06 Apr, 2009
Vattoz: Und noch ein kostenloser Musikdienst
Posted by: Casi In: Musik|Start up|zweipunktnull
Während die GEMA jammert, dass man unverschämterweise immer noch fast alle Musik-Videos auf YouTube betrachten kann, während roccatune einen Gratis-Album-Stream nach dem anderen raushaut und auch last.fm seinen Hörern weltweit eine Galgenfrist zugesteht, mache ich einen neuen Dienst am Streaming-Horizont aus: Vattoz!
Fragt mich bitte nicht, wo dieses Angebot herkommt – weder findet sich ein Impressum auf der Seite, noch konnte ich andere Infos darüber im Netz finden – vielleicht hat ja ein findiger zweipunktnull-Leser die Mutter aller Suchmaschinen besser im Griff als ich und fördert was Interessantes zutage ;) Ansonsten stehe ich seit eben auch in E-Mail-Kontakt mit den Jungs und werde diesen Artikel updaten, sobald ich was Spannendes zu berichten habe.
Über das Angebot selbst brauche ich Euch gar nicht viel erzählen, denn der große Trumpf dieser Geschichte scheint seine Einfachheit zu sein. Beim Aufruf der Seite seht Ihr einen leeren Player und eine Eingabezeile. Über diese Zeile sucht Ihr nach beliebigen Künstlern oder Songs und aus den Suchergebnissen könnt Ihr dann den gewählten Song entweder direkt abspielen oder zu Eurer Playlist hinzufügen:

Ihr loggt Euch nicht ein, registriert Euch für nichts, sondern könnt direkt loslegen mit Eurer Playlist. Geht sehr schnell und unkompliziert, wobei mir aufgefallen ist, dass – wie so oft – Firefox entschieden besser mit dem Dienst zurechtkommt als Chrome. Hoffe, dort bessert man noch nach.
In Eurer Wiedergabeliste, die Euch dank Cookies beim nächsten Besuch der Seite wieder zur Verfügung steht, habt Ihr dann auch noch einige Möglichkeiten, an Eurer Playlist rumzuspielen. So kann man die Tracks umbenennen, die Reihenfolge der Liste ändern und entscheiden, ob Ihr – falls verfügbar – auch gleich das passende Video dazu sehen wollt. Eure selbstgebastelten Listen könnt Ihr dann später auch mit Euren Freunden teilen, egal ob sie Leser Eurer Blogs sind oder sich bei Facebook und Co rumtreiben.
Woher die Suchergebnisse generiert werden, wie legal ein solcher Service ist usw werde ich hoffentlich morgen hier nachreichen können. Aber mein Tipp dazu: Freut Euch nicht zu doll über ein solches Angebot, denn erfahrungsgemäß verschwinden sie auch oft genau so schnell wieder wie sie aufgetaucht sind. Wer jedoch einfach schnell mal eine Playlist generieren will, sollte sich die Sache ruhig schon mal anschauen.
(via GO2WEB20)
Update:
So, die Vattoz-Jungs haben sich via E-Mail bei mir gemeldet und mir zumindest bestätigt, dass sie europe-based sind – na immerhin ;)
Wie ich gestern schon geschrieben habe, bedient sich Vattoz bei YouTube und darüber hinaus beim polnischen Portal Wrzuta.pl, welches eventuell darauf hinweist, wo genau aus Europa Vattoz stammen könnte ;) Für die Zukunft wird man jedenfalls auch weitere Quellen hinzufügen.
Eigentlich wollte man die ganze Geschichte auch nur für die eigenen Zwecke nutzen, wurde dann aber wohl vom öffentlichen Interesse überrascht:
This service was developed for our personal use first, but it start to grow up suddenly – I think our friends liked it – Afterwards we added other features like multilingual user interface.
Man hat bewusst keine User-Accounts eingebaut, um den Service so simpel wie möglich zu halten, für die Zukunft will man ein solches Modell jedoch nicht ausschliessen. Ein kostenpflichtiges Premium-Modell hingegen ist überhaupt gar nicht angedacht.
Vattoz betont, dass man lediglich auf Content zugreift, der sowieso schon im Netz frei verfügbar ist, keiner der Tracks liegt also auf Vattoz-Servern. In diesem Punkt unterscheidet man sich jedenfalls nicht von anderen Anbietern, die sich ebenfalls in einer solchen rechtlichen Grauzone bewegen. Denn selbst, wenn man keinen illegalen Content ins Netz stellt, kann man ja nicht sicherstellen, dass man immer auf legal gehostete Daten verlinkt.



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