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07 Apr, 2009

Schnell – schneller – FriendFeed

Posted by: Casi In: Lifestream| Microblogs| zweipunktnull

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FriendFeed hat sein Angebot komplett runderneuert und "twitterisiert" – zumindest war das mein Eindruck, als ich mir das erste Mal gestern das neue FriendFeed angeschaut habe. Auf meine Überschrift bezogen stellt sich mir jetzt jedoch die Frage, ob der passende Superlativ "am schnellsten" oder eher "zu schnell" lautet, denn bei vielkommentierten Threads ist das Tempo atemberaubend schnell und erinnert eher an einen Chat als an Lifestreaming. Glücklicherweise sind nicht alle Beiträge so hoch frequentiert wie die von Scoble, Gillmore Gang und Co und darüber hinaus gibt es schließlich auch einen Pause-Button für diejenigen, die mit dem Speed so ihre Schwierigkeiten haben ;)

 

Marcel Weiss hat drüben bei netzwertig bereits hervorragend herausgearbeitet, was das "neue" FriendFeed so außergewöhnlich macht. Es ist schnell, stylish, funktioniert in Echtzeit und man kann seinen Feed vielfältig nach seinen Bedürfnissen filtern. So ist es beispielsweise möglich, ein bestimmtes Wort, einen bestimmten Dienst und/oder eine bestimmte User-Gruppe anzeigen zu lassen und die sogar noch anhand des find-ich-gut-Filters qualitativ zu sieben, indem ich eine bestimmte Menge "likes" vorgebe oder es gar an eine bestimmte Person koppel. All das in Summe macht aus FriendFeed einen vermeintlichen Twitter-Killer. Es gibt nur eine einzige Disziplin, in der Twitter vorne liegt – und ärgerlicherweise für FriendFeed ist das die unter’m Strich einzig relevante: Die Userzahlen und der erzeugte Buzz, das Ankommen Twitters im Mainstream – da kann FriendFeed leider nicht mithalten. Das Netz ist voll von early birds und Twitter ist einer davon. Das wird es für FriendFeed schwierig machen, sich trotz der weit überlegenen Technologie und Usability in twittereske Userzahlen aufschwingen zu können. In die gleiche Kerbe haut auch Stan Schroeder bei mashable in seinem improve-friendfeed-Artikel.

Dazu kommt, dass über dem frühen Vogel Twitter zudem noch der riesige Raubvogel Facebook kreist. Auch Facebook fügt seinem News-Feed mittlerweile die Daten in Echtzeit zu, allerdings muss man die Seite nach wie vor aktualisieren, um auf dem neuesten Stand zu sein. Aber an diesem Punkt wird bereits gearbeitet.

Spätestens dann und mit der gewaltigen Power von 200 Millionen Usern im Rücken wird vermutlich kein Hahn mehr danach krähen, dass Facebook sich dreist bei FriendFeed bedient hat – weil mindestens 199 Millionen dieser User noch niemals von einem Dienst namens FriendFeed gehört haben.

Ich bin ehrlich gesagt ein wenig hin- und hergerissen, da ich auf der einen Seite Facebook richtig klasse finde und selbst täglich nutze, andererseits ist es deprimierend, dass FriendFeed so großartig gewichtete Funktionen und durchdachte Änderungen durchführt, ohne die verdiente Aufmerksamkeit der breiten Masse dafür auf sich ziehen zu können.

Tut Euch den Gefallen – falls nicht eh schon geschehen – und meldet Euch bei FriendFeed an (und folgt mir hier, wenn Ihr mögt). Ich verspreche Euch, dass Ihr dort die Zukunft von Twitter und Facebook schon heute seht.

 

  • Wenn ich mir die Profilseiten von FriendFeed so ansehe, sehen sich die Newsfeed-Seiten der drei Anbieter ja ziemlich ähnlich. Falls ich mich bei FriendFeed auch noch anmelde, hab ich das Gefühl mich zwischen den Lifestream-Sites zu verzetteln. Wie schaffst Du es da den Überblick zu behalten?
  • "Schaffen" ist da zu viel gesagt, Ralph - ich muss da auch gewichten. Ich bin selten auf FriendFeed, da ich via RSS-Feed die Infos von dort in meinen Google Reader gefeuert bekomme. Wenn ich - so wie gestern - öfter bzw länger auf FriendFeed verweile, fällt mir auch auf, dass das zusammen mit Facebook und Twitter in einem Fulltime-Job ausartet. Genau daher räume ich auch FriendFeed keine zu guten Zukunftsaussichten ein - auf lange Sicht wird Facebook mehr und mehr die zweifellos überragenden Features übernehmen und FriendFeed selbst in die Bedeutungslosigkeit verfrachten...
  • Ich denke schon, dass FriendFeed eine Nische für sich findet. Vorausgesetzt natürlich, dass sie dann ein tragfähiges Geschäftsmodel haben.
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