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07 Jun, 2009

Bing vs Google: Wer suchet…

Posted by: Casi In: World wide web|zweipunktnull

bing …der findet? Wie vergleicht man am besten zwei Suchmaschinen? Eine Menge Blogger versucht sich in diesen Tagen – genauer gesagt seit dem Launch von Bing – an dieser Disziplin und das mit wenig eindeutigen Ergebnissen. Wenn man fair ist, muss man den Jungs aus Redmond bescheinigen, keinen Totalausfall an den Start gebracht zu haben. Bing funktioniert (zumindest, wenn man die US-Version nutzt), sieht schön aus durch die wechselnden Hintergrundbilder, ist recht schnell und kann teilweise sogar mit neuen Features punkten wie den strukturierten Kategorien bei den Ergebnissen oder der Preview-Möglichkeit bei der Videosuche (das man nebenbei versehentlich einen youporn-Konkurrenten an den Start gebracht hat, lasse ich jetzt mal außen vor).

Je nach Suchbegriff ist auch mal Bing vorne im direkten Vergleich, wobei ich denke, dass generell Google doch noch klar die Nase vorne hat. Wenn ich nach "new iphone" google suche, erhalte ich bei Google über 300 Millionen Ergebnisse und bei Bing noch nicht einmal 300.000. Andererseits findet Bing wesentlich mehr Ergebnisse zu "Google" als Google selbst. Wir kennen natürlich die Unterschiede in den Such-Algorithmen nicht, aber zumindest kann man Unterschiede in den Strategien ausmachen. Alper Iseri hat dazu heute drüben bei Basic Thinking einen interessanten Artikel geschrieben, welcher herausstellt, dass Microsoft durchaus darauf bedacht ist, neben den Werbeerlösen auch noch anders Profit aus den Suchergebnissen zu schlagen:

Hier geht Bing einen entscheidenden Schritt weiter als Google. Eigene Angebote werden getrennt von den zentralen Suchergebnissen zusätzlich angezeigt. Nutzt ein Besucher nun eines dieser Microsoft-eigenen Angebote, um beispielsweise eine Reise zu buchen, kassiert das Unternehmen dafür eine Provision vom Anbieter.

Das spricht dafür, dass sich Microsoft eine weitere Einnahmequelle erschließen kann, sagt aber überhaupt gar nichts darüber aus, wie sich die "Suchenden" – also wir – entscheiden.

"Googlen" steht sogar im Duden und die Suchmaschine Google ist so fest etabliert in unseren Köpfen und unserem täglichen Internetgebrauch, dass man schon viel stärker aufgestellt sein muss, um den Suchgiganten vom Sockel stoßen zu können. Ich bin nicht der Meinung, dass Bing das bieten kann. Da helfen auch keine Werbespots und keine Klingeltöne. Es wird viel geschimpft auf Google, aber dennoch scheint die Masse eher der vermeintlichen Datenkrake bei der Websuche weiter die Stange zu halten, statt auf den Bing-Zug aufzuspringen, schätzt auch der Netzökonom die Lage ähnlich ein wie ich.

Fakt ist, dass Bing schon einen kleinen Schritt weiter geht als die derzeitige Websuche von Google. Dennoch ist man meilenweit entfernt von dem, was man eine semantische Suche nennen könnte. Sowohl WolframAlpha als auch Google selbst mit dem Projekt Google Squared gehen da schon viel konsequenter zur Sache.

Auf diese Weise können wir erkennen, dass die klassische Websuche wie bei Google, Yahoo und Co ein Auslaufmodell im Netz sind. Zukünftig wird man nicht mehr eine Latte an Links aufführen zu einem Suchbegriff, sondern muss Alternativen aufzeigen können, wenn ein Begriff doppelt belegt ist. Ich muss bei einem Begriff wie "Akropolis" die Wahl haben, ob ich nach geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten in Griechenland oder nach einem Restaurant um die Ecke suche. Die kommende Suchmaschine wird in der Lage sein, Fragen im Kontext zu sehen und somit wesentlich genauer auf das zu reagieren, was ich eigentlich wissen möchte. 

Wir haben lange Jahre gesucht, langsam werden wir wohl anfangen, auch mal was zu finden ;)

Wer nicht solange warten will, bis die neue Such-Herrlichkeit Wirklichkeit ist, kann sich spaßeshalber ja mal auswerten lassen, ob für ihn die Suche bei Google, Microsoft oder Yahoo am Passendsten ist. Dazu schaut mal bei blindsearch vorbei. Dort sucht Ihr nach einem Begriff, erhaltet in drei Spalten die Ergebnisse der drei Such-Protagonisten und könnt dann anklicken, welches Ergebnis Euch am ehesten anspricht. Erst dann wird aufgedeckt, für welche Suche man sich entschieden hat.

Bis auf Weiteres werde ich mich aus dem Krieg der Suchmaschinen heraushalten und setze auf einen deutschen Neueinsteiger im Such-Business namens mageleo.

mageleo

Wie Ihr auf dem Bild seht, werden hier – noch konsequenter als bei Bing – die Ergebnisse links strukturiert. Aber so richtig sympathisch wurde mir die Suchmaschine zunächst mal dadurch, dass sie die einzige ist, die unter "zweipunktnull" als erstes Ergebnis mein Blog anzeigt statt irgendwelchen Werbeagenturen ;)

Aber im Ernst: Auch mageleo macht einen ordentlichen, ja sogar erfrischenden Eindruck und ich werde mich da sicher in den nächsten Tagen mehr mit auseinandersetzen. Würde mich nicht wundern, wenn – so quasi als Sidekick zu diesem Artikel – ein ausführlicher Testbericht folgen würde :)

 

  • gloriafo

    Ich probiere auch mageleo aus, und bin ziemlich begeistert. Mit bing kann ich nicht wirklich was anfangen. Danke für den Tipp blindsearch, werde ich testen. Freue mich schon auf Deinen Testbericht!


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