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16 Jun, 2009

Plagiatsvorwurf: Etappensieg für studiVZ

Posted by: Casi In: Social Networks| zweipunktnull

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Da jubelt die Holtzbrinck-Klitsche: Zwei Prozesse werden geführt, in denen klargestellt werden soll, ob studiVZ zu sehr bei Facebook abgekupfert hat oder eben nicht. Während der Prozess im fernen Amerika noch andauert, ist die Geschichte beim Kölner Landgericht jetzt vom Tisch. Das Gericht konnte nicht feststellen, dass Facebook bestohlen worden ist. Viel mehr wurde entschieden, dass keine Herkunftstäuschung feststellbr ist, d.h. studiVZ hätte nur verknackt werden können, wenn man dem User vorgegaukelt hätte, dass man sich auf Facebook befindet. Da das aber nicht der Fall war und zum besagten Zeitpunkt keine Sau hierzulande wusste, dass Facebook überhaupt existiert, kann Markus Berger-de Léon jetzt natürlich frohlocken und die Brust ordentlich anschwellen lassen:

Es ist schon bemerkenswert, wie viel Energie Facebook in diese Klage gesteckt hat. Man hat den Eindruck, es geht darum mit Methoden außerhalb des Wettbewerbs im deutschen Markt Fuß zu fassen.

Sollen sie jubeln – es ist vermutlich wirklich ein ziemlicher Brocken, der den VZ-Jungs da vom Herzen gefallen ist. Klar, dass ich im VZ-Blog auch herzlich gratuliere – mal abwarten, ob mein Kommentar freigeschaltet wird:

studivzlgkoelnkommentar

Vor einem oder eineinhalb Jahren hätte man bei Holtzbrinck sicher die Sektkorken knallen lassen können, aber heute sieht die Situation anders aus. Bei den einfacher strukturierten Netzwerken wird man Wer kennt Wen hinterherhecheln und technisch ist man so weit weg von Netzwerken wie Facebook oder MySpace, dass man da mittelfristig sicher nicht mehr mit Plagiatsvorwürfen zu rechnen haben wird ;)

Wenn man diesen Sieg mal auf den Fußball überträgt, hat studiVZ heute in der 93. Minute den 1:8-Anschluss-Treffer landen können, nach einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung. Wie viel Freude man seitens studiVZ mit dieser Entscheidung haben wird, steht noch aus, denn Facebook lässt das natürlich nicht so auf sich sitzen. Hier der volle Wortlaut der Facebook-Reaktion, die ich gerade bei Meedia gefunden habe:

Facebook ist enttäuscht von der Entscheidung des Gerichts, insbesondere da sich das Gericht nicht die Zeit nahm, die Beweise zu prüfen. Wir evaluieren nächste Optionen und Rechtsmittel, einschließlich einer Berufung. StudiVZ und die Muttergesellschaften haben gegen unser Recht am geistigen Eigentum verstoßen und ungerechterweise von unserer Innovation, Kreativität und Mühe profitiert, indem sie unsere Website kopieren. Wir setzen unsere Maßnahmen dagegen vor deutschen Gerichten fort, wenn angebracht, und vor dem US-Bundesgericht, wo unsere Maßnahmen andauern. Wir sind zuversichtlich, dass eine gerichtliche Entscheidung, die generell ein systematisches unerlaubtes Kopieren von Technologie, Website und Code eines anderen Innovatoren erlaubt, nicht haltbar sein wird – in Deutschland, in Europa und in den USA.

Ich bleib jedenfalls am Ball und weiter gespannt, wie genau Facebook an studiVZ vorbeiziehen wird – durch Gerichtsbeschlüsse oder durch Qualität und Innovation. 

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