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04 Jul, 2009

Angelika Express: Dich gibts nicht… auf MySpace

Posted by: Casi In: Microblogs| Musik| Social Networks| zweipunktnull

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angelikaexpressAngelika Express waren meines Erachtens als Band immer schon ein klein wenig anders als andere Bands. Man hat sich erstaunlich schnell – trotz des Erfolges – getrennt, ist erstaunlich schnell, wenn auch in anderer Besetzung, wieder an den Start gegangen und hat bei diesem Neustart Einiges an frischen Ideen mitgebracht.

Angelika Express klingen punkig, rotzig, frech. Das trifft nicht immer zwingend meinen Musikgeschmack, klingt aber ehrlich und authentisch. Es erscheint wie ein Widerspruch, aber dem Punksound und dem ungeschliffenen Charakter der dennoch eingängigen Songs steht eine Internet-Präsentation gegenüber, die eher sachlich, wohlüberlegt und von viralem Marketing-Verständnis geprägt wirkt.

So hat Robert Drakogiannakis, Frontmann und Gründer der Band, nach dem Neuanfang seine Songs im Wochentakt kostenlos ins Netz gestellt, um direkt und schnell die Fan-Basis (wieder) zu erreichen und um Aufmerksamkeit auf die neuen Sachen zu lenken. Dann folgte eine Aktion, die meines Wissens nach wie vor in der Musikbranche ihresgleichen sucht und dem Hirn eines Trent Reznor entsprungen scheint: Man verkauft "Aktienanteile" für das anstehende Album "Goldener Trash". Das sieht dann so aus, dass man 500 Anteile verkauft für je 50 €, um die Produktionskosten zu decken und dafür beteiligt man die "Aktionäre" – also die Fans – mit 80 Prozent an den Einnahmen.

Ein gelungener Geniestreich, der beweist, dass Robert sich wahrlich Gedanken macht, wie man heutzutage mit frischen Ideen Musik verkaufen kann. Als digitaler Einheimischer kennt und nutzt er die Kanäle, die ihm das Internet kostenlos zur Verfügung stellt und hat somit Angelika Express sowohl bei Facebook und Twitter als auch bei YouTube und MySpace präsentiert. 

Wie Ihr bemerkt habt, sind alle Plattformen verlinkt – außer MySpace, und das hat natürlich einen guten Grund. Denn passend zum aktuellen Song "Dich gibts nicht" gibt es Angelika Express nicht mehr bei MySpace. Das hat allerdings weniger was mit der neuen VÖ zu tun, sondern eher damit, dass man ein massives Problem mit MySpace hat, bzw mit der Art und Weise, in welcher sich das Web-Angebot gerade werbetechnisch präsentiert.

Dazu findet Robert auf der eigenen Homepage auch durchaus markige Worte:

So lief mir denn auch die Galle über, als sich neulich im Admin Bereich erstmals eine dieser abartigen Pop-over Flashbanner über alles legte. Wer mir solche Werbeformen aufzwingen will, kann mir genausogut auf den Monitor kotzen, es kommt aufs gleiche raus. Lange liebäugelte ich schon mit dem Gedanken, wie es denn wäre sich aus diesem verrottenden Moloch zurückzuziehen, ab dann war es eigentlich beschlossene Sache.

Die Teile nerven mich übrigens auch kollossal, allerdings nicht nur bei MySpace. Es ist mir ein Rätsel, wie man glauben kann, dadurch ein Produkt besser verkaufen zu können. Klar wird die Aufmerksamkeit viel stärker auf etwas gelenkt, was plötzlich ins Bild schießt und möglichst noch Lärm macht, aber mein erster Reflex ist dann eher, dass ich die Werbung schleunigst wegklicke, oder – wenn ich den Button nicht sofort finde – die ganze Seite schließe, und das können sowohl der Seitenbetreiber als auch der Werbepartner nicht wollen meines Erachtens.

Diese aggressive Werbung und das mitunter wirr zusammengestückelt wirkende Portal mit all seinen Design-Verbrechen haben dann dazu geführt, dass man dort nicht mehr vertreten sein wollte. Stattdessen vergnügt man sich halt noch mehr auf Twitter und Facebook. Bei letzterem Netzwerk läuft seiner Meinung nach die Kommunikation "sehr geschmeidig", was ich natürlich blind unterschreibe, vergleicht man es mit MySpace.

Schade, dass sich MySpace seine Nutzer so selbst vergrault, gerade in einem Bereich – der Musik – welcher lange Zeit das Aushängeschild und mittlerweile der letzte verbliebene Trumpf des mittlerweile nur noch zweitgrößten Social Networks war.

 

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