Gerne stelle ich hier heraus, dass dieses hier kein politisches Blog ist, keines werden soll und dass ich alles andere als ein Politblogger bin – dafür gibt es unzählige Kollegen, die das wesentlich besser beherrschen und davon ab habe ich ja auch gar nicht diesen Anspruch an mich.
Manchmal aber gibt es eben doch Schnittmengen, wenn Internet und Politik aufeinander treffen und in einem solchen Fall greife ich das Thema natürlich gerne auf – allein schon aus dem Grund, weil mich noch bislang jedes Mal die Reaktionen ein Stück weiter gebracht haben in Themenfeldern, bei denen mir oft der nötige Hintergrund fehlt.

Vielleicht ist das nicht hundertprozentig der Weg, wie ein Blog funktionieren sollte, aber mir geht es in dem Artikel nicht in erster Linie darum, Euch über etwas Neues zu informieren, sondern möchte selbst etwas in Erfahrung bringen.
Daher verschwende ich jetzt auch gar nicht viel Zeit damit, Euch von Zensursulas Eskapaden zu erzählen – die sollten hinlänglich bekannt sein. Vielleicht hier nur kurz ein Zitat von der deutschen Zensur-Beauftragten, welches aus einem Radio-Interview mit radio1 stammt:
Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.
Wie gesagt, ich bin kein Politik-Experte, aber für mich hört sich das so an, als würde ich allein aus dem Umstand kriminalisiert, dass ich mich eventuell besser im Netz bewegen kann als die Ministerin von der Leyen. Weiter habe ich durch zahlreiche tolle Blogbeiträge und die einschlägigen Onlinemedien gelernt, dass der angedachte Filter ungefähr genau so wirksam ist, als würde sich ein Minister vor das Volk stellen und einen flammenden Appell halten, indem die Bevölkerung dazu aufgerufen wird, doch bitte nicht kriminell zu werden.
Ich halte das, was da gerade vor sich geht aus gleich zwei Gründen für eine Farce: Derjenige, der genügend kriminelle Energie mitbringt, um seine perversen Neigungen zu befriedigen, wird sich von einem solchen Filter nicht hindern lassen. Gleichzeitig aber – auch im Hinblick darauf, dass sich die Kinderpornographie nach wie vor Bagatelldelikt schimpfen darf – werden anderen Eingriffen (sprich: weiterreichende Zensur) Tür und Tor geöffnet.
Es gibt nun zum einen die Möglichkeit, dass man schlicht und ergreifend in der Regierung so dämlich ist, entgegen jeder Expertenmeinung diesen Internetfilter für clever zu halten. Diese Möglichkeit möchte ich eigentlich ausschliessen! Meiner Meinung nach kann man nämlich zum anderen davon ausgehen, dass man schon weiß, welches Instrument man da installiert und tut das, weil die Kinderpornographie nur ein Schreckgespenst ist, welches man vorschickt.
Gar nicht mal so unclever – denn der gesunde Menschenverstand verbietet es, sich über ein Instrument aufzuregen, welches doch gegen eines der widerwärtigsten Verbrechen greifen soll. So kann man mit einem Schlag auf Stimmenfang gehen mit dieser mehr als populistischen Geschichte und darüber hinaus das BKA mit der Anfertigung einer Liste beauftragen, die natürlich jederzeit beliebig erweiterbar ist. Beliebig allein schon deswegen, weil uns ja komplett der Einblick fehlt, wonach das BKA diese Listen erstellen wird.
Der Aufschrei der Entrüstung in meinem Bekanntenkreis (zumindest den internetaffinen Personen) ist dementsprechend groß und da komme ich jetzt wieder auf das zurück, was ich eingangs schon zu erklären versucht habe: Wo ist jetzt der Protest gegen das, was hier gerade ansteht? Ich meine damit nicht übersichtliche Facebook-Gruppen zu dem Thema oder Unmutsbekundungen via Twitter. Mich würde interessieren, wie man einer großen, schlecht informierten Öffentlichkeit klarmachen kann, was man uns hier gerade ans Bein zu binden versucht.
Daher wüsste ich von Euch gerne, was man tun kann und wie man es tun kann, dass – gerade jetzt im einsetzenden Wahlkampf – größerer Schaden abgewendet werden kann, und man den viralen Stein ins Rollen bringen kann.
Blogger bzw Beiträge zum Thema:
Hier findet Ihr Möglichkeiten, eine Vorschaltseite zu installieren, die auf die Zensurproblematik aufmerksam macht:
Facebook-Gruppen zum Thema:
Wenn ich mir dwitter anschaue, scheint sich bei Twitter #zensursula auch als einheitliches Hashtag durchgesetzt zu haben.
Das sind erst einmal die Links, die ich Euch an die Hand geben möchte und ich hoffe jetzt darauf, dass mir mindestens einer meiner Leser Wege aufzeigen kann, wie man sich im Netz möglichst gekonnt organisieren kann in dieser Sache, ohne dass man gleich zu sozialen Unruhen aufruft, wie es die Linken in NRW derzeit tun.
Update:
3Dsupply verschenkt Zensursula-Shirts in Zusammenarbeit mit Foebud e.V. – Ihr zahlt lediglich 6,90 Porto. Falls Ihr für weitere 10 Euro bestellt, wird dieses Porto sogar nochmal auf 2,50 Euro gesenkt. Mein Shirt ist jedenfalls bereits bestellt :)





