angebote eingedampft und muss sich vorwerfen lassen, mit seiner Online-Strategie direkt mehrere Karren vor die Wand gesetzt zu haben. Jetzt nimmt man einen neuen Anlauf. Aus meinem subjektiven Betrachtungswinkel scheint es auch wieder ein schwieriges Unterfangen zu sein, aber ich lasse mich natürlich gerne eines Besseren belehren.
Was plant man? Mit steereo.de wird vermutlich noch in diesem Monat ein neuer Dienst an den Start gehen, der uns mit Musik versorgen will. Das Prinzip klingt nach einem Hybriden aus roccatune und last.fm. So soll der kostenlose Musik-Stream durch Werbung finanziert werden und darüber hinaus ein Premium-Service angeboten werden, der den Hörer monatlich knapp zehn Euro kosten soll.
Wieso ich es für schwierig halte? Vermutlich, weil es schon einige sehr etablierte Dienste gibt in diesem Bereich, und diesen Rückstand muss man erst einmal aufholen. Darüber hinaus scheint MySpace Music für den deutschen Markt in den Startlöchern zu stehen.
Auf der Haben-Seite kann man natürlich auch jetzt bereits Einiges verbuchen. So scheint man mit allen großen Labels – EMI, Warner, Sony, Universal – erfolgreich zu verhandeln, man hat einen mächtigen Konzern hinter sich, der die monetären Schwierigkeiten eines last.fm so nicht haben wird und nicht zuletzt hat der Medienkonzern ein viel frequentiertes Netzwerk am Start.
Das ist meines Erachtens auch bislang das Spannendste am geplanten Start von steereo.de: Was nämlich bedeutet dieses Projekt für studiVZ? Nach all den Abgesängen auf das studiVZ – auch von mir – könnte tatsächlich eine spannende Neuerung auf den VZ-Netzwerken anstehen, denn auf einmal sieht es so aus, als könnte man seinen Social Networks mit steereo ein Musik-Feature verpassen, bevor der übermächtige Konkurrent Facebook damit aufwarten kann.
Die Frage ist lediglich, ob es vom Nutzer auch so angenommen wird, ob man wirklich Geld dafür zahlt, dass die Qualität der Songs besser wird bzw das Angebot werbefrei ist. Welchen Mehrwert kann steereo gegenüber den anderen Anbietern kostenloser Musik-Angebote bieten?
Als ich angefangen habe, mich auf Social Networks rumzutreiben, war MySpace mein Favorit, nicht zuletzt wegen des Schwerpunktes auf Musik und der Möglichkeit, Profilsongs einzubinden. Mittlerweile bin ich sporadisch mal bei MySpace unterwegs und verbringe entschieden mehr Zeit bei Facebook, und das unabhängig vom Fehlen einer Musikfunktion. Daher kann ich mir fast nicht vorstellen, dass man die VZs mit steereo wieder auf Kurs bringen kann, so schön ein solches Feature für Fans des großen Studentennetzwerkes auch sein mag.
Dennoch werde ich mir natürlich dieses Portal anschauen, sobald es am Start ist und logischerweise darüber berichten – und ich bin sogar ein wenig gespannt darauf ;)
Wer übrigens auf dem Laufenden bleiben will, was steereo.de angeht und nicht auf meine Meinung hier warten will, kann dem neuen Holtzbrinck-Spross auch bei Twitter folgen oder deren Blog lesen.


