Wer mein Blog öfters liest, ist auch schon über das Pseudo-Auktionsportal swoopo gestoßen. Neudeutsch nennt sich dieses Marktsegment wohl Live-Shopping bzw Entertaining Shopping und das scheint für swoopo so erfolgreich zu laufen, dass man seine Hände nun auch nach Kanada ausstreckt. Das allein wäre mir aber sicher keine neuerliche swoopo-Story wert.
Für diejenigen, die noch nicht von swoopo und deren Spiel-Prinzip gehört haben noch mal eine kurze Zusammenfassung:
Ich kaufe mir sogenannte Bids, mit denen ich auf einen Artikel bieten kann. Ein solches Gebot kostet mich 50 Cent und treibt den Preis 10 Cent in die Höhe und setzt zudem die Auktions-Restzeit um einige Sekunden hoch. Je mehr User auf einen Artikel bieten, desto höher wird logischerweise der Preis, desto länger dauert die Auktion und desto mehr gerät die Auktion zu einem reinen Glücksspiel, an dessen Ende sich eventuell einer über ein Schnäppchen freuen kann, viele andere jedoch Lehrgeld zahlen. Wer das als Nervenkitzel oder Shopping-Kick braucht – viel Spaß dabei. Meine Übung ist es jedenfalls nicht.
Jetzt allerdings hat swoopo seinem Funktionsumfang ein weiteres Feature verpasst: Die Option des Direktkaufes!
Ähnlich wie bei ebay kann man nun also auch während der laufenden Auktion einen Artikel zu einem festen Preis erwerben. Diesen Vergleichspreis sieht man neben dem aktuellen Auktionspreis eingeblendet und als "Schmankerl" gewährt uns Swoopo pro zuvor eingesetztes Gebot einen Rabatt von 0,40 Euro. swoopo erklärt das an einem Rechenbeispiel:

Soweit swoopo selbst zum System des Direktkaufes. Service-orientiert wie ich nun mal bin, erweitere ich das Beispiel um eine aktuell laufende Auktion, um Euch die "Vorteile" dieses Direktkaufes noch näher zu bringen:

Im Bild seht Ihr die laufende Auktion um eine Wii-Konsole im Bundle mit Wii Sports.
Der Vergleichspreis beträgt demnach 248,95 Euro. Nehmen wir die (wie auch immer kalkulierten) 150 Gebote aus dem Beispiel oben, erhalten wir auf diesen Preis einen Rabatt von 60 Euro und erhalten einen Verkaufspreis von 188,95 Euro. Klingt knackig, oder? Dem aufmerksamen Leser wird aber nicht entgangen sein, dass ich die Vorteile oben in Anführungszeichen gesetzt habe, demnach muss das dicke Ende also noch folgen.
Das sieht zunächst mal so aus, dass ich die Versandkosten auf den Preis aufschlage. Die schwanken je nach Artikel zwischen 2 und 49,80 Euro und betragen in meinem Beispiel mit der Wii 9,90 Euro. Somit liegen wir dann bei 198,85 Euro. Wir sollten nun nicht vergessen, dass wir – bevor wir uns zum Direktkauf entschieden haben – ja bereits 150 Mal geboten haben. Bei einem Gebotspreis von 0,50 Euro sind das dann noch einmal flotte 75 Euro, die unseren Gesamtpreis dann auf 273,85 Euro anwachsen lassen.
Nicht schlecht, somit kostet mich die Konsole nur knapp 40 Euro mehr, als wenn ich sie bei Amazon bestellt hätte!
Macht Euch Euer eigenes Bild, testet es vielleicht selbst mit irgendwelchen dort angebotenen Artikeln, für mich jedenfalls bleibt das Angebot von swoopo unbrauchbar. Gratulation an die swoopo-Macher für eine clevere Idee, aber verbraucherfreundlich geht definitiv anders!
Update:
Durch einen Kommentar wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass swoopo die Konditionen für den Direktverkauf schon wieder geändert hat. Statt 40 Cent bekommt man nun das komplette Gebot vergütet – bezogen auf mein Beispiel oben würde der Artikel also 15 Euro günstiger und wäre somit nur noch 25 Euro teurer als bei Amazon ;)
Das macht das Angebot nicht wirklich interessanter für mich, sollte der Fairniss halber aber erwähnt werden.




