Hmm, da habe ich wohl etwas früh Entwarnung gegeben! Während Twitter selbst nämlich recht schnell verkündet hat, dass man den stalkdaily-Wurm lokalisiert und im Griff hat, saß dessen Nachfolger schon in den Startlöchern. Somit sollten sowohl der Name stalkdaily als auch Mikeyy Mooney für die Microblog-Zukunft verbrannt sein bis in alle Ewigkeit, denn einem Projekt mit diesen zweifelhaften Geburtshelfern möchte sich wohl niemand von uns widmen.
Während ich diesen Artikel schreibe, fährt nun bereits die vierte Generation des Wurmes eine verheerende Angriffswelle und für die, die aktuell Twitter nutzen, scheint es auch das Topthema zu sein. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob es eher traurig, dramatisch oder eher beides ist, dass dieser Schädling immer noch sein Unwesen treiben kann. Leider bin ich technisch nicht so bewandert, als dass ich für mich selbst erklären könnte, wieso man eine Sicherheitslücke geschlossen haben will seitens Twitter, die aber so offensichtlich weiterhin meilenweit aufklafft.
Wichtig ist für Euch erst einmal, wie Ihr Euch zu verhalten habt. An der von mir kurz angerissenen Vorgehensweise hat sich grundlegend auch jetzt nichts geändert. Das A und O ist vor allem, dass Ihr Eure Ärsche nicht direkt auf Profilseiten anderer Twitter-User bewegt, denn das bloße Aufrufen reicht schon zum Infizieren.
Mashable hat eine verständliche und umfassende Anleitung veröffentlicht, und da es bei Wuensch-Media davon auch schon eine sehr gute Übersetzung gibt, kann ich mir diese Mühe an dieser Stelle sparen ;)
Interessant wird jetzt sein, die weitere Entwicklung in den nächsten Stunden (oder gar Tagen?) bei Twitter zu beobachten:
- Wie wird sich Twitter selbst äußern und verhalten?
- Werden die Twitter-User den Wurm grummelnd und meckernd dulden, oder zumindest zeitweise abwandern?
- Wenn sie abwandern – wohin geht die Reise? Wer ist der Profiteur dieses Debakels? FriendFeed, identi.ca oder Facebook?
Twitter ist sehr lange erstaunlich stabil gewesen. Jetzt tauchten bereits in den letzten Tagen verstärkt wieder Probleme auf mit hakenden Timelines und verspäteten Tweets und als Krönung jetzt dieses Wurm-Theater. Bin gespannt, wie sich Twitter daraus befreien wird.
Machen wir uns nichts vor – den "Twitter-Killer" gibt es nirgendwo da draußen im Moment. Selbst ein stabiles und offenes identi.ca – welches noch als erstes diesen Anspruch hätte – kann nicht einen Hauch des Buzz erzeugen, der für Twitter selbstverständlich ist. Daher denke ich, dass die großen Wellen twitter-müder Nutzer nicht woanders an Bord gehen, sondern stattdessen das Microblogging zumindest für den Augenblick drangeben. Oder glaubt Ihr allen Ernstes, dass sich Demi Moore, Ashton Kutcher und andere Twitter-User anderen Plattformen zuwenden würden? Na und genau dort liegt der Wurm Hund begraben: Es geht doch hier nicht um die innovativste, stabilste und sicherste Plattform, sondern um die, die sich als einzige hat freischwimmen können aus dem Geek-Becken.
Also, Twitter-User da draußen – nochmal abschließend die aktuellen No-Gos: Finger weg von Profil-Seiten und seid ebenso vorsichtig bei Links – gerade bei den schön anonymen short-URLs! Nutzt TweetDeck und Co als Client und haltet Augen und Ohren offen – die Brüder drüben in den großen US-Blogs halten Euch da sicher schneller und umfassender auf dem laufenden, als ich das angesichts meines anstehenden Grill-Ausfluges heute hier gewähren kann ;)




