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27 Apr, 2009

Facebook: Größer, schneller und offener

Posted by: Casi In: Apps|Open standards|Social Networks

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Die letzten Innovationen bei Facebook im Rahmen des Redesigns drehten sich großteils um den Live-Feed, den man in den Mittelpunkt der Plattform gerückt hat. Dieser Feed wird mittlerweile in Echtzeit gefüttert und es wird auch nicht mehr Lange dauern, bis das Aktualisieren wie bei FriendFeed automatisch über die Bühne geht. Zusammen mit den mittlerweile erreichten 200 Millionen Usern, die das Social Network der Superlative bevölkern, war das schon eine gewaltige Kampfansage an jeden, der glaubt, mit seinem eigenen Projekt in Konkurrenz zu Facebook treten zu können.

Fast hat man das Gefühl, man möchte eben dieser Konkurrenz keine Luft zum atmen lassen, denn jetzt lässt Facebook eine weitere Bombe platzen: Man öffnet sich weiter und ermöglicht es dadurch den 3rd-parties, Facebook-Applikationen zu programmieren, die – ähnlich Twitter – die Facebook-Daten auf externen Kanälen anzeigt.

Eure jeweilige Zustimmung vorausgesetzt, werden wir also zukünftig einen ähnlichen App-Reigen erwarten dürfen, wie wir ihn von Twitter kennen und schätzen gelernt haben. Eine der ersten Anwendungen wird der Seesmic Desktop sein, dessen Schwerpunkt bislang auf Twitter lag. Einen ersten Screenshot mit einem bekannten Gesicht findet Ihr bei venturebeat. Weitere Partner bzw Applikationen sowie eine eigene Air-App werden ab heute unter dem Punkt "For your desktop" verfügbar sein.

Ich finde diesen Schritt genauso logisch wie auch bemerkenswert, denn bis dato hat jedes Social Network versucht, möglichst viele Personen auf seine Plattform zu holen. Facebook nun beweist Stärke, indem es zulassen wird, dass wir Facebook zum Beispiel per Air-Applikationen nutzen können, ohne uns direkt auf der Facebook-Seite blicken zu lassen.

Man wird da mit tausendprozentiger Sicherheit auf spannende Apps hoffen dürfen, was jedem klar sein sollte, der das Twitter-Interface mit den vielen großartigen Clients vergleicht, die das Original an Usability, Design und Funktionsumfang allesamt locker in die Tasche stecken.

Spätestens dann werden auch diejenigen verstummen, die immer noch auf das Redesign Facebooks schimpfen, denn zukünftig wird man seinen Datenstrom noch viel genauer seinen Bedürfnissen anpassen und filtern dürfen.

Marcel von netzwertig.com geht bei dem offenen Standard von OAuth aus und ist – wie ich – der Meinung, dass man die deutsche Social Network-Konkurrenz damit noch weiter abhängt.

Ich wälze mich Facebook betreffend ja gerne mal in Superlativen – und auch heute möchte ich die Prognose wagen, dass Facebook heute einen ganz entscheidenden Schritt macht und fortan nicht mehr nur die größte, beste, innovativste Plattform unter den sozialen Netzwerken sein wird – ab heute spielt man in einer eigenen Liga. Vermutlich hat man sogar einen ganz anderen Sport erfunden.

  • Man kann vielleicht anfügen, dass ja bei Twitter gezeigt, dass trotz der ganzen Apps der Löwenanteil der Updates immer noch via web kommen.

    Daher ist dieser Schritt auch gar nicht so doof: Man erhöht die Attraktivität der Platform ohne (zu) viel zu riskieren...

    René / http://twitter.com/rrrene
  • Bernd
    "denn zukünftig wird man seinen Datenstrom noch viel genauer seinen Bedürfnissen anpassen und filtern dürfen."

    und wieso kriegt das facebook auf deren seite nicht selber hin?
  • Tja, gute Frage, Bernd. Wieso können Tweetdeck oder Seesmic mehr als Twitter selbst? Vielleicht legt man den Fokus auf andere Dinge, vielleicht erachtet man zusätzliche Funktionen einfach nicht als nötig oder man kann es manchmal vielleicht auch einfach nicht besser. Es gibt jedenfalls einige Beispiele dafür, dass externe Entwicklungen von 3rd parties mehr können als das Original und genau das erwarte ich zukünftig auch von den Facebook-Apps.
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