zweipunktnull.org

16 Mai, 2009

Zwischenstand: Zensurgegner 1 – Zensursula 1

Posted by: Casi In: zweipunktnull

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Tja, es hätte so schön sein können. Mittlerweile 83000 Menschen haben die Petition gegen die Internetsperren unterzeichnet. Um es sportlich auszudrücken: Der Underdog hat durch eine Energieleistung vorgelegt und den Führungstreffer zum 1:0 markiert. Geschickt hielt man den Ball in den eigenen Reihen, spielte weiter schön nach vorne und liess sich auch nicht beirren, als der Gegner ebenfalls forscher wurde. Mit "forscher" meine ich in diesem Falle, dass sich eine Bewegung gegen unsere Petition formiert hat, über die ich in meinem Artikel Zensursula: Langsam wirds peinlich bereits berichtet habe. Vorneweg marschiert die kinderhilfe.de mit ihrer Aktion.

Um auf den Fußball zurückzukommen: Während der Gegner nicht in der Lage war, ernsthaft für Gefahr zu sorgen, hat nun jemand aus den eigenen Reihen mit einem verhängnisvollen Eigentor die Mannschaft der Zensur-Befürworter wieder ins Spiel gebracht. Wie sowas aussieht, könnt Ihr auf kinderhilfe.de sehen oder hier auf dem Screenshot:

kinderhilfehack

Das war nicht ein Eigentor der Marke "aus Versehen in den Ball gegrätscht" – das war ein Sonntagsschuß in den Winkel. Leute, Leute – wie kann man bitte so bescheuert sein???

Wir wollen den Menschen da draußen allen Ernstes mitteilen, dass das Internet nicht dieser Sündenpfuhl ist, als welcher es dargestellt wird und haben nichts besseres zu tun als die Homepage der Deutschen Kinderhilfe zu hacken?? Da platzt mir echt der Arsch…

Wem will man denn jetzt noch erzählen, dass die 20 Prozent der Internetuser, die die angedachte Sperre umgehen können, keine Kriminellen sind? Viele User machen echt Betrieb, um auch den weniger internetaffinen Menschen den fatalen Logikfehler dieser Internetsperren vor Augen zu führen und dann kommt ein Vollpfosten und reißt alles, was wir mühevoll errichtet haben, geschmeidig mit dem Arsch wieder ein…Blitzbirne…

Unter der oben eingeblendeten Grafik befinden sich noch einige Links, die zwar über den Unsinn der Internetsperre aufklären, die in diesem Kontext aber natürlich kontraproduktiv sind. Einer der Verlinkten ist Fefe, der selbst auch scheißsauer ist – logischerweise.

Liebe Grüße an den Defacer und vielen Dank für nichts, Du Affe!

 

  • Hilf mit, den Schaden zu begrenzen! https://epetitionen.bundestag.de/index.php?topi...
    Hier kann man sich öffentlich distanzieren!
  • solnetwork
    Wer von den "weniger internetaffinen Menschen" nicht damit umgehen kann, daß das Medium Internet wie alle anderen Medien das wirkliche Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen, Chancen und Risiken abbildet, möchte sich doch bitte ganz auf die Offline-Welt beschränken.
    Das meine ich sehr ernst: Die unseligen Diskussionen über das Medium Internet haben wir ausschließlich Leuten zu verdanken, die nicht über die erforderliche Medienkompetenz verfügen. Hier liegt die eigentliche Wurzel des Übels.
  • Du hast natürlich recht, dass die nötige Medienkompetenz bei den Entscheidungsträgern gar nicht bis wenig vorhanden ist. Ich kenne genügend Menschen, die jeden Tag im Internet sind und da eine Handvoll Seiten besuchen, aber keinen Schimmer haben, was es mit der Petition oder den angedachten Internetsperren auf sich hat.
    Internetaffin ist ja nicht gleichbedeutend mit online, und genau deswegen ist es so ein schwieriges Geduldsspiel, diesen Menschen zu erklären, dass "wir" gar nicht für Kinderpornografie, sondern gegen Zensur in jeglicher Form sind und die Internetsperre für ein ungeeignetes Instrument halten.
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