Zeit für ein Geständnis: Als Fotograf bin ich eine totale Lusche. Wenn ich mir meine Freundin oder andere anschaue, stelle ich neidisch fest, dass die ein Auge für Motive, Beleuchtung etc haben. Sowas geht mir völlig ab. Das Einzige was ich kann ist: zielen! Über Kopf oder aus der Hüfte geschossen – fast immer befindet sich auf dem Foto das, was sich dort befinden soll. Dummerweise meist verwackelt, schlecht ausgeleuchtet oder was man auch immer vermasseln kann beim Knipsen.
Das ist aber grundsätzlich kein Problem für mich – ich habe mich damit arrangiert, dass ich nur der Party-Schnappschuss-Typ bin, was Kameras angeht. Dementsprechend bin ich auch nur mit ‘ner handlichen Exilim ausgestattet, mit der ich dafür aber vollstens zufrieden bin, weil sie im Rahmen meiner Möglichkeiten das tut, was sie soll: Momente festhalten, von denen ich glaube, dass sie festgehalten gehören.
Wer da anspruchsvoller ist und höherwertige Bilder hochladen möchte, kann das beispielsweise bei flickr tun. Eine weitere brandneue Alternative will ich hier heute vorstellen. Sie nennt sich expono und befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase.
Zunächst mal sollte ich Euch wissen lassen, welchen Anspruch ich an eine moderne Fotosharing-Applikation/-Seite habe:
- Sicherheit – ich muss filtern können, wer was sehen darf
- Community – ich möchte meine Fotos an die mir wichtigen Communities – vor allem Facebook und Twitter – schicken können
- Platz – ich muss auch in der Lage sein, mehre Fotos hochladen zu können, ohne aus Platzgründen die Bilder der letzten Woche wieder runterschmeissen zu müssen.
Also schau ich mal, ob das bei expono alles so hinkommt. Nach dem ersten Einloggen werde ich erst einmal auf meine Möglichkeiten hingewiesen:

Aha, da scheint ja ein Punkt auf jeden Fall schon mal erledigt zu sein: Facebook/Twitter/FriendFeed-Integration! Logischerweise probier ich das als Erstes mal aus:

Das klappt auch alles schnell und schmerzfrei – beste Voraussetzungen, um nun mal ein, zwei Bilderchen hochzuladen. Bei expono habe ich von Haus aus ein Gigabyte Speicherplatz. Das ist für mich eine Menge, aber für semi-professionelle Fotografen vermutlich sehr knapp bemessen. Ähnlich wie bei flickr kann man aber seinen Account kostenpflichtig pimpen und kann dann 10 Gigabyte (auf Anfrage wohl auch mehr) verballern.
Der Bilderupload funktioniert auch sehr gut, man ist eigentlich in keiner Sekunde damit beschäftigt, nach einem Button oder einer Funktion zu suchen, weil sich alles selbst erklärt bzw gut sichtbar platziert ist.
Ich erspare mir/Euch jetzt, über die obligatorischen Features zu referieren. Denn logischerweise kann man Alben anlegen, Bilder sortieren, taggen, Geodaten angeben und all das, was zu einer Foto-Sharing-Seite nun einmal dazu gehört. Erstes bemerkenswertes Feature war meiner Meinung nach die "Stack-Funktion". Ich kann Fotos auf einen virtuellen Stapel packen, und dabei ist es unerheblich, ob die Bilder von verschiedenen Usern oder aus verschiedenen Alben stammen.
Egal, auf welcher Seite ich mich nun bei expono befinde, mein "Stack" befindet sich ständig unten links eingeblendet und ermöglicht mir, diese Bilder möglichst schnell aufzurufen oder sie mit jemandem per Mail zu teilen.
Für jedes Bild wird eine Seite aufbereitet, die dann doch wieder ziemlich an flickr erinnert. Ich kann Geo-Daten angeben und auf der Seite einsehen, Fotos kommentieren und bewerten und auch Personen auf dem Foto markieren, wobei sich expono dann hierbei der Daten aus den angegebenen Netzwerken bedient:

Da ich von hier aus auch Bilder runterladen kann, ist es auch sicher erwähnenswert, dass ich beim Upload CC-Lizenzen vergeben kann. Über den "Add this"-Button kann ich wie gewohnt meinen Link in die weite Welt hinausschicken, angenehmer geht es aber via Share-Button oben rechts:

Da habe ich dann allerdings feststellen müssen, dass noch nicht alles so aussieht, wie ich es persönlich gerne hätte. Ich konnte zwar einen Kommentar bei Facebook abgeben, aber zu dem Kommentar fehlt dann leider das passende Thumbnail. Ansonsten funzt die Verlinkung zu expono aber bestens. Bei Twitter und FriendFeed ärgert mich ein wenig, dass ich keinen eigenen Text formulieren kann.
Richtig toll hingegen finde ich die Tatsache, dass alleine das Taggen eines Fotos mit einem Namen aus meiner Facebook-Liste dazu führt, dass die betreffende Person eine Info darüber auf ihrem Newsfeed erhält:

Wenn die Twitter-Funktion noch ein wenig ausgebaut wird, kann ich mir durchaus vorstellen, expono in Zukunft öfter zu verwenden. Außer dem bereits Aufgezählten bietet es noch eine Vielzahl an Möglichkeiten: Ich kann Links zu den Fotos versenden oder sie direkt in meine Homepage oder mein Blog einbinden – übrigens auch ganze Alben. Expono sucht auf Wunsch nach doppelten Bildern, lässt mich die Bilder in einer Slideshow darstellen – und was ich am Wichtigsten von allem finde: Ich werde mich nie wieder damit rumärgern müssen, eine 5mb-große Fotodatei durch die Weltgeschichte schicken zu müssen. Die Dateien bleiben in dem ursprünglichen Format erhalten und sind dennoch schnell zugänglich für Jeden, der die Bilder sehen soll/möchte.
Wer jetzt Lust auf expono bekommen hat, kann sich als zweipunktnull-Leser über diesen Link für die geschlossene Betaphase anmelden. Vielen Dank dafür an Magnus Jonsson, Co-Founder und Entwickler von expono, der mir diesen Zugang eingerichtet hat.
Aufmerksam wurde ich auf expono übrigens – wieder mal – durch Orlis Blog :)




