25 Jun, 2009
Facebook und der Twitter-Button
Posted by: Casi In: Lifestream| Microblogs| Social Networks
Facebook testet gerade in einer Betaphase eine neue Funktion, welche Facebook wieder mal ein wenig von der Konkurrenz abgrenzen wird und welche ganz klar die künftige Stoßrichtung angibt. Bei TechCrunch spricht man vom Everyone Button, ich würde es eher den Twitter-Button nennen, den man künftig unter der Eingabezeile der Statusmeldung finden wird:

Was tut der "Twitter-Button" nun überhaupt? Er erweitert unsere Privacy-Optionen bzw lässt uns diese Optionen für jede einzelne Statusmeldung schnellstmöglich definieren. Auch heute kann ich schon fein justieren, wer was von meinem Facebook-Output zu sehen bzw zu lesen bekommt. Allerdings fehlte bislang die Möglichkeit, das pro Statusmeldung zu bestimmen – und es fehlte die Möglichkeit, es für "Everyone" zugänglich zu machen.
Genau das ist jetzt möglich und genau das ist es, wieso ich es den Twitter-Button nenne: Eine Statusmeldung, die jeder im Netz lesen kann, ist eine klare Kampfansage (mal wieder) an Twitter. Erst recht, wenn man bei jeder Statusmeldung entscheiden kann, ob das nun jeder lesen darf, oder ob es eventuell für einen ausgewählten Personenkreis bestimmt ist. Ich kann nicht nur entscheiden, ob meine Freunde oder Freunde von Freunden die bevorzugten Empfänger meiner Statusmeldung werden, sondern kann per "Custom"-Funktion auch explizit Usergruppen zusammenstellen.
Ich gehe stark davon aus, dass die meisten User – ähnlich wie bei Twitter – ihre Tweets/Status-Updates offen für alle absenden werden und so kann natürlich ein mächtiger Datenfluss entstehen außerhalb des Login-Bereiches, welcher Facebook weiter in den Fokus derjenigen Internetnutzer rücken wird, die bislang noch keinen Facebook-Account ihr eigen nennen.
Wollt Ihr übrigens ebenfalls bereits in den Genuss dieses Features kommen, müsst Ihr Eure Privatsphäre-Einstellungen dementsprechend anpassen. Stellt Euer Profil und Eure Statusmeldungen auf "Alle", denkt aber daran, dass die anderen Optionen wie die Fotos usw weiter nur für Eure Freunde sichtbar sein sollten:

Ist natürlich Euch selbst überlassen, ob Eure Daten generell für alle einsehbar sein sollen oder nur Eure Statusmeldungen, aber empfehlen würde ich Euch, es so zu konfigurieren wie ich es auf dem Screenshot gemacht habe.
Facebook selbst verkauft Euch dieses Feature natürlich als zusätzliche bzw verbesserte Privacy-Option, aber ich sehe es wie mashable und gehe davon aus, dass die "Twitterisierung" Facebooks durch diese Funktion einen Quantensprung machen wird, sobald die neue Facebook-Suche am Start ist.
Dass man sich weiter in Richtung Twitter bewegt, wenn man den Microblogging-Dienst schon nicht übernehmen kann, sieht man auch an der Live Stream Box. Damit wird es Entwicklern zukünftig möglich sein, einen Status-Feed in eine Website einzubinden, die gerade einen Livestream einer Rede, einer Sportveranstaltung, einer TV-Show oder ähnliches überträgt.
Für den Nutzer der Seite bedeutet es dann, dass man eine Live-Veranstaltung verfolgen kann und gleichzeitig den News-Feed der Facebook-User im Blick hat. Ich kann dann auswählen, ob ich alle öffentlichen Statusmeldungen sehen möchte oder nur die meiner Freunde. Ihr könnt aber davon ausgehen, dass beim öffentlichen Feed eine solche Großzahl an Statusmeldungen aufläuft, dass man die unmöglich mitverfolgen kann, ohne die ein oder andere zu überlesen.
Die hier angesprochenen Features sollen dafür sorgen, dass man künftig nicht mehr hinter Twitter zurückstecken muss, wenn es – wie jüngst beim Beispiel der Demos im Iran – darum geht, wo und wie man im Netz am schnellsten informiert wird über Medienereignisse. Daran sieht man dann auch, dass dieser Stachel ziemlich tief sitzt, schließlich möchte man in den zukünftigen Geschichtsbüchern nicht übergangen werden, wenn niedergeschrieben wird, welcher Online-Dienst einen politischen Wandel etc möglich gemacht hat ;)




