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10 Apr, 2009

studiVZ: Edel geht die Welt zugrunde…

Posted by: Casi In: Media|Social Networks

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Der Spiegel also ist die erste Institution, die sich an die neugeschaffenen Edelprofile ranwagt, die man nun bei den VZs anlegen kann. Entgegen einem Gerücht, welches sich aus einem Kommentar bei netzwertig verbreitet hat, will das mehrblog erfahren haben, dass es keinen Fixpreis für diese Edelprofile gibt, sondern jeweils ausgehandelt werden. Meines Erachtens auch nachvollziehbar, da ja Art und Umfang der Zusammenarbeit unterschiedlicher Prägung sein können. 

Der Spiegel ist direkt mit vier Edelprofilen an den Start gegangen – je einmal beim jeweiligen VZ und zudem beim studiVZ auch noch mit dem Uni-Spiegel:

Beim schülerVZ muss man allerdings feststellen, dass es sich da eher um eine simple Werbeseite denn um ein interaktives Profil handelt, denn im Gegensatz zu den anderen Spiegel-Ablegern fehlt beim schülerVZ sogar die Pinnwand.

Wenn man sich die Seite an sich anschaut, muss man feststellen, dass es sich lediglich um eine verschandelte Mini-Ausgabe des eigentlichen Webauftrittes des Spiegel handelt. Bleibt zu hoffen, dass man dafür wirklich entschieden weniger als 3000 Euro berappen muss. Uwe nebenan auf alles2Null macht eine Rechnung auf, nach welcher man monatlich "lediglich" 600 Abos verkaufen müsste, um die Kosten wieder reinzubekommen. Nix gegen Dich, Uwe – aber da kann und will ich mich nicht anschließen. Immerhin reden wir von über 7000 neuen Abonnenten im Jahr und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man die durch ein solches Angebot beim studiVZ generieren kann. Ich lese den Spiegel online sehr häufig, würde ihn aber tendentiell eher nicht abonnieren – schon gar nicht, wenn die Grundlage meiner Entscheidung ein Webauftritt im Stile der Neunziger sein sollte.

Da wir aber die wahren Kosten dieser Profile nicht kennen, ist jede weitere Rechnerei und Spekulation aber eh obsolet.

Greifbarer hingegen sind die eklatanten technischen Mängel des Angebotes. Zum Vergleich poste ich jetzt mal Screenshots von Spiegel online, dem VZ-Ableger und zuletzt dem Facebook-Ableger:

Spiegel online

sponvz

sponfb

Logischerweise wird der jeweilige Artikel des Spiegels nicht komplett eingebunden, da tun sich Facebook und studiVZ nichts. Warum aber bei der VZ-Variante so übel das Scrollrad bemüht wird, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Ich hoffe, Ihr könnt in den Screenshots die Unterschiede in der Usability erkennen bei den beiden Social Networks. Während es sich beim VZ lediglich um eine nackte Linkschleuder handelt, die den Leser des Teasers auf Spiegel online führt, kann ich bei Facebook jeden Artikel bewerten und – viel entscheidender – auch kommentieren. Durch diese Funktion kann man direkt mit anderen Lesern des Artikels kommunizieren, was mir persönlich entschieden mehr bringt, als einen Pinnwandeintrag auf einem Edelprofil zu hinterlassen.

Ich finde es auch unzumutbar, gleich sechs(!!) dieser eingebetteten Scroll-Fenster auf einem solchen "Edel"-Profil zu platzieren. Zumindest Design und Usability umschreibt man da wohl nicht mit dem Begriff "edel". Wer sich ein wenig durch die Pinnwandeinträge liest, wird auch feststellen, dass die gewünschte Schnittmenge – VZ-User und Spiegel-Leser – alles andere als begeistert ist von diesem Auftritt.

Den Spiegel bzw dessen Absichten kann ich teilweise nochverstehen – auch wenn man vieles (Twitter) im Netz nicht so richtig kapiert, möchte man trotzdem irgendwie überall parat sein. Wieso man sich aber auf einem Studentennetzwerk nun so blamieren lässt, ist mir absolut ein Rätsel. Findet Ihr die Sache selbst gelungen, Spiegel? Ihr mögt ein klein wenig Buzz erzeugen, weil Ihr als erste ein solches Edelprofil an den Start gebracht habt, aber der Effekt ist meines Erachtens ein äußerst fragwürdiger…

Schwacher Trost, dass man – statt ihn dort zu lesen – den Spiegel nun auch gruscheln kann und er sogar zurückgruschelt…

Stimmt es eigentlich, dass man auf der studiVZ-Seite landet, wenn man nach "fail" googelt? ;)

 

 

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