zweipunktnull, casi, casidevotee: Das sind oft von mir verwendete Nicks, und wenn jemand meinen richtigen Namen nicht weiß oder davon ausgeht, dass ich mit einem der eben genannten Nicks online bin, dann stehen die Chancen echt nicht schlecht, mich bei einem Portal oder einem Social Network so ausfindig zu machen.
Bei Facebook ist die Geschichte schon schwieriger. Wer da nach mir sucht und meinen Namen nicht kennt, hat ein echtes Problem. Mein Account dort lautet nämlich: http://www.facebook.com/profile.php?id=687952531 Schön eingängig, was?
Facebook hat eingesehen, dass man diese Strategie überdenken muss und hat vor einiger Zeit angefangen, Vanity-URLs zu vergeben, so wie beispielsweise www.facebook.com/depechemode. Nico Lumma der Schlawiner hat es ebenfalls zu so einer Vanity-URL gebracht. Dafür muss man entweder zur allerersten Riege der Blogger-Gemeinschaft gehören, sich innig um Mark Zuckerberg bemühen oder wenigstens den kürzlich festgezurrten Russen-Deal für Facebook angezettelt haben – welches war Deine Methode, Nico? ;)
Michael Arrington von TechCrunch hat nun erfahren, dass im Laufe der kommenden Woche diese Vanity-URLs auch für Normalsterbliche möglich werden. Wenn man sich anschaut, welche Rolle Facebook weltweit spielt, wie wichtig eine aussagekräftige URL für jeden User mitunter sein könnte, dann sollte einem klar sein, dass ein riesiger Run einsetzen wird, sobald diese Weiterleitungen freigeschaltet sind.
MySpace und jüngst auch Twitter sind schöne Beispiele dafür, wie entscheidend eine solche "Marke" sein kann. Viele von uns sind Verkäufer. Journalisten, Entrepreneurs, Dienstleister – oder wie ich – Blogger. Selbst, wenn ich der kleinste Blogger bin mit 10 Lesern und dem Ziel, nächsten Monat vielleicht 15 Leser zu haben, bin ich ein Verkäufer, der sich selbst und seine Beiträge an den Mann bringen möchte. Dabei hilft mir natürlich – neben ansprechenden Artikeln – auch eine Marke, die man mit mir in Verbindung bringen kann. Deshalb werde ich jetzt logischerweise die nächsten Tage nicht mehr vom Notebook weggehen, mich mit nicht näher beschriebenen Präparaten wachhalten, eine Standleitung zum favorisierten Pizzadealer einrichten und nicht ruhen, bis ich meine Vanity-URL habe. ;)
Bin übrigens gespannt, ob es nicht eine Vielzahl an Spaßvögeln und Verwirrten geben wird, die sich auf mehr oder minder bekannte Marken stürzen werden. Bei www.facebook.com/apple gibt es z.B. im Gegensatz zur Microsoft-URL noch keinen Besitzer, aber bei solchen dicken Unternehmen denke ich mal, dass Facebook die auch nur an die jeweiligen Unternehmen vergibt. Bei kleineren Geschichten wie twitpic oder anderen Startups könnte es durchaus schon schwieriger werden.
Wie siehts bei Euch aus? "Braucht" Ihr auch eine solche Vanity-URL oder eher nicht?




